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Porträt

04.03.2019

Angie Mayer kennt ganz Pöttmes und ganz Pöttmes kennt sie

"Ich habe sie fast alle wieder erkannt", sagt Angie Mayer. Auch nach gut 25 Jahren zählt sie Namen und Vornamen ihrer damaligen Schützlinge im Kindergarten  St.Peter und Paul auf. Angie Mayer ist vergangenen Sommer nach über 40 Jahren Berufstätigkeit in Rente gegangen.
Bild: Herrmann Mayer

Plus Angela Mayer ist seit August Rentnerin. Ganz Pöttmes kennt die Kindergärtnerin. Verdient gemacht hat sie sich aber auch im Partnerschaftskomitee.

Wenn Angela Mayer etwas anpackt, dann hat das Bestand und ist von Dauer. Knapp 30 Jahre währte ihre Tätigkeit als Kindergärtnerin im Kindergarten St. Peter und Paul, die letzten elf Jahre war sie stellvertretende Leiterin im Kinderhort Adlerhorst. 20 Jahre stand sie an der Spitze des Partnerschaftskomitees, über zehn Jahre leitete sie die Pöttmeser Außenstelle der Volkshochschule (VHS). Sie habe ihre vielfältigen Aufgaben immer in Freude ausgeübt, versichert sie. „Die Arbeit mit den Kindern war eine Bereicherung in meinem Leben.“

Wer sie kennt, muss das bestätigen. Wer sie erlebt hat, weiß von ihrer Menschenfreundlichkeit, von ihrem Humor und ihrer unerschütterlichen Zuversicht, dass es immer lohnend sei, sich einzulassen auf die Menschen. Angie Mayer wuchs auf dem Bauernhof ihrer Eltern in Dinkelshausen (Gemeinde Ehekirchen) auf. Als eines von sechs Kindern musste sie früh in der Landwirtschaft mit anpacken und kümmerte sich als Zweitälteste um die kleineren Geschwister. Trotz der vielen Arbeit, spricht sie rückblickend von einer „wunderbaren Kindheit“, in der die Großfamilie stets im Mittelpunkt stand. Der Vater wollte, dass „sie rauskommt“ und schickte sie aufs Internat nach Neuburg an der Donau.

Seit 1977 lebt sie in der Marktgemeinde Pöttmes

Im Anschluss besuchte sie die Klosterschule St. Elisabeth in Augsburg. Die Prüfung zur Kinderpflegerin legte sie in Augsburg ab und bekam ihre erste Anstellung im Kindergarten der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Neuburg. 1977 heiratete sie Hermann Mayer und lebt seitdem in Pöttmes. Ihre beiden erwachsenen Kinder wohnen ebenfalls vor Ort. Angie Mayer ist mittlerweile dreifache Oma.

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Ihre Kindergartenkarriere in Pöttmes zog sich über fast 40 Jahre hin. Die ersten beruflichen Erfahrungen machte sie im damaligen Klosterkindergarten, der von den Schwestern Helmine und Celerine geleitet wurde. Sie war von Beginn an im jetzigen katholischen Kindergarten St. Peter und Paul tätig und wechselte von dort in den Hort, wo sie fünf Jahre von der Gemeinde als stellvertretende Leiterin übernommen wurde.

Wie sich die erzieherischen Schwerpunkte verändert haben

Sie durchlief sämtliche Stadien der von oben erlassenen pädagogischen Maßnahmen und Richtlinien. Gleichzeitig erlebte sie hautnah, wie sich innerhalb der Familien die erzieherischen Schwerpunkte und Wertigkeiten verlagerten, bereits die Kleinsten vom Konsum, der Hektik, den Medien ausgesetzt waren. Entsprechend mehrten sich die Ansprüche der Eltern an die Erzieherinnen, die immer wieder Erziehungsdefizite ausgleichen sollten. Ein Wechselbad der Gefühle und Befindlichkeiten für alle Betroffenen, in dem ihr stets das Wohl ihrer Schützlinge das Wichtigste war.

Getreu der Devise: „Es ist nie zu spät, um sich weiterzubilden“, machte sie noch einige Jahre vor ihrer Pensionierung und neben ihrer Arbeit im Hort eine einjährige Ausbildung zur pädagogischen Fachkraft. Dies, sowie die eine lange Ausbildung im Bereich Montessori-Pädagogik, waren eine Bereicherung in ihrem Leben. „Für mich war das eine der besten Zeiten in meinen Leben“, sagt sie.

Angie Mayer betreute Generationen von Kindern

Angie Mayer kennt ganz Pöttmes und ganz Pöttmes kennt Angie Mayer. Sie betreute Generationen von Kindern, selbst noch die Kinder von Eltern, die sie einst als Zwei- oder Dreijährige bereits in ihrer Obhut hatte. „Meine kleine Buabn“ sagt sie und lacht, wenn sie von so manchem gestandenen Mannsbild spricht, der jetzt beim Bauhof zupackt und bei ihr Bauklötze aufeinander geschichtet hatte.

Noch als Kindergärtnerin bot sie an den Wochenenden Bastel- und Malkurse im heimischen geräumigen Untergeschoss an. Mit Leib und Seele führte sie Groß und Klein an die schöne Kunst des Bastelns heran, ließ Oster- und Weihnachtsgeschenke für ganze Familienclans anfertigen. Mit dem gleichen Elan leitete sie zehn Jahre die VHS-Außenstelle und gab selbst viele verschiedene Kurse im Erwachsenbereich.

Vor 20 Jahren wurde sie Vorsitzende des Pöttmeser Partnerschaftskomitees

Vor 20 Jahren trat sie die Nachfolge von Karl Hofmann an der Spitze des Partnerschaftskomitees an, ein Amt, das sie im Rahmen der Neuwahlen in diesem Monat abgeben wird. Sie hat immense Arbeit im Komitee geleistet. Ihr Einsatz bescherte Pöttmes die legendären historischen Markfeste und alle Jahre wieder das Marktfest. Die Freundschaft mit der französischen Partnerstadt La Haye-Pesnel und ihren Menschen war ihr eine Herzensangelegenheit, die sie auf sehr persönliche Art und mit nimmermüdem Engagement am Leben hielt. „Angie“, à la francaise und mit schönem Nasal, ist auch in La Haye-Pesnel ein Begriff und steht für eine Persönlichkeit, auf die jeder bauen kann.

„Ich möchte nichts missen. Es waren viele tolle, verantwortungsvolle Jahre“, sagt sie im Blick zurück. Ihre Lebensfreude ist ungebrochen, trotz gelegentlicher gesundheitlicher Einbrüche. „Hört auf euer Herz“, sagt sie und sie weiß genau, wovon sie spricht.

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