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Prozess

14.07.2010

Wertingen: Rangelei nach Fußballspiel

Fußball-Szene.

Ziemlich heftig ging es nach einer Fußballbegegnung bei einem Match im Wertinger Raum her. Ein umstrittener Elfmeter führte zu einer Rangelei. Von Margot Sylvia Ruf

Ziemlich heftig ging es nach einer

Fußballbegegnung

im September letzten Jahres bei einem Match im Wertinger Raum her. Ein umstrittener

Elfmeter

führte zu einer

Wertingen: Rangelei nach Fußballspiel
Rangelei

unmittelbar nach dem Abpfiff.

Den Strafstoß hatte der Schiedsrichter wenige Minuten vor Ende der Begegnung gegeben.

Zuschauer, aber auch Funktionsträger beim Spiel gerieten darüber derart in Rage, dass ein handfester Streit in der Platzmitte entstand. In dessen Verlauf verlor ein 48-jähriger Mann, der eine Ordnungsfunktion innehatte und den Schiedsrichter schützen wollte, durch einen Faustschlag einen Zahn. Der Übeltäter hatte vom Gericht bereits einen Strafbefehl bekommen und diesen auch angenommen.

Zweiter Schlag

Der Verletzte erhielt allerdings auch noch einen Hieb von hinten, von dem er glaubte, er könne mit einem Utensil, wie etwa den Koffer eines Mannschaftsbetreuers, ausgelöst worden sein. Er kenne den Namen des Mannes aber nicht, sagte er als Zeuge dem Gericht.

Ob es der Angeklagte gewesen sei, das könne er nicht sagen, so der Geschädigte. Richterin Ursula Janosi wollte dies dem 48-Jährigen jedoch nicht so recht glauben, dass er nicht wisse, wer den Schlag ausgeführt habe. Zuschauer hätten ihm gegenüber zwar Vermutungen angestellt, aber er könne sich an keinen konkreten Namen erinnern, so der Geschädigte.

Schuld von sich gewiesen

Das zweite Körperverletzungsdelikt führte nun zum Prozess vor dem Amtsgericht Dillingen, nachdem der weitere mutmaßliche Täter gegen einen Strafbefehl Einspruch eingelegt hatte.

Der 55-jährige Angeklagte aus dem Landkreis Dillingen wies im Verfahren weit von sich, überhaupt in den Streit involviert gewesen zu sein. Da sei eine heftige Rangelei vonstattengegangen. Er habe sich jedoch mit seinen Betreuungsutensilien wie Eiskoffer und Getränkeflaschenträger schnell über den Platz in Richtung Umkleidekabinen entfernt. Dort sei er sogar noch eine halbe Stunde geblieben und habe mitbekommen, dass die Polizei gerufen worden war.

Er habe allerdings auch beobachtet, dass der später verletzte Mann dem Schiedsrichter zu Hilfe kommen wollte, der unter anderem vom Trainer der Gastmannschaft bedrängt worden sei, sagte der Angeklagte.

Zeugen sahen nichts

Das Gericht hörte mehrere Zeugen und wollte so Licht in den turbulenten Vorfall anlässlich des Fußballspieles bringen. Zwei Schiedsrichterassistenten, darunter eine junge Linienrichterin, hatten allerdings keine Einzelheiten der Rangelei gesehen und so auch nichts zum Tathergang vor Gericht sagen können.

Ein weiterer Zeuge gab an, wahrgenommen zu haben, wie der vom Trainer der gegnerischen Mannschaft per Faustschlag verletzte Mann den Schiedsrichter zu schützen versuchte.

Den Angeklagten wollte er nicht als zweiten Täter ausgemacht haben. Richterin Janosi schloss damit die Beweisaufnahme. Staatsanwaltschaft und Verteidigung forderten einen Freispruch für den Angeklagten.

Das Gericht erkannte dann auf Freispruch. Die Kosten des gesamten Verfahrens fallen so der Staatskasse zur Last. Von Margot Sylvia Ruf

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