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Aichach

22.12.2020

Der Aichacher "Kirchenbaumeister" geht

Kirchenpfleger Günter Füllenbach und Stadtpfarrer Herbert Gugler ganz oben: Die Aufnahme stammt von der Aichacher Kirchturmspitze und entstand im Zuge der Bauarbeiten.
Bild: Martin Ruhland

Plus Günter Füllenbach hat sich in 15 Jahren als Kirchenpfleger der Stadtpfarrei Aichach vor allem um Baumaßnahmen gekümmert.

Vor allem Baumeister war Günter Füllenbach während seiner 15 Jahre als Kirchenpfleger in Aichach. In seine Amtszeit fallen die umfangreiche Renovierung der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt sowie Umbau und Sanierung des Pfarrhofes. „Es war eine prägende Zeit meines Lebens“, sagt der 78-Jährige. Den Abschluss der beiden Großprojekte sah der gebürtige Rheinländer als den richtigen Zeitpunkt, um sein Amt abzugeben. Nachfolgerin ist Marion Anderl, die sich bereits seit Jahren in der Pfarreiengemeinschaft engagiert.

Günter Füllenbach lebt seit 20 Jahren in Aichach

Füllenbach ist der Kirche von Kindesbeinen an verbunden. Als er vor 20 Jahren nach Aichach zog, ahnte er jedoch nicht, wie eng seine Bindung gerade an diese Pfarrei werden würde. Wie an allen seinen Wohnorten zog es den pensionierten Berufsoffizier zum Kirchenchor. Der 78-Jährige wurde Mitglied des Kammerchores und kam so in Kontakt mit dem damaligen Stadtpfarrer Johann Schmidt, mit dem er die Leidenschaft für Kirchenmusik teilte.

Als der damalige Kirchenpfleger Hans Wolf Ende 2005 aus Altersgründen aufhörte, wurde Füllenbach sein Nachfolger. Der 78-Jährige erinnert sich: „Ich habe zugesagt, ohne mir Gedanken zu machen, was das Amt hergibt.“ Bald ging ihm auf, dass damit mehr als nur der finanzielle Aspekt verbunden war. Mit einem Weißeln der Kirche, wie Stadtpfarrer und Kirchenpfleger ursprünglich überlegt hatten, würde es auch nicht getan sein. Das hatte eine genauere Inspektion des Gebäudes ergeben.

Mit dem Untergeschoss des Kirchturms fängt alles an

Die alte Priestersakristei im Untergeschoss des Turms war das erste kleine Sanierungsprojekt. „Eine Übungseinheit“ nennt Füllenbach es heute mit einem Schmunzeln. Denn danach ging es erst richtig los. Ein statisches Gutachten für die Kirche wurde eingeholt und der Dachboden entrümpelt. Dann begann scheibchenweise die Sanierung des Gotteshauses. Zuerst das südliche, dann das nördliche Außenschiff, dann der Dachstuhl, das Langhaus und der Chor. Nach Abschluss der Außensanierung ging es im Inneren der Stadtpfarrkirche weiter.

Auch im Inneren wurde die Aichacher Stadtpfarrkirche komplett renoviert.
Bild: Gerlinde Drexler (Archivbild)

Als Kirchenpfleger habe er sich als eine Art „Koordinator“ zwischen der Pfarrei und dem Münchner Ingenieurbüro Wolfrum & Römer gesehen, sagt Füllenbach. „Man fühlt sich verantwortlich, weil man sich mit dem Gebäude immer mehr auseinandersetzt", sagt er. Vom Baugewerbe hatte der 78-Jährige damals keine Ahnung: „Aber ich habe dazu gelernt und an Erfahrung gewonnen.“ Streckenweise sei seine ehrenamtliche Arbeit fast eine Art Berufstätigkeit geworden. Füllenbach betont: „Es hat mir immer Freude gemacht und hielt mich lebendig.“ Unterstützt hat ihn seine Frau Maria Helene, die ihm den Rücken frei hielt.

Als „sehr sportlich“ bezeichnet der 78-Jährige, dass parallel zu den Sanierungsarbeiten an der Kirche der Umbau und die Renovierung des Pfarrhauses liefen. „Das habe ich gelegentlich gemerkt, wenn ich nachts nicht mehr so gut schlafen konnte“, so Füllenbach.

Auch der Umbau des Aichacher Pfarrhauses fiel in die Amtszeit von Günter Füllenbach.
Bild: Gerlinde Drexler (Archivfoto)

Jetzt sind die beiden Millionenprojekte abgeschlossen. Darum sei der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen, findet Füllenbach. Seine Bilanz fällt positiv aus: „Es war eine arbeitserfüllende Zeit, die mir viel gebracht hat.“ Das gute Einvernehmen zwischen Pfarrer und Kirchenpfleger ziehe sich durch die ganzen Jahre der Renovierung. Der 78-Jährige betont: „Auch mit Stadtpfarrer Herbert Gugler war es immer ein Gespann, das gepasst hat.“

Der vierfache Großvater freut sich, dass er ab dem kommenden Jahr von der Verantwortung und den Verpflichtungen eines Kirchenpflegers entbunden ist. Dann hat er wieder mehr Zeit, sich seinen Hobbys Musik und Lesen zu widmen. Seiner Nachfolgerin Marion Anderl will er bei Bedarf zur Seite stehen.

Marion Anderl ist neue Kirchenpflegerin in Aichach.
Bild: Thomas Anderl

Die 37-jährige Anderl hilft in der Pfarreiengemeinschaft schon seit Jahren unter anderem bei der Organisation des Pfarrfaschings oder der Firmung mit. Die Steuerfachangestellte hatte an einem früheren Arbeitsplatz auch schon mit Kirchenbuchhaltung zu tun. „Mir ist die Materie nicht fremd“, sagt die Aichacherin. Pläne, was sie angehen will, hat sie zunächst noch keine. Anderl: „Ich lasse mich überraschen, was kommen wird.“

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