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Arzt Macchiarini
21.03.2017

Achtes Todesopfer mit künstlicher Luftröhre

Das Chirurgenteam um Paolo Macchiarini (m.) der Uniklinik in Stockholm während der Operation in der ein 36-Jähriger eine maßgeschneiderte künstliche Luftröhre eingepflanzt bekam.
Foto: Archivfoto: Karolinska University Hospital/dpa

Paolo Macchiarini hat die ersten künstlichen Luftröhren transplantiert. Nun ist wieder eine Patientin unter seiner Behandlung gestorben.

Der italienische Chirurg Paolo Macchiarini ist in den vergangenen Jahren durch spektakuläre Transplantationen berühmt geworden. Nun kam es bereits zum achten Mal in Folge zu einem Todesfall unter seiner Behandlung, wie der Wissenschaftsjournalist Leonid Schneider berichtet. Die 26-jährige Yesim Cetir starb am Montag nach langjährigen Komplikationen in einem Krankenhaus in der US-Metropole Philadelphia, wie ihr Vater Hayrullah Cetir auf Facebook mitteilte. Sie hatte sich in den Jahren 2012 und 2013 von Macchiarini künstliche Luftröhren einsetzen lassen und litt seitdem unter Komplikationen.

Der italienische Arzt Macchiarini hatte zwischen 2011 und 2014 bei Patienten künstliche Luftröhren eingesetzt. Die Eingriffe nach der von dem Arzt entwickelten Methode galten als medizinische Sensation. Drei der Operationen fanden am renommierten Karolinska-Institut in Stockholm statt, das die Medizin-Nobelpreise auswählt. Nur einer der Patienten überlebte - die künstliche Luftröhre von Macchiarini wurde bei einer Operation 2014 in Russland wieder entfernt.

Komplikationen nach Luftröhren-Eingriff

Auch das Mädchen Yesim Cetir war eine der Patienten mit einer künstlichen Luftröhre. Cetirs Luftröhre war bei einer Operation in der Türkei beschädigt worden, bevor die Patientin sich der Operation in Stockholm unterzog. Später erhielt sie in den USA ein Spender-Organ, konnte sich jedoch nie wieder erholen. Auch darüber berichtete der Wissenschaftsjournalist Leonid Schneider.

Der Arzt Macchiarini drückte in einer vom schwedischen Sender SVT veröffentlichten Erklärung sein Bedauern über Cetirs Tod aus und übermittelte den Angehörigen sein Mitgefühl. "Es wäre natürlich unangemessen, ihren frühen medizinischen Zustand und ihre Behandlung zu diskutieren", fügte er hinzu.

Macchiarini hatte 2011 weltweite Berühmtheit erlangt, als er zum ersten Mal eine künstliche Luftröhre einsetzte, die von den Stammzellen des Patienten bevölkert werden sollte. Er galt als Pionier auf dem Gebiet der Gewebezüchtung mit Stammzellen. Sein Ziel war es Spenderorgane durch den Ersatz von synthetischem Material überflüssig zu  machen.

Der Chirurg zeigte sich in einem Artikel in der Fachzeitschrift "The Lancet" überzeugt vom Funktionieren seiner Methode. Als Fälschungen in dem Artikel entdeckt wurden und mehrere seiner Patienten starben, wurde der Arzt Macchiarini schließlich vom Karolinska-Institut entlassen. Die schwedische Polizei ermittelt nun gegen den Arzt. AZ/AFP

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