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Schuldenatlas

15.11.2019

Interaktive Karten und Grafiken: So verschuldet ist Ihre Region

Die Überschuldungsquote in Deutschland geht erstmals seit 2013 zurück - allerdings nur sehr leicht.
Bild: Daniel Reinhardt/Illustration (dpa)

Plus Der Schuldneratlas 2019 zeigt, dass die Zahl der überschuldeten Menschen gesunken ist. Die Lage in der Region ist anders als in vielen Gegenden in Deutschland.

Die Zahl der überschuldeten Menschen in Deutschland ist erstmals seit 2013 wieder gesunken. Allerdings gelten im Jahr 2019 nach wie vor 6,92 Millionen Menschen in Deutschland als überschuldet - das sind gerade einmal 10.000 weniger als im vergangenen Jahr.

Auch die Überschuldungsquote ist minimal gesunken, auf 10,00 Prozent (2018: 10,04 Prozent). Das zeigt der Schuldneratlas, den das Inkassounternehmen Creditreform herausgibt.

Als überschuldet gelten Menschen, die ihre Verbindlichkeiten über einen längeren Zeitraum nicht mehr aus ihrem Einkommen oder aus ihrem Vermögen erfüllen können. Die Überschuldungsquote beschreibt den Anteil der über 18-Jährigen, auf die das zutrifft.

Die Überschuldungsquoten unterscheiden sich regional stark. So hat der Kreis Eichstätt mit 3,98 Prozent deutschlandweit die niedrigste Überschuldungsquote. Unter den Top-Ten sind auch die Kreise Neuburg-Schrobenhausen (5,48 Prozent), Aichach-Friedberg (5,48 Prozent) und Donau-Ries (5,52 Prozent). Am anderen Ende der Skala liegt Bremerhaven mit 21,67 Prozent, gefolgt von Neumünster (18,65 Prozent) und Pirmasens (18,30 Prozent).

Die Menschen im Osten sind häufiger verschuldet - doch der Trend sprich für eine Angleichung

Auffällige Unterschiede zeigen sich zwischen den alten und neuen Bundesländern. Die Überschuldungsquote im Osten liegt mit 10,3 Prozent (1,1 Millionen Menschen) über der im Westen mit 9,9 Prozent (5,8 Millionen Menschen). Allerdings zeigt sich ein Trend, der für eine Angleichung spricht: Die Werte im Osten haben sich im vergangenen Jahr verbessert, im Westen sind sie nahezu gleich geblieben. In den neuen Bundesländern gibt es 11.000 Überschuldete weniger als im vergangenen Jahr, in den alten Bundesländern sind es 1000 mehr.

Wie das Inkassounternehmen Creditreform erklärt, gilt diese Entwicklung auch für die Fälle der harten Überschuldung (mit juristisch relevanten Sachverhalten), die im Osten stärker zurückgeht als im Westen. Deutschlandweit hat sich die Zahl der Fälle der harten Überschuldung um 125.000 Fälle reduziert, das ist ein Rückgang von drei Prozent zu 2018. Die Fälle mit geringerer Intensität steigen hingegen an. Etwa vier Millionen Menschen bleiben in der harten Überschuldungsspirale gefangen, heißt es im Schuldneratlas 2019.

In der Region sind Menschen in Kaufbeuren, Augsburg, Memmingen und Kempten besonders überschuldet

Bayern führt wie auch in den vergangenen Jahren das Ranking der Bundesländer mit den geringsten Überschuldungsquoten mit einer Quote von 7,31 Prozent an. In der Region liegen die Quoten zwischen 5,48 Prozent (Aichach-Friedberg und Neuburg-Schrobenhausen) und 10,31 Prozent (Kaufbeuren). Insgesamt sind die kreisfreien Städte deutlich stärker von Überschuldung betroffen. Auch in Augsburg liegt die Quote mit 10,22 Prozent deutlich über dem Durchschnitt, in Memmingen sind es 9,92 Prozent, in Kempten 9,70 Prozent.

Als häufigster Grund für eine Überschuldung gilt Arbeitslosigkeit, diese ist laut Schuldneratlas bei 1,4 Millionen Fällen der Hauptgrund für die Zahlungsunfähigkeit. Krankheiten, Suchterkrankungen und Unfälle waren bei 1,18 Millionen Fällen der Hauptauslöser. In 930.000 Fällen ergab die Auswertung eine unwirtschaftliche Haushaltsführung als Kernproblem, bei rund 920.000 begann die Schuldenspirale mit einem Schicksalsschlag wie Trennung, Scheidung oder einem Todesfall.

Männer sind deutlich häufiger überschuldet als Frauen

Starke Unterschiede gibt es zwischen Männern und Frauen. Bei den Frauen gelten 7,65 Prozent als überschuldet, bei den Männern sind es 12,5 Prozent. Allerdings nehmen die Fälle bei den Frauen zu und bei den Männern ab.

Weitere starke Unterschiede gibt es je nach Altersgruppe. Die Zahl der überschuldeten Rentner über 70 Jahren ist im vergangenen Jahr stark angestiegen. 381.000 von ihnen gelten nun als überschuldet, das sind 45 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Vergleicht man mit dem Jahr 2013, lässt sich sogar ein Anstieg um 243 Prozent feststellen. Trotzdem liegt die Überschuldungsquote in dieser Altergruppe mit 2,95 Prozent nach wie vor weit unter dem Durchschnitt. Bei den unter 30-Jährigen geht die Zahl der Überschuldungsfälle hingegen zurück.

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