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Wirtschaftskrise
28.05.2020

Corona-Krise trifft Brauereien: Bierabsatz bricht ein

Die Corona-Krise macht auch vor dem Bier nicht halt.
Foto: Peter Kneffel, dpa (Symbolbild)

Geschlossene Kneipen, keine Großveranstaltungen: Das alles hat im April dem Absatz der deutschen Brauwirtschaft massiv geschadet. Der Branchenverband fordert schnelle Hilfe.

Die Corona-Krise mit geschlossenen Lokalen und Absagen großer Volksfeste hat den Bierabsatz einbrechen lassen. Im April 2020 setzte die deutsche Brauwirtschaft 17,3 Prozent weniger alkoholhaltiges Bier als im gleichen Monat des Vorjahres ab, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag auf der Basis der Biersteuer veröffentlichte. Regional betrachtet wurde der mit Abstand größte Rückgang mit 54,9 Prozent in der Region Schleswig-Holstein/Hamburg ermittelt. Aber auch in den beiden Bundesländern mit der größten Bierherstellung, Bayern und Nordrhein-Westfalen, gab es deutliche Rückgänge um 18,8 beziehungsweise 20,3 Prozent. Lediglich die Braubranche in Thüringen legte mit plus 4,3 Prozent im April zu. 

Corona-Krise wirkt sich auf Brauereien aus: Nachfrage nach Bier bricht ein

Der Deutsche Brauer-Bund hatte bereits erklärt, dass die Situation des Gastgewerbes in einem Dominoeffekt auf die Brauwirtschaft übergriffen habe. Nach dem Mitte März die meisten Gaststätten, Restaurants, Eckkneipen, Bars, Cafés und Diskotheken geschlossen hätten, seien den Brauereien Umsätze verloren gegangen. Der wichtige Pfeiler Gastronomie sei damals weggebrochen, mit dem üblicherweise etwa 20 Prozent des gesamten deutschen Bierabsatzes verbunden seien. 

"Die Absatzverluste sind massiv. Für Brauer, die viel Gastronomie- und Veranstaltungsgeschäft haben, sind die Absatzverluste katastrophal", sagte der Hauptgeschäftsführer des Brauer-Bundes, Holger Eichele am Donnerstag. Und die Zeit nach dem Neustart der Gastronomie sei bisher nicht vielversprechend verlaufen. "Die Aussichten sind düster. Wir wissen im Moment nicht, wie sich die Gastronomie entwickeln wird." 

Der Bierabsatz im Handel schwanke und könne nicht einmal im Ansatz das auffangen, was in der Gastronomie verloren gehe. "Deshalb ist es eine Mär zu behaupten, die Leute würden in der Krise mehr Bier trinken", erklärte Eichele. Der Branchenverband bekräftigte seine Forderung nach schneller Hilfe für die mittelständische Gastronomie und Brauwirtschaft. "Sonst stehen wir vor einer historischen Pleitewelle, wenn es nicht effektive Hilfen gibt", betonte Eichele.

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Absatzrückgang bei Bier entspricht der Dimension einer Großbrauerei

Der bundesweite Absatzrückgang im April habe die Dimension einer Großbrauerei, verdeutlichte die Privatbrauerei Veltins. Zu den besten April-Monaten fehlten sogar mehr als zwei Millionen Hektoliter.

Die ersten vier Monate 2020 zusammengenommen, sank der Absatz mit alkoholhaltigem Bier der deutschen Brauereien um 6,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt ebenfalls errechnete. Nur die Brauregion Berlin/Brandenburg liegt da noch im Plus mit einem Zuwachs von 5,0 Prozent. Alkoholfreies Bier ist in der Statistik nicht enthalten. (dpa)

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