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Aichach

24.09.2020

Ausflugstipp: Diese Musical-Darstellerin rät zu einer Tour durch Aichach

Sängerin Janina Schmaus gemeinsam mit der „Stadthexe“ alias Sabine Dauber in der Aichacher Altstadt.
Bild: Edigna Menhard

Plus Die Musical-Darstellerin Janina Maria Schmaus empfiehlt für einen kleinen Ausflug eine Mittelaltertour durch ihre Heimatstadt Aichach.

Wenn Musical-Darstellerin, Synchronspecherin, Schauspielerin und Sängerin Janina Maria Schmaus mit ihrer großen Liebe zur Heimat, ihrem Geschichtsinteresse und ihrem heiteren sowie musikalischen Freundinnenkreis einen Ausflug vorschlagen soll, dann kommt etwas Spaßiges und bisschen Verrücktes dabei heraus: eine Gewandetenführung durch das mittelalterliche Aichach. Angeboten wird diese von der Stadthexe alias Sabine Dauber.

Diese macht im historischen Kleid – und mit frechen Sprüchen auf den Lippen – verschiedene Thementouren durch die Stadt, wie etwa Märchen-, Grusel-, Hexen- und Raunachtführungen. „Jeder Rundgang hat seinen eigenen Flair“, schwärmt Janina Maria Schmaus. Die Mittelaltertour sei für sie aber sehr spannend, weil sie dadurch einen anderen Blickwinkel auf ihre Heimat bekomme.

Sabine Dauber führt als Stadthexe durch Aichach

Heute wird bei dem Rundgang besonders viel gescherzt und gekichert, denn Janina Maria Schmaus, Sabine Dauber und die Teilnehmerinnen sind schon lange befreundet und treten gemeinsam als Salomes Töchter, eine Gruppe von Gauklerinnen, Sängerinnen, Bauchtänzerinnen und Feuerkünstlerinnen, bei Stadtfesten auf. Dass die Führung keine trockene Geschichtsstunde wird, das wird einem schnell klar – spätestens als die Clique sich im Badgäßchen auf den Bänken einer kleinen Grünfläche niederlässt und Sabine Dauber aus ihrem großen Basttragekorb Musikinstrumente, Notenblätter und eine Flasche Biorotwein herausholt. Denn unweit von diesem Platz befand sich früher nicht nur die Badeanstalt, es wurde zudem mit Wein gehandelt. Bestens gelaunt singen alle „Kommst du mal an ein Rasthaus“ – das ist zwar nicht mittelalterlich, macht aber sichtlich Spaß.

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Sabine Dauber erzählt von der Geschichte der Stadt. Ansiedlungen an diesem Ort gab es vermutlich schon vor mehr als 1000 Jahren. Erstmals erwähnt wurde die Kirche von Aichach 1153 in einer Chronik des Klosters St. Ulrich und Afra. Die Stadtrechte verlieh dem Ort Kaiser Ludwig der Bayer 1347. Den Aichachern ging es wirtschaftlich gut bis zum Dreißigjährigen Krieg. 1634 brannte die Stadt nach einer Belagerung nahezu völlig ab, Truppen zogen immer wieder durch die schwer mitgenommene Stadt an der Straße von Augsburg nach Regensburg. Die Bevölkerung wurde ermordet, starb an Krankheiten, verhungerte oder floh. Es dauerte lange, bis sich der Landstrich wieder bevölkerte. Die Heiratsbücher erzählen, dass sich Leute von weither, etwa von Süddeutschland und Österreich, ansiedelten.

Wo Archäologen in Aichach eine "Goldgrube" finden

Die Gruppe zieht weiter in die Spitalkirche Heilig Geist im Zentrum Aichachs. Da erklärt die Führerin, warum man Treppen nach unten steigen muss, um in die Kirche zu gelangen: Der Stadtplatz war im Mittelalter viel tiefer gelegen als heute. Doch der Schutt aus Kriegen, Feuersbrünsten und eingestürzten Häusern, ebenso Viehmist und Schmutz sind nicht weggeräumt, sondern lediglich verteilt worden. So sei über 600 Jahre eine sogenannte Kulturschicht von einem Meter entstanden, die für Archäologen eine Goldgrube sei.

Ausflugstipp mit Janina Maria Schmaus
Video: Edigna Menhard

Die Stadthexe macht darauf aufmerksam, dass es über der Spitalkirche noch Wohnungen gibt. Das sehe man gut von außen, seitlich im Badgäßchen sind über den Kirchenfenstern klassische Wohnfenster mit Scheibenkreuz zu erkennen. In den beiden Apartments leben nach wie vor Bewohner der Alten- und Pflegeheimstiftung. Dann geben in dem zweischiffigen Innenraum der Kirche Janina Maria Schmaus und Sabine Dauber gleich noch für die Freundinnen einen Choral zum besten: „Veni creator spiritus“, zu deutsch „Komm, Schöpfer Geist“. Dieser lateinische Hymnus aus dem neunten 9. Jahrhundert wendet sich direkt an den Heiligen Geist.

Im Anschluss macht sich die Gruppe wieder auf den Weg. Es gibt noch interessante Orte abzuklappern, Geschichten zu erzählen, einige Lieder zu singen – sogar gezaubert wird noch ein bisschen. Zur Belohnung wartet aber am Ende der Tour ein standesgemäßer „Hexenburger“ im Ferber’s im Klingerstadl.

Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der Vhs Aichach-Friedberg und auf der Internetseite zu Stadtführungen in Aichach.

In unserer Sommerserie geben bekannte Persönlichkeiten Ausflugstipps im Wittelsbacher Land. Hier sind weitere Teile der Serie:

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