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Daimler muss profitabler werden

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Kommentar Von Christian Grimm
22.05.2019

Der neue Daimler-Chef Ola Källenius steht vor einer schier unlösbaren Aufgabe: Mehr Gewinn und gleichzeitig den Konzern umbauen. An ein paar Schraube kann er drehen.

Daimler muss profitabler werden Dem Nachfolger von Dieter Zetsche an der Spitze des Daimler-Konzerns muss ein Kunststück gelingen. Ola Källenius muss Milliarden-Summen in die Elektro-Mobilität investieren, Altlasten aus dem Dieselskandal beseitigen und gleichzeitig mit jedem verkauften Auto mehr Geld verdienen. Die Umsatzrendite der Stuttgarter bei ihren Benz-Karossen ist auf 6 Prozent geschrumpft. Das entspricht dem Wert eines Massenherstellers wie Volkswagen. Zu wenig für einen Premiumkonzern.

Daimler muss seine Flotte dringend umbauen

Aber Details des schon vor zwei Jahren angekündigten Sparprogramms werden gerade erst ausgearbeitet. Kürzungen in der Verwaltung werden aber nicht ausreichen, um die Profitabilität – und damit den Aktienkurs – nach oben zu bringen. Betriebsbedingte Kündigungen sind hierzulande bis 2029 ohnehin ausgeschlossen. Ein weiterer Hebel, um die Kosten zu drücken, wäre es, die Vielfalt bei Modellen und Motoren zu verkleinern. Hier ist sowieso dringend Handlungsbedarf angezeigt. Die Daimler-Flotte stößt zu viel Kohlendioxid aus. Derzeit sind es über 130 Gramm CO2 pro gefahrenem Kilometer. Ab 2021 schreibt die EU einen Grenzwert von 95 Gramm bei Neuwagen vor. Für Daimler kann das nur heißen, den Absatz von Autos mit Akku massiv anzukurbeln. Gelingt das nicht, drohen seitens der Europäischen Union hohe Strafzahlungen.

Preiswerter als der Aufbau einer eigenen Fertigung wäre es, die E-Antriebe wie bisher konsequent von Zulieferern zu beziehen. Die Gewerkschaften sähen das selbstredend ungern und dringen darauf, die Arbeitsplätze im Unternehmen zu halten. Um neue Partner erweitern könnte der neue Vorstandsvorsitzende aus Schweden die Zusammenarbeit mit BMW. Beide Unternehmen kooperieren bei den neuen Mobilitätsdiensten, wie Carsharing, der intelligenten Parkplatzsuche und dem Aufbau eines Ladenetzes für E-Autos, sowie der Entwicklung des selbstfahrenden Autos. Der enorme Investitionsbedarf in diesen Bereichen könnte dadurch auf mehrere Schultern verteilt werden. Zum Vergleich: Daimler verkaufte vergangenes Jahr 2,4 Millionen Autos, Volkswagen mehr als 10 Millionen. Die Wolfsburger können damit die Investitionen auf viel mehr Masse umlegen.

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