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02.06.2009

Für Wallfahrer und Mesner klingelt der Wecker früh

Inchenhofen (ech) - Sehr früh hat am gestrigen Feiertag für rund 2000 katholische Christen der Wecker geklingelt: Sie machten sich in Gruppen ihrer Pfarrei auf zur Wallfahrt zum "Bayerischen Herrgott" nach Inchenhofen.

An den Pfingsttagen kommen auch viele Wallfahrer aus den Nachbarlandkreisen. Die Motive der Wallfahrer sind verschieden. Der traditionelle Bauernheilige wird nicht nur von den Landwirten verehrt, die um eine gute Ernte auf ihren Feldern bitten, auch andere Pilger danken dem Heiligen. Das Pontifikalamt feierte am Pfingstmontag Abt Paulus Weigele von der Benediktinerabtei Ottobeuren. "Ich habe mich ganz auf den großen Heiligen eingestimmt," sagte der Abt bei der Begrüßung.

Alle Hände voll zu tun hatte Pfarrer Stefan Gast am Tag der Erzbruderschaft zum heiligen Leonhard. Recht früh war er auf den Beinen, um den ersten Wallfahrergottesdienst um sechs Uhr im Gotteshaus zu feiern. Unterstützt wurde er von verschiedenen Geistlichen wie Pater Jörg von Maria Beinberg, der den Sieben-Uhr-Gottesdienst abhielt.

"Dass Wallfahrten anstrengen, habe ich gerade gesehen, als ich am Beichtstuhl vorbeiging. Da hat doch einen Mann die Müdigkeit übermannt und er ist drin eingeschlafen", schmunzelte der Pfarrer, der die Strapazen einer Fußwallfahrt kennt. Pfarrer Gast begrüßte nicht nur im Gotteshaus die Wallfahrer. "Jetzt gehe ich auch mal rüber zum Voglbräu, ich möchte auch persönlich mit den Leuten sprechen". In dem Wirtshaus stärken sich nach alter Tradition die Wallfahrer bei Bier und "Kreuzwürsten" für den Rückweg. "Wo kommt ihr her und wie lange seid ihr schon unterwegs?", fragte Pfarrer Gast eine Wallfahrergruppe aus Laimering, die sich um vier Uhr früh nach Inchenhofen auf den Weg gemacht hatte. "Sie san der richtige Wallfahrtspfarrer", lobte Hans Birkmeir aus Untermauerbach den aufgeschlossenen Geistlichen. "Das ist schön, dass der Pfarrer gleich ins Wirtshaus kommt und nach seinen Wallfahrern schaut", äußerte sich ein anderer Pilger begeistert.

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Wallfahrer werden wieder "ausgeläutet"

An diesem Wallfahrtstag lastet auf den Schultern von Mesner Bernhard Kaltenstadler viel Arbeit. "Heute dauert mein Tag von 5.30 Uhr bis 18 Uhr." Alles müsse am Hochfest klappen. Rechtzeitig müssen von den Ministranten die Glocken geläutet werden, wenn die Wallfahrer ankommen und "ausgeläutet" werden, wenn die Gäste wieder wegziehen. Ehefrau Ria hilft ihm beim Aufnehmen der Messen, die die Wallfahrtsführer dem Heiligen opfern. Einer davon ist Paul Fischer aus Rehrosbach. "Ich komme über 50 Jahre hierher. Früher ist unsere Gruppe mit dem Zug bis nach Radersdorf gefahren und dann sind wir von dort zu Fuß zum Wallfahrtsort gepilgert," erzählte er. Früher wurden Votivkerzen mitgebracht und "Läut- und Sakristeigeld" bezahlt.

Ebenfalls seit sechs Uhr auf den Beinen waren die beiden "Läutmelder" Simon Strobl und Sandra Schweizer. "Die meisten Wallfahrer kommen aus der Aichacher Straße", stellt Sandra Schweizer fest und hält danach Ausschau, dass wieder am Ortsrand ein Kreuz auftaucht.

Den stärksten Besuch verzeichnen kann der 7-Uhr-Gottesdienst. Traditionell dabei sind die Pilger aus Weilach, Zahling, Griesbeckerzell, Obergriesbach, Ober- und Untermauerbach, Taiting, Edenried, Laimering, Rieden, Peutenhausen, Gachenbach, Klingen, Thalhausen, Ecknach und Oberbernbach. Aus 30 Pfarreien kommen die Wallfahrer, um die Versprechen ihrer Vorfahren, die meist bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen, einzulösen. Die Gruppen gehen nach traditioneller Formation nach Inchenhofen. Voraus das Kreuz, gefolgt von den Männern, dahinter gehen die Frauen. Während des ganzen Weges wird der Rosenkranz gebetet.

Vor dem Hauptgottesdienst wurde von Bürgermeister Karl Metzger und Pfarrer Stefan Gast Abt Paulus Weigele empfangen. Dass unter den Wallfahrern viele junge Menschen dabei waren, bezeichnete der Bürgermeister als erfreulich.

Bei uns im Internet

Bilder von der Pfingstwallfahrt

aichacher-nachrichten.de/bilder

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