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Natur

13.07.2018

Es summt und brummt am Grubethaus in Aichach

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Am neuen Gebäude des Lehrbienenstands am Grubethaus in Aichach fliegen die Bienen schon jetzt fleißig ein und aus. Am Sonntag wird die Halle in feierlichem Rahmen eingeweiht.
Bild: Christoph Lotter

Das neue Gebäude des Lehrbienenstands wird am Sonntag eingeweiht. Was sich durch den Neubau verändert und warum nicht nur der Imkernachwuchs profitiert.

Es summt und brummt in der neuen Holzhalle am Grubethaus in Aichach. Unzählige Bienen fliegen um Gregor Zach herum und krabbeln neugierig auf seinen Armen umher. Die Abendsonne bahnt sich derweil sanft ihren Weg durch die verdunkelten Fenster und hüllt den Raum in diffuses Licht. Dann öffnet Zach das große Rolltor, das bisher den Eingang verschloss, und das neue Gebäude des Lehrbienenstandes wird mit Licht geflutet.

Gleichzeitig beginnt der Vorsitzende des Imkervereins Aichach zu erzählen: „Wir mussten die Fenster abhängen, weil die Bienen immer zum Licht fliegen. Die hätten sonst nicht mehr aus dem Raum herausgefunden.“ Zehn Meter in der Breite und 15 Meter in der Länge misst die neue Halle, die am Sonntag eingeweiht wird. Zach deutet auf die vielen Bienenstöcke, die in Reih und Glied eine gesamte Längsseite des Gebäudes in Beschlag nehmen. Die Holzkästen bieten insgesamt zwölf Bienenvölkern mit jeweils rund 3000 Tieren eine Heimat.

Bislang standen für den Imkernachwuchs nur fünf Völker zur Verfügung. Schlicht zu wenig, erklärt Zach, denn das Interesse an dem kostenlosen Ausbildungsangebot der sieben Imkervereine aus dem Landkreis sei groß. Seit März wurde bereits in der Halle gelehrt. „Ursprünglich hatten wir dieses Jahr mit 24 Teilnehmern geplant – je ein Bienenvolk für zwei Imker. Jetzt sind es aber doch 30 Teilnehmer geworden.“ Der Neubau war aber nicht nur aus Platzgründen notwendig: Bisher konnten die Kurse nur draußen stattfinden. Mit der neuen Halle ist es möglich, den Praxisunterricht auch drinnen abzuhalten, bei jedem Wetter. Das alte Gebäude von 2004 wird dennoch weiterhin gebraucht, sagt Zach. Dort wird in Zukunft der Theorieteil stattfinden. „Außerdem dürfen wir wegen der Auflagen für die Förderung keinen Honig in der neuen Halle produzieren. Geschleudert wird deshalb weiterhin im alten Gebäude.“

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EU unterstützt Bau finanziell

Für die Erweiterung des Lehrbienenstandes erhielt der Imkerverein finanzielle Unterstützung von der Europäischen Union. Das Programm „Leader“ für regionale Förderung stellte für den Bau der Halle 22000 Euro zur Verfügung – knapp ein Viertel der Gesamtkosten, schätzt Zach. Wobei er betont, dass die Hälfte der Arbeiten in ehrenamtlicher Eigenleistung bewältigt wurde. „Ansonsten wäre die Halle wohl nicht finanzierbar gewesen.“ Die Auflagen für die Förderung seien anspruchsvoll gewesen, berichtet Zach: „Gleich drei Mal war ein Gutachter während der Arbeiten vor Ort und kontrollierte die Lage.“ Doch der enorme Nutzen des Projektes für den Landkreis habe die Verantwortlichen überzeugt. Denn auch wenn die Mitgliederzahlen des Kreisimkervereins in den vergangenen zehn Jahren um ein Viertel gestiegen ist und die Zahl der Bienenvölker stetig zunimmt, so sei die flächendeckende Verteilung der Bienen aus den 70er- und 80er- Jahren noch nicht erreicht, sagt Zach: „Die Zahl der Imker im Landkreis steigt zwar, aber die meisten haben nur noch zwei oder drei Völker. Früher hatte jeder Imker bis zu 20 Völker.“ In Zahlen bedeutet dies: Etwa 3300 Bienenvölker gibt es aktuell im Wittelsbacher Land. Die konstante Ausbildung von Bienenzüchtern habe deshalb eine große Bedeutung.

Um auch Nicht-Imkern zeigen zu können, wie man die Bienen tatkräftig unterstützen kann, haben die Imker auch das Freigelände um die Häuser neu gestaltet. Besucher des Grubethauses können ab sofort jederzeit ein Schaubeet mit besonders bienenfreundlichen Pflanzen und einen Lehrpfad mit zwölf Stationen begutachten. „Wir wollen die Menschen für die Natur sensibilisieren und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit stärken, aber auch Tipps für die bienenfreundliche Gartengestaltung geben“, erklärt Zach.

Eine Gelegenheit, sich einen Eindruck von den Arbeiten des Imkervereins zu verschaffen, bietet sich am Sonntag, 15. Juli. Ab 13 Uhr wird das neue Gebäude des Lehrbienenstands eingeweiht. Zur Eröffnung sprechen Landrat Klaus Metzger, Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann, Friedrich Mayer vom bayerischen Landschaftsministerium und der Kreisvorsitzende Hubert Vogl ihre Grußworte. Um 14.30 Uhr folgt ein Vortrag von Marcus Haseitl zum Thema „Damit es wieder summt und brummt in unseren Dörfern – Wege zu blühenden Gärten und blühender Landschaft“. Es gibt Kaffee und Kuchen und kostenloses Kinderschminken.

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