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"Religionsmonitor"

11.07.2019

Studie: Der Islam wird noch immer negativ wahrgenommen

Die Studie sieht bei religiöser Toleranz Defizite - vor allem der Islam hat es schwer und wird von vielen negativ wahrgenommen.
Bild: Frank Rumpenhorst, dpa

Die religiöse Vielfalt in Deutschland ist gewachsen. Was macht das mit Einstellungen gegenüber Demokratie und Toleranz? Eine Studie zu Religion gibt Aufschluss.

Ob Judentum, Christentum oder Islam - bei den Angehörigen der verschiedenen Religionen stoßen demokratische Werte und Prinzipien einer Studie zufolge auf breite Zustimmung. Die große Mehrheit von 89 Prozent der Bevölkerung - über alle Religionen hinweg - hält die Demokratie in Deutschland für eine gute Regierungsform. Das hat eine am Donnerstag von der Bertelsmann Stiftung veröffentlichte Studie auf Basis des repräsentativen "Religionsmonitors" ergeben. Bei religiöser Toleranz sieht die Untersuchung aber Defizite. Vor allem der Islam habe es schwer und werde von vielen negativ wahrgenommen. 

Studie zu Religion: Hälfte der Befragten empfindet Islam als Bedrohung

Mit Zuwanderung und Globalisierung ist die religiöse Vielfalt in Deutschland gestiegen. Weder diese Pluralität noch der Grad der Religiosität beeinflussen der Analyse zufolge die Einstellungen zur Demokratie. "Angehörige egal welcher Religion können gute Demokraten sein", betonte Studienautor und Religionssoziologe Gert Pickel

Auf Dauer schädlich für die Demokratie seien hingegen dogmatische, rigide Glaubensvorstellungen und Intoleranz gegenüber anderen Religionen. Hier sieht die Untersuchung Anlass zur Sorge, denn: Die Hälfte der Befragten empfindet den Islam als Bedrohung. In Ostdeutschland, wo wenig Muslime leben, fallen die Vorbehalte stärker aus als im Westen. So wollen laut Erhebung 30 Prozent im Osten und 16 Prozent im Westen keine Muslime als Nachbarn. 

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Mehrheit von Christen, Muslimen und Konfessionslosen ist für Demokratie

Solche abgrenzenden, ablehnenden Haltungen könnten die demokratische politische Kultur gefährden, warnte Pickel. Bundesweit wird die Zahl der Muslime auf rund fünf Millionen geschätzt, mit 1,5 Millionen leben unter allen Bundesländern die meisten in Nordrhein-Westfalen.

Die recht weit verbreitete Islamskepsis sei aber nicht unbedingt mit Islamfeindlichkeit gleichzusetzen, betonte Stiftungsexpertin Yasemin El-Menouar in Gütersloh. Diese sei allerdings definitiv vorhanden bei 13 Prozent der Bevölkerung, die die Zuwanderung von Muslimen stoppen wollten. 

Der Studie zufolge erweist sich aber die demokratische Kultur grundsätzlich als ein stabiles, von der breiten Mehrheit getragenes Fundament: Unter Christen sprechen sich 93 Prozent, unter Muslimen 91 Prozent, unter Konfessionslosen 83 Prozent für die Demokratie aus. (dpa)

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