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Prozess

29.04.2015

Fahranfänger ist zu schnell: Auto landet im Acker

Der Unfall ereignete sich im November. Nun stand der Mann vor Gericht.
Bild: Matthias Hiekel, dpa (Symbolbild)

Ein Fahranfänger schleudert mit seinem neuen Auto in einen Acker. Seine Beifahrerin verletzt sich. Der 19-Jährige muss sich vor Gericht verantworten.

Zu schnell unterwegs war ein 19-jähriger Fahranfänger aus Aichach im November vergangenen Jahres mit seinem neuen Auto. In einer Kurve im Raum Petersdorf kam er von der Straße ab, schleuderte in einen Acker und überschlug sich. Dabei zog sich seine 20-jährige Beifahrerin eine Schädelprellung zu. Wegen fahrlässiger Körperverletzung musste sich der Aichacher vor dem Amtsgericht Aichach verantworten. Er stand bereits wegen einer anderen Verurteilung unter offener Bewährung.

Als der Unfall geschah, hatte der Angeklagte erst seit rund vier Monaten seinen Führerschein. Auch das Auto besaß er noch nicht lange. Am Tag des Unfalls wollte er die 20-Jährige abholen. Ewa 80 bis 100 Stundenkilometer schnell sei er gewesen, als er in die Kurve fuhr, sagte der 19-Jährige aus.

Kurz vor dem Ende der Kurve brach das Heck des Wagens aus. Um nicht in den Graben zu rutschen, habe er das Lenkrad herumgerissen, erzählte der Angeklagte. Daraufhin drehte sich das Auto um 180 Grad und rutschte in den Acker. Dort überschlug es sich und blieb auf dem Dach liegen. Seine Beifahrerin, die sich dabei eine Schädelprellung zuzog, konnte sich selbst aus dem Wagen befreien. Sie habe nicht das Gefühl gehabt, dass der 19-Jährige zu schnell gefahren sei, sagte die Beifahrerin vor Gericht aus. Die Straße sei leicht nass gewesen.

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Der Staatsanwalt hält einen Denkzettel für ausreichend

Staatsanwalt Matthias Ernst wertete die mangelnde Erfahrung am Steuer zugunsten des 19-Jährigen. „Ich kann mir vorstellen, dass Sie mit dem neuen Auto imponieren wollten“, sagte er. Einen Denkzettel hielt der Staatsanwalt deshalb für ausreichend. Er sprach sich für eine Geldauflage von 500 Euro aus.

Nicht berücksichtigt hatte Ernst dabei, dass der Angeklagte bereits wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war. Wird ein Verurteilter während der Bewährungszeit straffällig, wandert er meistens ins Gefängnis, weil die Bewährung widerrufen wird.

Sowohl Staatsanwalt wie auch Amtsrichter Dieter Gockel sahen bei der angeklagten fahrlässigen Körperverletzung jedoch „eine andere Qualität“. Beide sprachen sich dafür aus, dieses Urteil nicht einzubeziehen.

Das hatte auch Bewährungshelfer Andreas Menner angeregt. Er berichtete, dass der Angeklagte alle Auflagen aus dem Urteil sehr zuverlässig erfüllt und seine Ausbildung inzwischen abgeschlossen hat. Richter Gockel stellte dem 19-Jährigen eine Verkürzung der Bewährungszeit in Aussicht, wenn er sich weiter so gut führe.

Bei seinem Urteilsspruch orientierte er sich am Plädoyer des Staatsanwaltes. Er verurteilte den 19-Jährigen zu einer Geldauflage von 500 Euro, die er an den Verein Brücke Augsburg zahlen muss.

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