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Tricor AG

14.12.2010

Hunderte Arbeitsplätze für Bad Wörishofen

So könnte die neuen Firmenzentrale der Tricor AG in Bad Wörishofen aussehen
Bild: Tricor

Die Tricor AG zieht nach Bad Wörishofen um. Das Verpackungs- und Logistikunternehmen schafft damit hunderte von Arbeitsplätzen. Von Markus Heinrich

Die Tricor AG will im nächsten Jahr mit dem Bau des neuen Firmensitzes an der A96 beginnen. Das verkündete der Vorstandsvorsitzende Martin Müller überraschend am Montagabend in der festlichen Jahresschlusssitzung des Stadtrates.

Das ursprünglich für 2009/2010 vorgesehene Projekt wurde am 10. Dezember vom Aufsichtsrat des Verpackungs- und Logistikunternehmens genehmigt. "Der Vorstand geht vorbehaltlich etwaiger außerordentlicher Marktentwicklungen von einer Realisierung aus", teilte Müller mit: "Das Projekt soll im Februar ausgeschrieben werden. Parallel werden die Baugenehmigungen beantragt und ein Starttermin zum Anfang des zweiten Quartals 2011 ins Auge gefasst."

Das Gesamtinvestitionsvolumen wird sich auf etwa 80 Millionen Euro belaufen. Auf 127.000 Quadrametern Grundstücksfläche soll bei Kirchdorf eine überbaute Fläche von 66 500 Quadratmetern entstehen. Der neue Firmensitz soll im dritten Quartal 2012 fertig sein.

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Der Auftritt Müllers in der letzten Sitzung des Jahres war nicht geplant und wurde erst am Montag sehr kurzfristig ausgemacht. Recherchen der Mindelheimer Zeitung hätten ihn dazu bewogen, ließ Müller die Festgäste wissen. Unserer Zeitung lagen Informationen vor, wonach das Großprojekt 2011 begonnen werden soll, was Müller dann bestätigte.

Es handelt sich um die bislang größte Einzelinvestition der Unternehmensgruppe Müller. Ursprünglich war diese bereits für das Jahr 2009 geplant. Beeinflusst durch die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 wurden die Planungen aber auf unbestimmte Zeit verschoben. Aus der Krise ging das Unternehmen gestärkt hervor. "Entgegen aller Erwartungen wurde das Krisenjahr bis dato zum erfolgreichsten Jahr der Unternehmensgruppe Müller", verkündete der Firmenchef. Ohne Kurzarbeit und Personalabbau sei man ausgekommen. Im Gegenteil: Die Unternehmensleitung beteiligte die Mitarbeiter mit einer Sonderzahlung am Gesamterfolg 2009.

Nach aktuell vorliegenden Zahlen setzt sich diese Entwicklung auch in 2010 fort. "Mit einem Wachstum von über 60 Prozent wird die Tricor AG auch in 2010/11 einen Umsatz und Ertragsrekord einfahren", so Müller.

Am Standort Bad Wörishofen sollen künftig arbeitstäglich bis zu 500 Tonnen an Verpackungen aus Wellpappe produziert werden. Die entspricht einen Jahresvolumen von etwa 120.000 Tonnen. Es entsteht somit einer der größten und leistungsfähigsten Wellpappenstandorte Europas. Zu den bereits vorhandenen Arbeitsplätzen am bisherigen Standort Eppishausen (250 in der Produktion, 125 in der Logistik) werden weitere 50 (Produktion) und 70 (Logistik) entstehen. Die Tricor AG bietet also künftig 445 Menschen Arbeit.

Bürgermeister Klaus Holetschek war erfreut ob des unverhofften Auftritts. Die Stadt stehe weiterhin als Partner zur Verfügung. Es sei schön, dass "Müller aus der Deckung gekommen ist".

Der Bürgermeister musste rund um die Tricor-Ansiedlung teils harte Kritik einstecken. Einige warfen ihm vor, mit dem Industrieprojekt die Abkehr vom Kurort eingeläutet zu haben. Andere sahen es kritisch, dass sich der Stadtrat praktisch zeitgleich entschlossen hat, die Gewerbesteuer zu senken, wohl in der Hoffnung, diesen Verlust durch den neuen Gewerbesteuerzahler Tricor ausgleichen zu können. Die Verzögerung des Projekts kam da denkbar unpassend.

Auch die Ausmaße des Baukörpers gaben und geben Anlass zu Kritik, ebenso der Bauplatz direkt an der A96. Die Grünen hatten damals im Stadtrat gegen die Ansiedlung gestimmt. Holetschek stand jedoch immer zu dem Vorhaben und auch zum Investor. In der Jahresschlusssitzung sagte er: "Wenn hier jemand 80 Millionen Euro investiert zeigt das, dass Bad Wörishofen ein guter Standort ist." Von Markus Heinrich

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