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Inchenhofen

03.10.2019

Frei laufende Hunde beißen Kater Fufu tot: Vorfall schlägt hohe Wellen

Fufu Kater Katze
3 Bilder
Kater Fufu aus Inchenhofen wurde nur zwei Jahre alt. Er wurde Mitte September von mehreren Hunden tot gebissen.
Bild: Manuela Schreier

Plus Kater Fufu wird in Inchenhofen von mehreren frei laufenden Hunden tot gebissen. Seit die Geschichte bekannt ist, wird der Hundebesitzer heftig angegriffen.

Der Tod eines roten Katers schlägt in Inchenhofen und darüber hinaus hohe Wellen. Kater Fufu war Mitte September von mehreren Hunden angegriffen und so stark gebissen worden, dass er später starb. Seit die Geschichte bekannt ist, liefern sich Hunde- und Katzenliebhaber – vor allem im Internet – einen heftigen Schlagabtausch. Insbesondere der betroffene Hundebesitzer wird stark angegriffen und teilweise bedroht. Das sei nie ihre Absicht gewesen, sagt die Katzenbesitzerin.

Der zweijährige Kater Fufu lebte bis vor kurzem bei Manuela Schreier und ihrer Familie in Inchenhofen. Sie hatten den rot-weißen, flauschigen Tiger von der Tierschutzorganisation Samtpfoten Katzenhilfe Ries bekommen, als er klein war. Wie Manuela Schreier erzählt, zog mit dem sanftmütigen Kater das Glück in ihr Haus. Das Tier war bei allen Familienmitgliedern beliebt.

Mehrere Hunde beißen den Kater in Inchenhofen tot

Mitte September dann der Schock. Die Familie wird zu einem Feldweg in der Nähe ihres Hauses am Ortsrand gerufen, wo sie Fufu als ein „Häufchen zusammengebissenes Stück Fell, nach Luft röchelnd“ finden. Mehrere frei laufende Hunde hatten auf die Katze eingebissen und sie lebensgefährlich verletzt. Auch in einer Augsburger Tierklinik kann nichts mehr für Fufu getan werden, so dass er letztendlich eingeschläfert werden muss.

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Wie Manuela Schreier betont, hat sie sich mit dieser Geschichte vor allem aus einem Grund an die Öffentlichkeit gewandt. Sie will an Hundebesitzer appellieren, die mit mehreren Hunden unterwegs sind, diese an die Leine zu nehmen. Im Rudel verhalte sich der Hund völlig anders wie wenn er alleine ist. Das führe bei der Begegnung mit Menschen und anderen Tieren nicht selten zu brenzligen Situationen. Schreier hat selbst einen kleinen West Highland White Terrier und kann daher die Anliegen von Hunde- und Katzenbesitzern verstehen.

Kater Fufu aus Inchenhofen wurde nur zwei Jahre alt. Er wurde Mitte September von mehreren Hunden tot gebissen.
Bild: Manuela Schreier

Der Hundebesitzer entschuldigt sich für den Tod des Katers

Auch der betroffene Hundebesitzer, dem zwei der beteiligten Hunde gehören, bezeichnet es als Fehler, dass seine Hunde an diesem Tag nicht angeleint waren und Fufu gebissen haben. Der Mann selbst war im Urlaub und seine Schwester, die sich mit Hunden auskennt, wie er sagt, führte seine beiden Huskys sowie einen Mischlingshusky und einen Labrador Gassi – zusammen mit einer weiteren Person. Nach Angaben des Hundebesitzers sei Fufu außerorts im Gebüsch gesessen und habe sich nicht gerührt. Als ein Hund angefangen habe, ihn zu attackieren, hätten die anderen Hunde nachgezogen.

Der Hundebesitzer hat sich kurz nach dem Vorfall auch bei Familie Schreier entschuldigt und die Kosten von 550 Euro für die Tierklinik übernommen. „Das tut mir alles sehr leid“, sagt er. Er wehrt sich aber dagegen, ihn und seine Hunde generell an den Pranger zu stellen. Im ganzen Ort sei bekannt, dass seine Hunde aufs Wort folgten und noch niemals einen Radfahrer oder Jogger angegriffen hätten. Fufu sei aber weit außerhalb der Ortschaft und den Hunden gegenüber zu zutraulich gewesen.

Eine Hundetrainerin weiß, wie sich die Tiere im Rudel verhalten

Die Aichacher Hundetrainerin Sonja Stangl bestätigt, dass Hunde noch so gehorsam sein können, im Rudel verhalten sie sich oft ganz anders. Fängt einer an zu jagen, jagen die anderen meist mit. Und prinzipiell ist jeder Hund ein Jäger. Deshalb könne den Hunden in diesem Fall kein Vorwurf gemacht werden. Stangl ist dafür, Hunde innerorts auf jeden Fall anzuleinen, „weil es mittlerweile so viele unerzogene Hunde gibt und es auch mehr Ruhe in die Gesellschaft bringen würde.“

Eine Anleinpflicht besteht in Inchenhofen derzeit nicht. Dafür gab es bisher keine Notwendigkeit, sagt Bürgermeister Karl Metzger. Er will das Thema aber demnächst mit dem Gemeinderat diskutieren. In Fufus Fall spricht Metzger jedoch von einem „Unglücksfall, der passiert ist“. Er fordert daher aber alle Parteien dazu auf, nicht überzureagieren.

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