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Finanzen

02.05.2020

Zusamaltheim greift in den Sparstrumpf

Die Gemeinde muss keine neuen Schulden machen. Warum sich der Rat eine Glaskugel wünscht

So eine Haushaltssitzung hatte noch keiner der Anwesenden erlebt: Mit gebührendem Abstand zueinander nahmen alle zwölf Gemeinderäte letztmalig in dieser Legislaturperiode ihre Plätze ein und verteilten sich damit im ganzen Foyer der Mehrzweckhalle.

Die Gemeinderäte hatten über einen Haushaltsplan zu beraten, der zum Teil auf schwer schätzbaren Voraussetzungen fußte. „Man bräuchte eine Glaskugel für die Vorhersage“, fasste Bürgermeister Wolfgang Grob die Misere zusammen. Gewerbesteuer, Einkommensteuerbeteiligung – inwieweit die Wegbrüche der Einnahmen in Zeiten von Corona die Zusamgemeinde treffen werden, ist derzeit völlig unklar. Die Firmen in der Gemeinde würden die Beschränkungen derzeit noch ganz gut verkraften und könnten weitestgehend uneingeschränkt wirtschaften, sagte der Bürgermeister. Wie es aber um die Situation der Arbeitnehmer und daraus folgend den Einkommensteueranteil bestellt ist, müsse die Zeit zeigen.

Kämmerin Angelika Hefele, an diesem Abend von Maria Reiber vertreten, hatte dementsprechend einen umsichtigen Ansatz gewählt. Dank der in den vergangenen Jahren gebildeten Rücklagen werde die Liquidität der Gemeinde nicht in Schieflage geraten, so die Prognose der Kämmerin.

In den nächsten beiden Jahren erwartet die Gemeinde die Schlussrechnungen der Erschließung Baugebiet „Obere Dorfstraße“ für die Bauabschnitte II+III und die Sanierung der „Alte Wertinger Straße“. Die Planungskosten der Sanierung Ortsdurchfahrt Sontheim sind heuer eingestellt, die Durchführung für 2021 vorgesehen. Ebenfalls die nächsten beiden Haushaltsjahre belastet die Dorferneuerung Zusamaltheim: hier stehen unter anderem die Dorfplatzgestaltung mit Umgriff, notwendiger Grunderwerb und die Sanierung des Spielplatzes am Frühmesshaus an. Freuen darf sich die Feuerwehr Sontheim über ein neues Fahrzeug.

Fahrzeug für die Feuerwehr Sontheim (110000 Euro), Grunderwerb für Wohnungsbau 105000 Euro, Straßenbau Baugebiet „Obere Dorfstraße“, Bauabschnitt BA II und III (105000 Euro und 2021: 270000 Euro) Abwasser Baugebiet „Obere Dorfstraße“ Bauabschnitt II und III (57000 Euro 2021: 300000 Euro), Sanierung „Alte Wertinger Straße“ (308000 Euro), Dorferneuerung Zusamaltheim (533000 Euro, 2021: 121000.

Den geplanten Investitionen mit einem Gesamtvolumen von 1,47 Millionen Euro stehen Zuwendungen, Beiträge und sonstige Einnahmen von voraussichtlich 486000 Euro gegenüber. Eine Kreditaufnahme ist nicht vorgesehen, zur Deckung der Kosten sollen heuer 784000 Euro aus der allgemeinen Rücklage entnommen werden. Dadurch reduziert diese sich drastisch auf 897000 Euro: Im Vorjahr hatte man noch auf eine Rücklage von 1,681 Millionen blicken können.

Die Gesamtverschuldung reduziert sich durch Tilgung zu Jahresbeginn auf 276000 Euro.

Wichtige Einnahmequellen sind die Grundsteuer A und B mit zusammen 103000 Euro und die Schlüsselzuweisung mit 394000 Euro. Bei der Gewerbesteuer kalkuliert die Kämmerin mit 180000 Euro nur 50 Prozent der ursprünglichen Prognose ein, beim Einkommensteueranteil sind 80 Prozent der zu erwartenden Summe, das entspricht 635000 Euro, angesetzt.

Auf der Ausgabenseite stehen Personalkosten mit 662900 Euro, Schulverbandsumlage 131000 Euro, Kreisumlage 624000 Euro und VG-Umlage 166000 dagegen.

Am Ende verabschiedete der Gemeinderat den Haushalt einstimmig.

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