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Sitzung II

09.11.2017

Bauherren im Altort kommen leichter an Zuschüsse

Der Markt Pöttmes will Haus- und Grundstücksbesitzer auch weiterhin durch Zuschüsse animieren, im Ortskern Wohnraum zu schaffen – entweder durch einen Neubau oder durch den Umbau bestehender Gebäude.

Pöttmes vereinfacht die 2015 eingeführte Wohnbauförderung. Wie viel Geld Bauherren erwarten können

Seit zwei Jahren gibt der Markt Pöttmes Bauherren einen Zuschuss, wenn sie Wohnraum im Altort schaffen. Die Wohnbauförderung wurde auf Antrag der CSU-Fraktion eingeführt und seit Ende 2015 nach Angaben der Marktgemeinde sechs Mal beantragt. In der Praxis hat sich gezeigt, dass die Förderung in ihrer bisherigen Form umständlich ist. Deshalb beschloss der Marktgemeinderat am Dienstagabend, sie zu vereinfachen.

Davon sollen die Antragsteller und die Verwaltung gleichermaßen profitieren. Wie Peter Fesenmeir vom Bauamt den Gemeinderäten erläuterte, mussten Bauherren bislang alle Rechnungen vorlegen, weil der Zuschuss nach den tatsächlich anfallenden Kosten berechnet wurde. Die für beide Seiten zeitaufwendige Zettelwirtschaft soll nun ein Ende haben. Die Marktgemeinderäte stimmten dem Vorschlag der Verwaltung zu, die Förderung nach der Wohnfläche zu bemessen, die im Zuge eines Um- oder Neubaus entsteht. Bürgermeister Franz Schindele sagte: „Ziel ist die Wohnraumschaffung. Egal, wie viel Geld er (der Bauherr, Anm. d. Red.) dafür ausgibt.“

Nicht anfreunden konnten sich zehn der 17 anwesenden Gemeinderäte damit, die Höchstfördersummen für Neubauten um ein Drittel auf 5000 Euro zu senken. Fesenmeir hatte zuvor dafür geworben. Er verwies auf Erfahrungen, wonach Neubauten bislang grundsätzlich die maximale Fördersumme erreichen, Modernisierungen oder Nutzungsänderungen hingegen oft darunter liegen – vor allem, wenn viel in Eigenleistung gemacht wird. Er riet dazu, dieses Ungleichgewicht zu beheben, um einen Anreiz für die Sanierung beziehungsweise den Umbau bestehender Gebäude zu schaffen. Das war der CSU jedoch zu weit entfernt von ihrem ursprünglichen Anliegen. Fraktionssprecher Mirko Ketz sagte: „Ob Neubau oder Sanierung, ist für uns zweitrangig.“ Der Fraktion sei es darum gegangen, „den vorhandenen Raum innerorts zu nutzen, damit wir nicht weiter raus in die Fläche müssen“.

Diese sogenannte Nachverdichtung ist zwar politisch gewollt, um den steigenden Flächenverbrauch einzudämmen; sie scheitert im Landkreis aber oft daran, dass Eigentümer von Grundstücken in den Ortskernen andere Pläne haben, als sie zu bebauen oder zu verkaufen. Mit einer Mehrheit von 10:7 Stimmen votierte der Marktgemeinderat für den Antrag der CSU, Alt- und Neubau gleich zu behandeln und 50 Euro Zuschuss pro Quadratmeter entstehender Wohnfläche zu geben, insgesamt maximal 7500 Euro pro Objekt. Dafür stimmten die komplette CSU-Fraktion, Anton Neukäufer und Thomas Golling vom Bürgerblock sowie Alwin Wagner (CWG). Dagegen waren Bürgermeister Schindele, Dritter Bürgermeister Thomas Huber, Bärbel Pawel und Manfred Graser vom Bürgerblock sowie Erich Poisl, Helmut Drittenpreis und Johannes Riedelsberger von der CWG. Mit exakt umgekehrtem Stimmenergebnis war zuvor der Antrag der Verwaltung abgelehnt worden.

Der Kirchhof im Ortsteil Echsheim wird für voraussichtlich rund 190000 Euro saniert. Der Markt gewährt dafür einen Zuschuss von knapp 6000 Euro. Im Zuge der Arbeiten wird auch der Vorplatz des gemeindlichen Leichenhauses neu gestaltet. Die Kosten dafür: 24000 Euro. (nsi)

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