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Wertingen

08.11.2019

Wertinger Kinder helfen dem Christkind

Wertinger Kindergartenkinder packen Weihnachtsgeschenke für Kinder in Ost- und Südeuropa. Die offizielle Sammelstelle der Weihnachtspäckchenaktion „Geschenk mit Herz“ von der Hilfsorganisation Humedica ist im Raum Wertingen die Spedition Killisperger in Geratshofen. Seit 2015 engagiert sich Katja Killisperger (rechts) bei der Aktion und hilft mit, dass die Geschenke gut ankommen. Auch in Aislingen und Gundelfingen können Geschenke abgegeben werden.
Bild: Andreas Dengler

Die Kinder vom Kindergarten Kunterbunt nehmen an der Aktion „Geschenk mit Herz“ teil. Die Präsente sind für arme Kinder aus Süd- und Osteuropa. Nach der Abgabe dürfen die Kindergartenkinder eine Spedition besichtigen.

Die drei Freunde Ariola, Niklas und Benedikt vom Kindergarten Kunterbunt in Wertingen haben schwer zu tragen. Aber mit vereinter Kraft schaffen sie es. Stolz überreichen sie Katja Killisperger von der Spedition Alois Killisperger in Geratshofen ihr gepacktes Weihnachtsgeschenk. Damit nehmen sie an der Spendenaktion „Geschenk mit Herz“ teil. Die Spedition Killisperger ist die offizielle Sammelstelle für die gespendeten Geschenke in Wertingen. Noch bis Mittwoch, 4. Dezember, können dort die Päckchen abgegeben werden.

Bunt verpackt und reichlich befüllt

Mit dem bunt verpackten und reichlich befüllten Karton wollen die drei einem armen Kind zu Weihnachten eine Freude machen. Und unterstützen so das Christkind. In die Geschenkbox haben sie Spielsachen, Schreibwaren, Pflegeprodukte, Kleidung und Süßigkeiten verstaut. Das Präsent ist für ein Kind, das wohl sonst kein Weihnachtsgeschenk bekommen würde. Mit einer selbst gebastelten Karte haben die Wertinger Kinder auch noch einen ganz persönlichen Gruß in das Päckchen gesteckt.

Organisiert wird die Spendenaktion „Geschenk mit Herz“ von der Hilfsorganisation Humedica aus Kaufbeuren. Die Aktion habe in Kaufbeuren im Jahr 2003 mit ein paar hundert Paketen begonnen, erinnert sich der Kommunikationsleiter von Humedica, Sebastian Zausch. Im vergangenen Jahr seien bayernweit 72000 Pakete zusammengekommen. Und auch für dieses Jahr hoffen die Initiatoren auf möglichst viele Geschenke. Die Spendenpakete, auch die der Wertinger Kindergartenkinder, erreichen Kinder und Jugendliche in Moldawien, Albanien, Rumänien, in der Ukraine oder im Kosovo. Die Beschenkten sind im Alter zwischen drei und 14 Jahren. Die Hilfsorganisation bittet dieses Mal besonders um Spenden für Jungs im Alter von elf bis 14 Jahren, da diese erfahrungsgemäß immer am wenigsten Pakete erhalten.

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Wertinger Spedition engagiert sich seit 2015

Seit 2015 engagiert sich Killisperger bei der Aktion und nimmt die gespendeten Geschenke aus Wertingen und Umgebung an. „Das ist eine Kleinigkeit, die viel bewirkt“, sagt die 29-jährige Unternehmertochter. Bis zu 100 Päckchen pro Jahr sind aus Wertingen zusammengekommen. Neben dem Kindergarten Kunterbunt wollen auch der Kindergarten Gottmannshofen und die Montessorischule noch Päckchen abgeben. Killisperger selbst und ihre Familie spenden jedes Jahr acht Päckchen an die bedürftigen Kinder. Immer Anfang November packt sie mit ihren kleinen Nichten und Neffen die Boxen. Mit selbst gemalten Bildern erhalten die Päckchen der Familie Killisperger noch eine ganz persönliche Note.

Die Aktion läuft bayernweit. Im Landkreis Dillingen können zudem in Gundelfingen und Aislingen die Pakete aufgegeben werden. Insgesamt 1740 Abgabestellen nehmen noch bis zum Nikolaustag die Spendenboxen an, die anschließend ins Allgäu gebracht werden. Von dort aus werden sie geprüft und per Lastwagen nach Süd- und Osteuropa gefahren. Spätestens am Heiligen Abend sind alle Geschenke verteilt.

Enormer logistischer Aufwand

In der Aktion stecke ein enormer logistischer Aufwand, weshalb auch die Abgabetermine von Region zu Region variieren, erklärt Zausch. So auch im Landkreis: In Gundelfingen können die Pakete nur bis Dienstag, 19. November, und in Aislingen bis Montag, 25. November, angenommen werden. Neben dem Packen von Geschenkboxen besteht auch die Möglichkeit, Geld zu spenden – dann werden die Pakete direkt in Ländern wie Äthiopien oder Haiti gepackt und verteilt.

Nicht nur die Orte, an denen der Verein aktiv ist, klingen unglaublich, auch der Ideenreichtum ist bemerkenswert. „Eine Frau hat 2000 Mützen gestrickt“, erzählt die Aktionsleiterin Roswitha Bahner-Gutsche aus Kaufbeuren. Besonders gern erinnert sie sich an einen Mann, der als Kind in Rumänien gelebt und dort ein solches Päckchen geschenkt bekommen hat. Als Bahner-Gutsche ihn vor einigen Jahren traf, wohnte er inzwischen in Bayern und spendete selbst jedes Jahr zwei Pakete. Und das, obwohl sein Budget eigentlich knapp ist. Seine Erklärung: Als er damals das Paket bekommen hat, habe ihm das unglaublich viel bedeutet und ihn nachhaltig geprägt. Auf die Frage hin, ob trotz solcher Beispiele manche Eltern aus Verzweiflung die Gaben weiterverkaufen würden, versprach Bahner-Gutsche, dass das von Humedica geprüft werde.

Dankeschön an Wertinger Kindergarten

Killisperger will auch in Zukunft in den Büroräumen der Familienspedition die Geschenke sammeln. Als kleines Dankeschön an die Spender vom Kindergarten Kunterbunt verteilte Killisperger Warnwesten. „Damit die Kleinen in der Dämmerung gut zu sehen sind.“ Nachdem alle Geschenke im Büro verstaut waren, durften die Kinder die Werkstatt besichtigen und in einem Lastwagen Probe sitzen.

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