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Kooperation

03.07.2019

Ausbildung stirbt garantiert nicht aus

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Vertragsunterschrift bei Haimer: (von links) Elgar Straub (Geschäftsführer VDMA-Landesverband), Herbert Püls (Amtschef Kultusministerium), Peter Bole (Leiter Nachwuchsstiftung Maschinenbau) und Vorstandsvorsitzende Claudia Haimer.

Maschinenbau-Verband und Kultusministerium unterstreichen bei Firma Haimer Bedeutung des dualen Systems. Durch Digitalisierung werden Industrie-Fachleute noch wichtiger

Made in Germany: Mag sein, dass dieser Herkunftsnachweis, den die Briten Ende des 19. Jahrhunderts zur Abschreckung vor Importen aus dem Deutschen Reich einführten und der später zum Qualitätsmerkmal und Exportschlager wurde, heute nicht mehr so hoch im Kurs steht wie noch vor einigen Jahren. Nach wie vor aber sagt er einiges darüber aus, welchen Stellenwert Produkte, die in Deutschland geplant und gefertigt wurden, weltweit genießen. Damit dieses Image auch künftig Bestand hat, braucht man gut ausgebildete Fachkräfte, die dazu beitragen, dass speziell im Maschinen- und Anlagenbau Deutschland in puncto Export eine Topnation bleibt. Vor diesem Hintergrund ist der Kooperationsvertrag zu sehen, der zwischen der Nachwuchsstiftung Maschinenbau und dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus geschlossen wurde. Dass man sich dazu bei der Firma Haimer in Igenhausen (Hollenbach) traf, war alles andere als Zufall.

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Claudia Haimer, Vorstandsvorsitzende der Haimer GmbH, steht auch an der Spitze des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) Landesverband Bayern. Ihr Unternehmen zählt 800 Mitarbeiter weitweit, davon 500 in Igenhausen, und beliefert 100 Länder mit seinen Erzeugnissen. Die mittelständische, familiengeführte Firma entwickelt, fertigt und vertreibt hochpräzise Produkte für die Metallzerspanung; es ist auf diese Weise in den Branchen Automobil, Luft- und Raumfahrt, Energie, Schienenverkehr und allgemeiner Maschinenbau tätig. Die Zusammenarbeit mit der Nachwuchsstiftung besteht schon seit Längerem, somit wird sich im Alltagsgeschäft kaum was ändern. Gleichwohl betonte die Gastgeberin: „Wir freuen uns, dass es einen offiziellen Touch kriegt und Schulen mit ihren Lehrkräften auf die Lehrerweiterbildung in Zukunft leichter zurückgreifen können.“ Außerdem erklärte sie: „Wir werden beneidet um unser duales Ausbildungssystem.“ Dass die jungen Leute im Betrieb und in der Berufsschule auf ihre künftigen Aufgaben vorbereitet werden, ist keineswegs überall die Norm. Andere Länder wie beispielsweise die USA oder Japan denken darüber nach, ob man diesen Weg nicht auch einschlagen sollte. Doch dazu bedarf es enormer Vorleistungen.

Eine Kernaussage der Veranstaltung lautete: „Die duale Ausbildung muss mit der Digitalisierung Schritt halten.“ Mit diesem Satz stieß Claudia Haimer auf allgemeine Zustimmung: „Wir leben von der guten Ausbildung.“ Sie beklagt, dass manche Eltern ihre Kinder „mit Gewalt in ein Gymnasium stecken“. Ihr Sohn Andreas Haimer, der als Geschäftsführer tätig ist, warf ein: Jeder Jugendliche, der guten Willen zeige, könne heute eine Anstellung finden. Ähnlich äußerte sich Herbert Püls, Amtschef beim Kultusministerium: „Jeder kann sich entsprechend seinen Talenten weiterentwickeln.“ Für die Firma Haimer fand er lobende Worte: „Ein Unternehmen, das sich an der Weltspitze etabliert hat.“ Um Jugendliche zu lenken und zu leiten, sei viel Beratung nötig. „Unsere Fachkräfte sind der größte Schatz in Bayern“, fasste der gebürtige Oberfranke zusammen und bezeichnete das duale System als einen Erfolgsgaranten.

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Mit Zahlen untermauerte Püls seine These von der niedrigen Jugendarbeitslosigkeit in Bayern; im Freistaat liege sie bei 2,2 Prozent, in ganz Deutschland bei 4,1 Prozent und europaweit bei 5,6 Prozent: „Wir heben uns stark von allen Nachbarn ab.“ Der Ministerialdirektor plädierte dafür, den Wissens- und Technologietransfer im Maschinen- und Anlagenbau an den beruflichen Schulen zu fördern: „Mit einer guten Ausbildung öffnen sich für die jungen Leute alle Türen.“

Peter Bole, der Leiter der Nachwuchsstiftung Maschinenbau, berichtete von einer konkreten Maßnahme in seinem Hause: „Wir haben eine digitale Lernplattform entwickelt.“ Mit dem Verkauf von Lizenzen, die sich großer Nachfrage bei den Unternehmen erfreuen, wolle man die Aktualisierung dieser Software finanzieren. Denn die Entwicklung ist keineswegs abgeschlossen. Bole: „Die Daten, die wir verarbeiten, verdoppeln sich im Laufe eines Jahres.“

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