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Archäologie

15.05.2015

Halbzeit auf der Grabungs-Baustelle

Der Baarer Bronzekrug gilt als herausragender Fund.
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Der Baarer Bronzekrug gilt als herausragender Fund.

Noch ist nicht geklärt, ob die Gemeinde Baar die Kosten für die Untersuchungen des alemannischen Friedhofs auf dem künftigen Baugebiet Zeintl am westlichen Ortsrand komplett zu tragen hat. Bislang 80 Funde

Die archäologischen Sondierungen im Baugebiet Zeintl in Baar sind in etwa zur Hälfte abgeschlossen. Diese Information erhielt der Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwoch. Demnach werden die Arbeiten in vier bis fünf Wochen abgeschlossen sein. Wie berichtet, ist am westlichen Ortsrand ein allemannischer Friedhof aus dem siebten Jahrhundert gefunden worden Baar will versuchen, dass zumindest ein Teil der Kosten nicht ihre Kasse belastet. Die Rechtslage erweist sich allerdings unklar. Die Verwaltung wurde daher beauftragt, sich mit diesem Thema zu befassen.

Dr. Fabian Gall vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in Thierhaupten berichtete in seinem Vortrag davon, dass in diesem Bereich bereits vor einem knappen halben Jahrhundert 42 alte Gräber ans Tageslicht kamen. Einen Bronzekrug entdeckt zu haben, bezeichnete der Archäologe erneut als „herausragenden Fund“. Derzeit könne man von über 80 „Befunden“ sprechen, wie er es selber formulierte. 30 davon sind dokumentarisch erfasst, in 52 Fällen handelt es sich um Körpergräber. Gall berichtet davon, dass es in früheren Jahrzehnten durchaus vorkommen konnte, dass Gräber von Toten, die in Tracht oder Bekleidung bestattet worden waren, kurze Zeit später Opfer von Dieben wurden.

Wiederholt war am Mittwochabend davon die Rede, dass die Forscher keine Möglichkeit haben, einen Blick unter die Erdoberfläche zu werfen. Es sei aber auch nicht daran gedacht, dass dort gegraben werde, wo im Zuge der Baumaßnahmen kein Eingriff in die Erde zu erwarten sei. Darum wurde das Büro Opla, das für diesen Bebauungsplan zuständig ist, damit beauftragt, die Bauverbotsgrenze 25 Meter neben der Staatsstraße zu markieren. Außerdem soll geklärt werden, ob unter der vorgesehenen Ringstraße im Baugebiet Funde zu erwarten sind.

Worum es dem Gemeinderat bei diesem Projekt geht, das verdeutlichte Johanna Ruisinger, die Zweite Bürgermeisterin: „Wir treiben die Baupreise in die Höhe ohne Ende.“ Uneinig war man darüber, wer die Kosten für die Arbeiten zu tragen hat. Christine Winter-Bächer verlangte: „Das gehört geprüft und wenn wir nur 100 Euro kriegen.“ Die Firma AGM aus Meitingen erhielt den Auftrag, die Arbeiten zumindest bis zur nächsten Sitzung des Gemeinderats am 11. Juni fortzusetzen. Dann soll ein neuer Zwischenbericht vorgetragen werden.

Florian Mertl berichtete von Gesprächen mit möglichen Bauherren im Zeintl. Seinen Aussagen zu Folge drängen die keinesfalls darauf, dass sie noch in diesem Jahr zum Spaten greifen dürfen. Ihnen sei vielmehr eine „vernünftige Planung“ wichtiger. Die Gemeinde Baar kann in jedem Fall davon ausgehen, dass sie am Ende der Untersuchungen eine Dokumentation darüber erhält.

Drei Windkraftanlagen mit einer Höhe von jeweils 199 Metern sollen in der Gemarkung Riedheim entstehen. Gegen dieses Vorhaben, das in der Nachbargemeinde Holzheim liegt, hat Baar juristische Schritte eingeleitet. Wie Johanna Ruisinger mitteilte, hat das zuständige Landratsamt den entsprechenden Antrag genehmigt. Baar wehrte sich dagegen, dass diese Entscheidung sofort vollzogen werden kann. Nun ging es darum, ob man dagegen Beschwerde einlegt. Der Gemeinderat folgte dem Rat der Juristen und nahm davon Abstand. Johanna Ruisinger: „Wir sollten unsere Kraft lieber in die Klage legen.“

Bei der Straßenbeleuchtung sollte man Geld sparen. Vor diesem Hintergrund stellte Florian Ruisinger einen Antrag, mit dem sich der Gemeinderat am Mittwoch zu befassen hatte. Er verwies auf 18 energieintensive Lampen, die jeweils 100 Watt verbrauchen. LED-Lampen, so seine Begründung, würden den Energieverbrauch um 70 Prozent senken. Florian Ruisinger geht davon aus, dass sich die Kosten in fünf bis sechs Jahren amortisieren würden. Die Verwaltung bezeichnete die Umrüstung auf LED-Technik als „nur bedingt sinnvoll“. In ähnlicher Weise äußerte sich Martin Moser, der aus der täglichen Praxis sprach: „Wir wollten das Ganze zwei, drei Jahre verschieben.“ Dann sei die LED-Technik so weit, dass man von einem „vernünftigen Material“ reden könne, das zudem bezahlbar erscheine. Auf Vorschlag von Bürgermeister Leonhard Kandler wurde beschlossen, die Lechwerke sollten ein Komplettangebot für die Gemeinde Baar vorlegen.

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