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Bier

30.01.2020

Bierabsatz bricht ein: Brauereien melden historischen Tiefstand

Die deutschen Brauereien haben 2019 so wenig Bier verkauft wie noch nie.
Bild: Alexander Kaya

So wenig Bier wie 2019 haben die deutschen Brauereien noch nie verkauft. Viele Menschen wollen sich gesünder ernähren. Auch der demografische Wandel wird für die Brauer zum Problem.

Die Brauereien in Deutschland haben im vergangenen Jahr so wenig Bier verkauft wie noch nie. Mit einem Absatz von 9,22 Milliarden Litern wurde der bisherige Minusrekord aus dem Jahr 2017 (9,35 Milliarden Liter) unterboten, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden berichtete. Im Vergleich zum Vorjahr ging der Absatz um 1,9 Prozent, also etwa 180 Millionen Liter, zurück. Der deutsche Brauerbund in Berlin zeigte sich aber optimistisch, mit neuen Marken und alkoholfreien Bieren im laufenden Jahr bestehen zu können.

Brauereien leiden unter dem Trend zum gesünderen Leben

Langfristig leidet die Branche unter der demografischen Entwicklung und dem Trend zu einem gesünderen Lebensstil mit weniger Alkohol. Die Wohnbevölkerung wird im Schnitt immer älter, die ausgeh- und trinkfreudige Gruppe zwischen 20 und 40 Jahren schrumpft. Seit 1993 ist der Bierabsatz um fast ein Fünftel (17,8 Prozent) gefallen, wie die Statistiker ergänzten.

2018 hatten die Brauer noch von der Fußball-Weltmeisterschaft und einem sehr heißen Sommer profitiert und den Absatz leicht gesteigert. Das erwies sich allerdings lediglich als Zwischenhoch, so dass die Zahlen 2019 trotz eines überdurchschnittlich sonnigen Sommers aber ohne große Sportereignisse weiter in den Keller gingen.

Bierabsatz bricht ein: Brauereien melden historischen Tiefstand

Alkoholfreie Biere kommen immer besser an

Der mit einem Anteil von 82,6 Prozent überragend wichtige Heimatmarkt gab mit einem Minus von 2,1 Prozent ebenso nach wie der Export, der um ein gutes Prozent unter dem Vorjahr blieb. Auch Biermischungen waren weniger gefragt.

Nicht in der Steuerstatistik erfasst sind die alkoholfreien Biere, die seit Jahren eine steigende Nachfrage finden. Laut Brauerbund konnten sie 2019 allein im Handel um rund 3 Prozent zulegen und einen Gesamtmarktanteil von gut 7 Prozent erreichen. Endgültige Absatzzahlen lägen aber noch nicht vor. Im Jahr 2018 hatten die Brauereien inklusive Malzbieren eine Menge von 680 Millionen alkoholfreien Litern abgegeben. 

Rangliste: Krombacher vor Oettinger und Bitburger

Die Branche reagiert mit einem immer breiteren Angebot auf die schwächelnde Nachfrage. "Wir erwarten, dass die Zahl der Brauereien in Deutschland, die Anfang 2019 auf 1539 angewachsen ist, weiter zunehmen wird. Auch die Zahl der Biermarken in Deutschland wird weiter wachsen", ist der Hauptgeschäftsführer des Brauerbundes, Holger Eichele, überzeugt. Derzeit gibt es mehr als 6500 verschiedene deutsche Biermarken inklusive der rund 500 alkoholfreien Sorten.

Unangefochtener Marktführer im Inland bleibt nach Erhebungen des Branchenmagazins Inside die Marke Krombacher mit gut 600 Millionen Litern vor Oettinger und Bitburger. Der Branchenvierte Veltins zeigt sich optimistisch. "Mit der Fußball-Europameisterschaft können Deutschlands Brauer 2020 wieder Boden gutmachen", erklärte Brauerei-Chef Michael Huber.

Der Brauerbund warnt vor steigenden Kosten und dem anhaltenden Preisdruck des Handels, der den Bierkasten immer noch als preisgünstiges Lockvogel-Angebot in seine bunten Prospekte drucken will. Veltins-Chef Huber sieht die Betriebe gefordert: "Jede Brauerei muss Antworten auf den demografischen Konsumentenverlust finden - das letzte Jahr mit seinem drastischen Volumenrückgang ist ein Vorgeschmack auf die Marktrisiken im neuen Jahrzehnt." (dpa)

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