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Ausstellung

21.08.2019

„Bayern und das Meer“ in Schrobenhausen

Rotarier und Lions nahmen sich das Thema „Bayern und das Meer“ vor. Durch die Ausstellung im Schrobenhausener Pflegschloss-Museum führte sie Nikolaus Graf Sandizell (rechts).
Bild: Franz-Josef Mayer

Nikolaus Graf Sandizell führt Rotarier und Lions-Mitglieder aus Aichach und der Lenbachstadt durch eine Schau im Pflegschloss, bei der er selbst zentrale Persönlichkeit ist. Es geht um Schätze gesunkener Schiff

„Bayern und das Meer“, eine Ausstellung im Schrobenhausener Pflegschloss-Museum, war das gemeinsame Ziel der beiden Service-Clubs aus Aichach und Schrobenhausen: die Rotarier und die Lions. Nikolaus Graf Sandizell führte den Kreis von Interessenten durch die Schau.

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Nikolaus Graf Sandizell ist selbst die zentrale Persönlichkeit der Ausstellung. Graf Sandizell hat über 15 Jahre mit der Crew seines Forschungsunternehmens Arqueonautas nach Schätzen gesunkener Handelsschiffe früherer Jahrhunderte gesucht. Aus diesen Ergebnissen stammt ein Großteil der Ausstellung. Sie wird ergänzt mit Exponaten von Spezialmuseen.

Graf Sandizell schilderte, wie er nach Managementaufgaben in der Industrie recht zufällig an die Frage kam, ob er nicht ein Unternehmen zur Bergung verschollener Handelsschiffe gründen wolle. Er lebte damals in Portugal. Das Land hatte per Gesetz erlaubt, gesunkene Schiffe zu orten und die Schätze unter staatlicher Kontrolle zu bergen. Nach Befragung von Experten weltweit stellte er ein kompetentes Team zusammen und wagte das Risiko.

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Die Ausstellung in Schrobenhausen teilt sich in zwei Aspekte. Zum einen wird die Geschichte der Seefahrt und der Handelswege dargestellt. Zum anderen wird die moderne Tauchtechnik zur Tiefseeforschung und zur Bergung von Gütern gezeigt. Graf Sandizell schilderte die Herausforderungen des Tauchens und berichtete Details von den Expeditionen, die von der Mannschaft viel Durchhaltevermögen verlangen.

Ausfahrten über drei oder vier Wochen mussten genutzt werden, ein zu früher Abbruch etwa wegen Depressionen an Bord wäre für das Unternehmen zur finanziellen Belastung geworden. Dem Auge des Besuchers wird in der Ausstellung so einiges geboten. Das reich von chinesischem Porzellan bis zu portugiesischen Münzen früherer Jahrhunderte, dazu persönliche Ausrüstung der Seeleute, auch Waffen, Kanonen und Spieße, mit denen die Schiffe zur Abwehr von Piraten gerüstet waren. Eine Marktszene und Landkarten zeigen, wie die Waren auf schwierigen Routen über die Weltmeere nach Bayern kamen, nicht zuletzt durch die Fugger. In die heutige Zeit führen zwei ergänzende Kapitel: Zum einen zeigen die Schrobenhausener Bauer-Firmen, wie mit Bohrtechnik derzeit Windkraftanlagen auf dem Meeresboden gegründet werden. Außerdem weist eine aufwühlende Darstellung auf die Verschmutzung der Meere hin, speziell durch Plastikmüll.

Die beiden Präsidenten, Gerhard Lehrberger von den Rotariern und Josef Schwaiger von den Lions, bedankten sich bei Graf Sandizell mit Rotwein. Am Ende stand der Hinweis, dass die Ausstellung, die Mitte August zu Ende gehen sollte, bis weit in den Herbst hinein verlängert wird. (AN)

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