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Hantavirus: Symptome

13.06.2019

Hantavirus: RKI rechnet mit noch mehr Infektionen

Das RKI beschreibt 2019 als "Ausbruchsjahr" für Hantavirus. Das Einatmen von zu Staub zerfallenem Kot von Rötelmäusen gilt als Haupt-Infektionsquelle in Deutschland.
Bild: Kimmo Taskinen/STT-Lehtikuva, dpa

Dieses Jahr breiten sich die Hanta-Viren bei uns rasant aus. Seit Jahresbeginn wurden 460 Menschen infiziert. Symptome und Infektion: Die Infos zum Hantavirus.

Experten rechnen in diesem Jahr in bestimmten Gebieten Deutschlands wieder mit überdurchschnittlich vielen Hantavirus-Erkrankungen. "2019 ist ganz deutlich ein Ausbruchsjahr", sagte Mirko Faber, Wissenschaftler am Robert Koch-Institut in Berlin (RKI) der Deutschen Presseagentur. Seit Januar 2019 wurden dem RKI etwa 460 Hantavirus-Fälle gemeldet. Besonders betroffen sind Faber zufolge die Schwäbische Alb, die Räume Stuttgart und Osnabrück, Unterfranken, der Bayerische Wald, der Osten Hessens, der Westen Thüringens und das Münsterland.

Rötelmaus: Zahl der Hantavirus-Infektionen hängt mit Populationen zusammen

Trotzdem sei der aktuelle Ausbruch bisher nicht mit dem starken Hantavirus-Jahr 2012 vergleichbar, so Faber. Damals registrierte das RKI im gleichen Zeitraum mehr als 1100 Fälle, im gesamten Jahr entstand der bisherige Rekordwert von etwa 2800 Hantavirus-Infektionen. In anderen Jahren gab es deutschlandweit jährlich weniger Hantavirus-Erkrankungen, als aktuell innerhalb von sechs Monaten.

Im vergangenen Jahr beispielsweise erkrankten im ersten Halbjahr nur halb so viele Menschen an Hantavirus, wie in diesem Jahr. Starke jährliche Schwankungen sind beim Hantavirus allerdings üblich, weil die Wahrscheinlichkeit für eine Ansteckung mit der Dichte an infizierten Rötelmäusen zusammenhängt. "Viele Menschen infizieren sich, wenn es viele infizierte Rötelmäuse gibt", sagte Faber. Insbesondere in Buchen-Mastjahren bekommen die Mauspopulationen durch das große Futterangebot einen Schub.

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Hantavirus: Symptome und Schutz

Hanta-Viren werden über Rötelmäuse verbreitet, die das Virus über Kot und Urin ausscheiden. Menschen infizieren sich meistens, indem sie erregerhaltigen Staub einatmen. Dieser sollte deshalb laut Experten vor Reinigungsarbeiten befeuchtet werden.

Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht unter anderem beim Umschichten von Holzstapeln sowie beim Reinigen und Aufräumen von Dachböden, Kellern, Garagen und Schuppen. Zu Berufsgruppen mit einem gewissen Risiko zählten etwa Förster, Jäger und Bauarbeiter, so Faber.

Hanta-Virus-Erkrankungen verlaufen meist harmlos und ähnlich wie Grippe mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. In schweren Fällen kann es auch zu einem vorübergehenden Nierenversagen kommen. Das gemeinsame Auftreten von hohem Fieber, Rücken- und Bauchschmerzen und Problemen beim Wasserlassen kann auf eine mögliche Hanta-Virus-Infektion hinweisen. Nur die Symptome können behandelt werden, eine Impfung gibt es nicht. In anderen Regionen vorkommende Typen des Virus können schwerwiegendere Erkrankungen auslösen. (AZ, dpa)

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