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"Clotilda"

23.05.2019

Forscher finden letztes US-Sklavenschiff in Alabama

Im US-Bundesstaat Alabama haben Forscher das Wrack des letzten bekannten Sklavenschiffs in den USA gefunden. Es lag im Fluss Mobile in der Nähe der Stadt Africatown.
Bild: Julie Bennett, dpa

Mehr als 50 Jahre nach dem Verbot des transatlantischen Sklavenhandels sank die "Clotilda" auf einem Fluss in Alabama. Nun wurde das Wrack geborgen.

Das Wrack des letzten bekannten Sklavenschiffs der USA ist nach Angaben von Forschern in Alabama gefunden worden. Taucher hätten die Überreste des vor 159 Jahren gesunkenen Schoners "Clotilda" nach langer Suche im Fluss Mobile entdeckt und nun identifizieren können, teilte die Denkmalschutzbehörde des US-Bundesstaates am Mittwoch (Ortszeit) mit. 

An Bord des Segelschiffes hatten Plantagenbesitzer 1860 auf damals bereits illegale Weise 110 Frauen, Männer und Kinder aus dem heutigen Benin in Westafrika als Sklaven nach Mobile/Alabama gebracht. Dort mussten sie etwa auf Baumwollfeldern arbeiten, wie die an der Suche beteiligte Smithsonian Institution mitteilte. Das bereits 2018 geortete Wrack habe unter anderem anhand von Baumaterialien identifiziert werden können, erklärten Unterwasserarchäologen.

Wegen illegalem Sklavenhandel: Kapitän lässt "Clotilda" versenken

Seit 1808 war es verboten, Menschen als Sklaven ins Land zu bringen. Um das Verbrechen zu vertuschen, habe Kapitän William Foster die "Clotilda" in dem Fluss in Brand stecken und versenken lassen. 

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Der Fund habe großen historischen Wert, denn er beweise, dass der Sklavenhandel trotz des Verbotes weiterging, betonten die Forscher. "Dies war eine Suche nach unserer Geschichte, nach unserer Identität, und es war auch eine Suche nach Gerechtigkeit", sagte der stellvertretende Projektleiter Paul Gardullo.

Die meisten Sklaven der "Clotilda" waren den Berichten zufolge nach ihrer Befreiung zum Ende des Bürgerkrieges 1865 in dem Ort Mobile geblieben und hatten die noch heute existierende Gemeinde Africatown gegründet. Ihr Versuch, nach Afrika zurückzukehren, scheiterte am Geld. "Nun können wir ihren Teil der Geschichte erzählen", sagte eine der Nachkommen, Lorna Gail Woods, dem Magazin der Smithsonian Institution. Der Fund sei ein Tribut an ihre Vorfahren. Viele Menschen hätten die Geschehnisse rund um die "Clotilda" bislang nämlich mangels Beweisen in Zweifel gezogen. (dpa)

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