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Wertingen: Jäger spüren Aggressionen: Brennende Jägerstände in Wertingen und der Region

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Jäger spüren Aggressionen: Brennende Jägerstände in Wertingen und der Region

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    Mehrere Jägerstände standen in den vergangenen Wochen in der Region in Flammen. Was steckt dahinter?
    Mehrere Jägerstände standen in den vergangenen Wochen in der Region in Flammen. Was steckt dahinter? Foto: Rudi Eser (Archivfoto)

    Ist es ein Serientäter? Fest steht, dass sich die Fälle von angezündeten Jagdkanzeln häufen. In der Wertinger Gegend und im Augsburger Land standen sie in den vergangenen Wochen immer wieder in Brand. Die Polizei sucht nach einem Brandstifter – und schließt einen Zusammenhang der Taten nicht aus. Jäger berichten von zunehmender Aggression im Wald.

    Jägerstande in Wertingen und Augsburger Land brennen

    Zuletzt stand eine Jagdkanzel im Wald bei Horgau in Flammen und vor einigen Tagen ein Jägerstand in Fleinhausen. Allein in der Nähe des Wertinger Reutenhofs brannten vor einigen Wochen an nur einem Tag drei Jägerstände ab. Die Kriminalpolizei ermittele, bestätigt Siegfried Hartmann, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Nord. Von einer heißen Spur könne er aber nicht berichten.

    Dass bei den jüngsten Bränden nicht mehr passiert ist, ist dem schnellen Eingreifen der Feuerwehr zu verdanken. Ob es sich um einen Serientäter handelt, der Hass auf Jäger hat, kann nur vermutet werden. „Da sind wir im Bereich der Spekulationen“, stellt Raimund Pauli, Chef der Zusmarshauser Polizei, klar. Dass nun schon die zweite Jagdkanzel innerhalb kurzer Zeit in seinem Dienstbereich abgebrannt ist, beunruhigt ihn.

    Brennende Jägerstände in Wertingen und Region: Ist es ein Serientäter?

    Andreas Brandl, der Vorsitzende der Kreisjägervereinigung Dillingen, hatte vor kurzem erklärt, dass es keine Bagatellgeschichte sei, wenn ein Hochsitz angezündet werde. Das sei Brandstiftung und „geht gar nicht“. Brandl betreut selbst ein Revier im Zusamtal. Dort habe es schon mal kleinere Beschädigungen an den Kanzeln gegeben. Aber diese habe man ohne große Probleme schnell beheben können, erklärt der 57-Jährige. Auch mit den meisten Spaziergängern und Hundehaltern, die in diesem Waldstück unterwegs sind, gebe es keine Probleme.

    Anders ist dagegen die Lage in den Wäldern im Nachbarlandkreis Augsburg. Hans Fürst, Vorsitzender der Jagdvereinigung Augsburg, berichtet von zunehmender Aggression im Wald. Dass Jägerstände beschädigt werden, sei zwar kein neues Phänomen. Aktuell häufen sich die Fälle aber. „Was da dahintersteckt, lässt sich nur schwer sagen“, meint Jäger Fürst.

    Jäger aus Landkreis Augsburg berichten von Drohanrufen

    In jedem Fall sei es indiskutabel, dass im Wald Feuer gelegt oder Jagdkanzeln beschädigt werden. Auch Fürst hatte schon unschöne Begegnungen, weil er Jäger ist. Unter anderem berichtet er von Drohanrufen bei ihm zu Hause. Ihn störe, dass die Arbeit der Jäger von einigen nicht wertgeschätzt wird. Stattdessen werde ein falsches Bild transportiert.

    Fürst: „Jagd ist kein Hobby, für das sich reiche Leute ein Gewehr kaufen und in der Gegend rumschießen.“ Im Gegenteil: „Wir Jäger sind bemüht, die Natur zu schützen, damit auch unsere Kinder noch etwas davon haben“, stellt Fürst klar. Doch in Begegnungen mit Spaziergängern stelle er immer wieder fest, dass einige Menschen ein falsches Bild der Jagd hätten. Schließlich würde die Natur ohne Eingreifen der Jäger leiden, meint Fürst. Sie zu pflegen, sei Aufgabe der Jagd. Würden er und seine Jagdkollegen beispielsweise bei der Population der Wildschweine nicht eingreifen, würden sie die Natur zerstören.

    Aggressionen gegen Jäger: Jagdverein Augsburg versucht zu schlichten

    Um das zu erklären, sucht Fürst gerne das Gespräch. Es stellt fest, dass seit Corona deutlich mehr Menschen im Wald unterwegs sind. „Das ist schon sehr auffällig“, sagt Fürst. Vielleicht liege es auch daran, dass es mehr Menschen gibt, die ein Problem mit Jägern haben. Kein Verständnis hat er dafür, dass immer mehr ihre Hunde frei im Wald herumlaufen lassen. „Die Einsicht ist da die Ausnahme“, berichtet der Jäger. „Ich habe den Eindruck, dass die gegenseitige Rücksichtnahme abnimmt.“

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