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Abnehmen

18.06.2016

Ungewollter Gewichtsverlust: Dahinter stecken oft Magen-Darm-Erkrankungen

Ohne Diät viel Gewicht in kurzer Zeit verloren? Bei ungewollt starkem Gewichtsverlust sollte man zum Arzt gehen. (Symbolbild)
Bild: Patrick Pleul, dpa

Starker Gewichtsverlust ohne Diät sollte als Warnsignal des Körpers ernst genommen werden, warnen Gastroenterologen. Denn Ursache ist oft eine Erkankung im Verdauungstrakt.

Wer ungewollt mehr als zehn Prozent seines Gewichtes innerhalb weniger Monate verliert, sollte einen Arzt aufsuchen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Denn hinter dem ungewollten Abnehmen stecken oft Magen-Darm-Erkankungen.

Zwar könnte der Gewichtsverlust auch auf nicht-gastroenterologische Erkrankungen wie eine Depression oder Probleme mit dem Zahnersatz zurückgehen. Doch in einem Drittel der Fälle sind Erkrankungen des Verdauungstraktes wie eine Infektion, eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung oder eine Unverträglichkeit die Ursache, teilt die DGVS mit.

Ungewollter Gewichtsverlust kann verschiedene Ursachen haben

Indiz dafür, dass ein Problem im Verdauungstrakt der Grund für das ungewollte Abnehmen ist, sind Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfungen. „Wenn der Körper die Nahrungsbestandteile nicht ausreichend aufspaltet oder resorbiert, sprechen wir von einem Malassimilations-Syndrom“, erklärt der Sprecher der DGVS-Arbeitsgemeinschaft Ernährungsmedizin in der Mitteilung des DGVS. Ursache dafür können verschiedene Erkrankungen sein, die unterschiedlich häufig vorkommen.

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„Da die Symptome oft unspezifisch sind, ist die Diagnostik eine Herausforderung“, erklärt Georg Lamprecht, Chefarzt der Abteilung für Gastroenterologie, Endokrinologie und Stoffwechselkrankheiten am Universitätsklinikum Rostock. Bauchschmerzen und Durchfall könnten etwa auf eine Gluten-Unverträglichkeit, eine Entzündung des Dickdarms oder auf die chronisch-entzündliche Darmerkrankung „Morbus Crohn" hinweisen. Aber Bauchschmerzen und Durchfall können auch auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse verweisen oder Folgen einer Operation im Bauchraum sein, die schon länger zurückliegt.

Starker Gewichtsverlust: Schwierige Diagnose bei Magen-Darm-Krankheiten

Um die Krankheit richtig identifizieren zu können, ist laut Lamprecht die Hilfe der Patienten gefragt: Sie sollten ihre Beschwerden möglichst genau beschreiben. Wann treten die Schmerzen auf, vor oder nach dem Essen? Wechseln sich Durchfall und Verstopfung ab? Ist der Stuhl wässrig?

Aber auch die Untersuchung von Blut, Urin und Stuhl im Labor können dem Arzt helfen, die richtige Diagnose zu stellen. Lamprecht betont, dass es für die Patienten wichtig sei, das Problem zu erkennen und sich ärztliche Hilfe zu suchen, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Denn Magen-Darm-Erkankungen führen nicht nur zu Gewichtsverlust: Nimmt der Körper nicht ausreichend Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente auf, fühlen sich die Patienten müde und wenig leistungsfähig. (piar)

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