Das Mesenterium, das in Fachkreisen auch als Gekröse bekannt ist, ist der Medizin nicht unbekannt. Die Bänder halten verschieden Abschnitte des Darms im Körper zusammen. Irische Forscher wollen nun jedoch herausgefunden haben, dass diese Bänder zusammengehören und so ein Organ bilden. Alle Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit zum Gekröse veröffentlichten Calvin Coffey und Peter O'Leary im Fachblatt The Lancet.
Mesenterium: Organ befestigt Darm an Bauchwand
Vier Jahre lang untersuchten die beiden Forscher und ihr Team am Universitätskrankenhaus Limerick in Irland das Mesenterium. Anhand ihrer Erkenntnisse über die anatomischen und funktionalen Eigenschaften konnten die Wissenschaftler das Gekröse am Ende ihrer Forschung offenbar zweifelsfrei als Organ einstufen.
Das Gekröse ist eine Falte am Bauchfell, die sowohl den Dünndarm als auch den Dickdarm an der Bauchwand befestigt. Laut Coffey und O'Leary ging die Medizin bislang davon aus, dass das Gekröse aus mehreren, von einander unabhängigen Strukturen besteht. Erst dank der beiden Forscher sei es möglich, das Mesenterium nun zweifelsfrei als Organ einzuordnen.
Coffey und O'Leary betonen, dass weitere Studien zur Erforschung des Mesenteriums nötig seien. Schon jetzt jedoch könne man die Erkenntnis besonders angesichts einiger Erkrankungen im Darmbereich verwenden - die Tatsache, dass das Gekröse nun als Organ gilt, könnte laut den Forschern die Therapieansätze verändern. Neue Möglichkeiten zur Diagnose und Behandlung könnten dadurch entstehen.
Gekröse als Organ - keine wirklich neue Erkenntnis
Gleichzeitig halten einige Mediziner dazu an, die offenbar bahnbrechenden Neuigkeiten zum Gekröse kritisch zu sehen. Zwar zeigten die beiden irischen Wissenschaftler in ihrer Forschungsarbeit Aufbau und Funktionen des Mesenteriums auf, ebenso wie sie auch einige Krankheiten identifizieren, die man auf das Mesenterium zurückführen könnte. Die Erkenntnis, dass das Gekröse ein Organ ist, sei jedoch nicht neu, sagt beispielsweise eine Anatomieprofessorin gegenüber dem mdr. AZ
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Zahlen und Fakten zum Nobelpreis
Spannende Zahlen und Fakten zum Nobelpreis und seinen Trägerinnen und Trägern:
Der in Russland geborene US-Bürger Leonid Hurwicz gewann 2007 die Wirtschaftsauszeichnung - er war 90 und damit älter als jeder andere bisherige Preisträger.
Hurwicz starb nur wenige Monate nach seinem späten Triumph.
Die britische Autorin Doris Lessing setzte 2007 einen neuen Altersrekord beim Literaturnobelpreis. Sie war 87 Jahre alt.
Erst 25 Jahre alt war der Brite Lawrence Bragg, als er 1915 den Physiknobelpreis zugesprochen bekam.
Der Altersdurchschnitt aller Preisträger in sämtlichen Kategorien von 1901 bis 2012 ist 59 Jahre.
Bislang wurden knapp 800 Mal Männer, aber nur 44 Mal Frauen ausgezeichnet - darunter Marie Curie als einzige Frau zweimal.
Der Wirtschaftsnobelpreis ging bisher nur einmal nicht an einen Mann: 2009 gewann Elinor Ostrom aus den USA.
Unter den bisherigen Preisträgern sind sechs Väter und Söhne sowie ein Vater-Tochter- und ein Mutter-Tochter-Paar.
Auch drei Ehepaare wurden schon mit Nobelpreisen bedacht.
Im Zentrum steht dabei die Familie Curie: Das Ehepaar Pierre und Marie erhielt 1903 den Physiknobelpreis, Marie Curie wurde zudem 1911 in Chemie geehrt.
Die Träger des Literaturnobelpreises schrieben am häufigsten auf Englisch.
Sechs Mal ist es bislang vorgekommen, dass Preisträger die Annahme der Auszeichnung verweigerten.
Der Franzose Jean-Paul Sartre lehnte 1964 den Literaturnobelpreis ab, der damalige vietnamesische Ministerpräsident Le Duc Tho wies 1973 den Friedensnobelpreis zurück, weil er ihn nicht mit US-Außenminister Henry Kissinger teilen wollte.
Die Nazis zwangen Richard Kuhn (Chemie, 1938), Adolf Butenandt (Chemie, 1939) und Gerhard Domagk (Medizin, 1939) zur Ablehnung.
1958 sorgten die sowjetischen Behörden dafür, das Boris Pasternak den Literaturnobelpreis nicht annahm.
Drei Träger des Friedensnobelpreises waren bei Bekanntgabe ihrer Auszeichnung inhaftiert: der deutsche Pazifist und Journalist Carl von Ossietzky 1935, die birmanische Oppositionelle Aung San Suu Kyi 1991 und der chinesische Dissident Liu Xiabao 2010.
Diese Entdeckungen aus 2016 könnten unser Leben verändern Gravitationswellen, Metalinsen, Designer-Proteine: Das hat 2016 die Welt der Wissenschaft in Atem gehalten – und könnte teilweise auch unser Leben künftig verändern.