Newsticker
EU-Behörde EMA gibt grünes Licht für Corona-Pille von Pfizer
  1. Startseite
  2. Wirtschaft
  3. Kommentar: Diesel-Vergleich: VW muss sich Treue auch erkaufen

Diesel-Vergleich: VW muss sich Treue auch erkaufen

Kommentar Von Stefan Stahl
28.02.2020

Endlich versucht VW, Frieden mit dem Volk zu schließen. Zumindest ein Teil der betrogenen Dieselfahrer wird nun direkt für den Wertverlust ihrer Autos entschädigt.

Dass sich Volkswagen so lange geziert hat, den Schaden wieder gut zu machen, ist verständlich. Solche Vergleiche sind sehr teuer, aber doch das beste Mittel, um das beschädigte Image aufzupolieren. Viele treue VW-Kunden sind bis heute verärgert, dass ihnen das Unternehmen, dessen Autos sie oft seit Führerscheinzeiten fahren, falsche Tatsachen beim Kauf von Diesel-Fahrzeugen vorgaukelte.

Hätten die Käufer gewusst, dass die angeblich so umweltbewussten Vehikel viel mehr gesundheitsgefährdende Stickoxide als angegeben ausstoßen, sie wären wohl Volkswagen untreu geworden. All diese Menschen haben ein Recht, individuell und nicht nur abstrakt entschädigt zu werden. Denn die bisher gegen VW und die Ingolstädter Tochter Audi verhängten Strafen fließen den Haushalten in Niedersachsen und Bayern zu. Mit den hunderten von Millionen soll etwa in Niedersachsen das Internet schneller werden. Mittel fließen dort überdies in den Krankenhäuser und Sportstätten, zum Glück auch in Klimaschutz und Luftreinhaltung.

Doch die konkret Geschädigten dürfen nicht leer ausgehen. Das hat die VW-Führung mit dem Vergleich zähneknirschend anerkannt. Dabei müssen die Verantwortlichen gar nicht die Gesichter verziehen. Sie können es sich dank hoher Gewinne leisten, Frieden mit dem Volk zu schließen. Dieser ist die Voraussetzung dafür, dass der Konzern für seine E-Volkswagen, die er in großer Menge verkaufen will, Käufer im Volk findet. Die Gunst der betrogenen Menschen zurück zu gewinnen, ist eine zähe Angelegenheit. Ihre Markentreue muss auch erkauft werden.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.