1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Haimer ist vom Garagenbetrieb zum Global Player aufgestiegen

Maschinenbau in Aichach-Friedberg

11.12.2013

Haimer ist vom Garagenbetrieb zum Global Player aufgestiegen

Haimer ist in Bayern zuhause – und weltweit aktiv.
Bild: Johann Eibl

Die Firma aus Igenhausen beliefert heute 20000 Kunden in 80 Ländern. Vor 36 Jahren startete das Ein-Mann-Unternehmen wie einst Computerpionier Steve Jobs.

Wir schreiben das Jahr 1976 als in einer Garage in Los Altos in Kalifornien ein gewisser Steve Jobs eine Computerfirma namens Apple gründet. Die Geschichte von Franz Haimer beginnt ein Jahr später – in einer Garage im Ort Igenhausen im Wittelsbacher Land. Aus Apple ist bekanntlich ein Weltunternehmen geworden. Das kann Haimer nicht von sich behaupten, aber eine Global Player ist die Maschinenbaufirma auf alle Fälle. Als Ein-Mann-Betrieb gestartet, schreibt das Unternehmen eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte. Heute entwickelt, konstruiert, fertigt und vertreibt sie mit insgesamt 330 Mitarbeitern (250 allein in Igenhausen) mehr als 4000 Produkte und beliefert damit allein in Deutschland 10000 Kunden; weltweit sind es gar 20000 Kunden in 80 Ländern.

Im DetailTobias Völker, der Marketingleiter, beschreibt die Bedeutung des Hauses in der Branche so: „Haimer spielt in der Werkzeug(maschinen)branche weltweit in der allerersten Liga.“ Die Firma Grob in Mindelheim wird aus Igenhausen beliefert, ebenso Porsche oder Audi. Wer ein Auto von diesem Hersteller in Ingolstadt kauft, der wird vergebens nach einem eingebauten Haimer-Produkt suchen. Allerdings waren hochpräzise Produkte „made in Igenhausen“ bei der Fertigung von Fahrzeugkomponenten entscheidend beteiligt.

Auch die Medizintechnik und die Uhrenindustrie zählen zum typischen Klientel. Lokale Größen wie MAN, Kuka oder MTU AeroEngines setzen auf die Qualität der Haimer-Produkte, genauso wie Nike, Boeing oder Apple, um nur einige erstklassige Adressen zu nennen. Bedient werden aber auch kleinere Unternehmen wie Werkzeugnachschleifdienste oder kleine Zerspanungsbetriebe, also nicht allein klassische Maschinenbauer.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

„Das Kundenspektrum ist sehr groß“, sagt Claudia Haimer, die zusammen mit ihrem Gatten Franz die Geschäfte führt. Auf mehr als 50 Fachmessen weltweit präsentiert Haimer sich und seine Produkte. Konkrete Zahlen zum Verlauf der Geschäfte nennt Claudia Haimer nicht: „Generell sind wir zufrieden, es gibt mal Höhen und Tiefen. Wir sind sehr international aufgestellt.“

Seit geraumer Zeit wird in Igenhausen gebaut, genauer gesagt an der Weiherstraße, wo Haimer zu Hause ist. Im Mai wurde ein großes, neues Büro- und Montagegebäude direkt neben der Verwaltungszentrale in Betrieb genommen. In Richtung Südosten wurde ebenfalls erweitert. Damit soll noch nicht Schluss sein. Entlang der Straße in Richtung Hiesling sind weitere Objekte vorgesehen; mit deren Fertigstellung dürfte aber erst 2015 oder 2016 zu rechnen sein.

Daraus darf man den Schluss ziehen, dass Haimer langfristig auf diesen Standort setzt. „Das ist ein klares Bekenntnis“, betont Claudia Haimer. Mit Billigprodukten aus Fernost befindet sich Haimer in Konkurrenz. Die Geschäftsführerin wird nicht müde, auf die gelebte Firmenphilosophie „Qualität gewinnt“ zu verweisen. Ausruhen auf dem Erreichten darf kein Thema sein. Über 300 Patente und Gebrauchsmuster verdeutlichen, dass man sich rüstet für die Märkte von morgen und übermorgen.

Genauigkeit wird hier sehr groß geschrieben. „Es geht um Tausendstelmillimeter“, berichtet Völker, der im Vertrieb für die Schweiz und für Skandinavien zuständig ist. 0,001 Millimeter – diese Winzigkeit kann kein menschliches Auge mehr erkennen. Penible Endkontrollen sorgen bei Haimer dafür, dass diese hohen Anforderungen auch in der Serienproduktion erfüllt werden.

Qualifizierte Fachkräfte zu finden, fällt dem Unternehmen nicht immer leicht. In erster Linie werden im gewerblichen Bereich immer Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker oder Monteure gesucht. Von der großen Politik wünscht sich Claudia Haimer einen Abbau der Bürokratie und von der Politik auf den unteren Ebenen erwartet sie, dass für die nötige Infrastruktur gesorgt wird. Damit Rohmaterial schnell angeliefert werden kann und die verkaufte Ware zu den gewünschten Terminen zu den Kunden gelangt.

Eine gute Busverbindung wäre speziell für die Azubis von großer Bedeutung. „Wir nehmen gerne Hauptschüler“, versichert Claudia Haimer. „Wir fordern qualifizierenden Abschluss oder den M-Zweig.“ Die rückläufigen Schülerzahlen, die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben werden, sieht sie mit einer gewissen Sorge: „Das wird eine Riesenherausforderung. Viele wollen ins Studium.“ Darum werde es schwierig, junge Leute für den Maschinenbau zu gewinnen.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Feuerwehr%20Gemeindeverw%20Hollenbach%20(5).JPG
Wie geht‘s weiter?

Plus Ehrenamt-Bürgermeister sind bald Minderheit im Kreis

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen