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Tiangong 1

02.04.2018

Chinesische Raumstation "Tiangong 1" über Pazifik abgestürzt

"Tiangong 1" war ein experimentelles Weltraumlabor, mit dem Rendezvous- und Andockmanöver getestet wurden. Nun ist es abgestürzt.
Bild: CMSE/Europa Press, dpa

Die chinesische Raumstation "Tiangong-1" ist abgestürzt. Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre sei das Weltraumlabor "größtenteils" verglüht.

Chinas Raumstation "Tiangong-1" sei beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre "größtenteils" verglüht und über dem Südpazifik abgestürzt, teilte die chinesische Raumfahrtbehörde CMSEO am Montag in Peking mit. Lange war unklar, wann und wo genau die verbleibenden Trümmerteile auf die Erde stürzen würden.

Kurz vor dem Wiedereintritt in die Atmosphäre hatte die chinesisches Raumfahrtbehörde noch mitgeteilt, dass die Station über dem Südatlantik abstürzen werde, vor der Küste der brasilianischen Stadt São Paulo. Unmittelbar danach ging "Tiangong-1" dann gegen 02.15 Uhr (MESZ) mitten über dem Südpazifik in den Sturzflug. Das US-Militär bestätigte, dass die chinesische Raumstation über dem Pazifik in die Erdatmosphäre eingetreten sei.

China, das ein ehrgeiziges Raumfahrtprogramm unterhält, hatte "Tiangong-1" (zu deutsch: "Himmelspalast") im September 2011 im Weltall ausgesetzt. Auf dem Außenposten im All koppelten mehrere bemannte und unbemannte Raumschiffe an, doch seit 2013 hat kein Taikonaut mehr die Raumstation betreten.

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"Tiangong-1" geriet außer Kontrolle

Dann geriet "Tiangong-1" im All außer Kontrolle. Im März 2016 brach der Funkkontakt ab - das acht Tonnen schwere Raumlabor ließ sich nicht mehr steuern und auch nicht mehr kontrolliert in die Erdatmosphäre manövrieren.

China schickte den Nachfolger "Tiangong-2" im September 2016 ins All. Bis 2022 soll daraus eine große, ständig bemannte Raumstation entstehen.

Die Raumfahrtbehörden weltweit hatten den Sinkflug von "Tiangong-1" genau verfolgt. Die Experten versicherten aber, dass für Menschen keine Gefahr bestehe. Die Europäische Raumfahrtagentur ESA erklärte, die Station werde wahrscheinlich ins Meer stürzen.

Bereits vor einigen Tagen hatte die chinesische Raumfahrtbehörde beteuert, niemand müsse befürchten, dass die Station "wie in einem Science-Fiction-Film wild auf die Erde stürzen wird". Vielmehr werde sie sich in einen "prächtigen Sternschnuppenregen verwandeln, der durch den sternenklaren Himmel zur Erde braust".

Kein Himmelsspektakel beim Absturz von "Tiangong-1"

Die Hoffnungen von Sternguckern und Astronomen auf ein spektakuläres Himmelsspektakel erfüllten sich jedoch nicht. Die Raumstation sei vor dem Sturz in den weitgehend menschenleeren Pazifik bei Tageslicht über Pöngjang und die japanische Stadt Kyoto hinweggerast, sagte der US-Experte Jonathan McDowell. "Es wäre für die Leute toll gewesen, den Absturz beobachten zu können, aber es wird noch weitere Wiedereintritte geben", fügte der Astronom vom Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik hinzu. Gut sei letztlich, dass bei dem Absturz niemand zu Schaden gekommen sei.

Auch "Saljut 7" stürzte ab

Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass Weltraumschrott auf Kollisionskurs mit der Erde geht. Das bisher größte Teil war die sowjetische Raumstation "Saljut 7", deren Bruchstücke 1991 auf Argentinien fielen - ohne dass Menschen getroffen wurden. Die USA scheiterte 1979 mit dem Plan, ihr ausrangiertes Forschungslabor "Skylab" über Südafrika niedergehen zu lasen: Es stürzte über Australien ab. (afp/dpa/AZ)

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