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Aichach-Unterwittelsbach

04.05.2019

Ausstellung: Köstliches und Kostbares im Sisi-Schloss

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Eine Einladung an die Tafel des Wiener Hochadels ist die neue Sonderausstellung im Sisi-Schloss. Für die junge Sisi war der Prunk und das Hofzeremoniell eine neue Welt.
Bild: Gerlinde Drexler

Im Sisi-Schloss heißt es ab heute: „Imperiale Kostbarkeiten– Elisabeth zwischen Diät und Gaumenfreuden“

Hungrig sollte man besser nicht sein, wenn man die neue Sonderausstellung im Sisi-Schloss in Unterwittelsbach (Stadt Aichach) besucht. Auf Schritt und Tritt wird man in den Ausstellungsräumen an die „allerhöchste Hoftafel“ des Habsburger Hochadels eingeladen. Kaiserin Sisi, die für ihre Wespentaille berühmt war, war der feinen Küche am Wiener Hof nicht abgeneigt. Was und wie man dort tafelte oder wie die Hofküche aussah, zeigt die Sonderausstellung „Imperiale Köstlichkeiten – Kaiserin Elisabeth zwischen Diät und Gaumenfreuden“. Sie ist am sofort bis zum 27. Oktober im Schloss zu sehen. Dazu gibt es wieder ein umfangreiches Rahmenprogramm.

Die Küche am Wiener Hof war berühmt. Der Reigen der Köstlichkeiten reichte vom bekannten Wiener Schnitzel über die Kaisersemmel und die Salzstangerln bis zu den Salzburger Nockerln. Ein eigener Hofstaat kümmerte sich um das leibliche Wohl der Monarchin. Sogar auf ihren Reisen begleiteten sie Zuckerbäcker und mehrere Köche.

Erlesenes Glas, aufwendige Bestecke

Kostbares Porzellan, erlesene Gläser und aufwendige Bestecke gehörten zum Alltag der Kaiserin. Ebenso wie den Anlässen angepasste Garderoben, die jeder Festlichkeit eine besondere Note verliehen. Der exzentrische Stil der Kaiserin setzte Modetrends, denen der Adel an den Höfen Europas nacheiferte. So bekam zum Beispiel das bekannte Wiener Porzellan aus dem Augarten durch Sisi einen neuen Stellenwert. Begabte Silber- und Goldschmiede zauberten Kreationen, die jede Tafel zur Augenweide werden ließen.

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All das ist in der Sonderausstellung zu sehen. Besucher tauchen ein in die Welt der Tafelkultur am Hof der Habsburger. Sie erfahren, wie eine Kaiserliche Tafel gedeckt ist und was den Unterschied zur Familientafel ausmacht. Edles Glas, das bei Hofe verwendet wurde, ist zu sehen. Ebenso wie Porzellan aus den beiden Manufakturen Meissen und Wien, die seit dem 18. Jahrhundert zu den berühmtesten in Europa zählten. Jeder, der im Biedermeier etwas auf sich hielt, besaß Porzellan aus diesen Manufakturen.

Kaffeehauskultur kommt nicht zu kurz

Ein kleines Kaffeezimmer, wie Elisabeth es liebte, ist in der Ausstellung zu sehen. Hierhin lud die Kaiserin Menschen ein, die ihr wichtig waren und von denen sie sich Zerstreuung im Alltag erhoffte. Auch die österreichische Kaffeehauskultur kommt nicht zu kurz. Besucher können sich informieren, was ein „Brauner“, ein „Verlängerter“ oder ein „Franziskaner“ ist.

Original Küchenjournale und Kochbücher liegen in der „Hofküche“ aus. Zu Zeiten Elisabeths betrug das Jahresbudget für die Kaiserliche Küche etwa drei Millionen Euro. Ein Großteil davon entfiel auf die Bankette. Etwa 6000 Euro fielen täglich nur für die Vorratshaltung des Hofes an.

Im Laufe des Jahres gab es viele Anlässe in der österreichischen Herrscherdynastie für größere und kleinere Feiern. Die Menüfolge war genau vorgeschrieben und wurde penibel eingehalten. Das galt für Taufen ebenso wie für persönliche Feiern, Krönungen oder Begräbnisse. Eine streng reglementierte Welt am kaiserlichen Hof, die für Sisi einen starken Kontrast zu dem darstellte, was sie aus ihrer Kindheit kannte. In ihrer Familie gab es eher ein fast bürgerliches Mahl.

Lesen sie dazu über die letzte Sonderausstellung: Eine Kaiserin zwischen „Lust und Leid“

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