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Gemeinderat I

19.03.2015

Heimat für neues Museum ist gefunden

Steht als Sitz für das neue Heimatmuseum in Pöttmes fest: das ehemalige Mesnerhaus neben der Kirche.
Bild: Vicky Jeanty

Es soll im alten Mesnerhaus neben der Kirche entstehen. Der Markt übernimmt die Trägerschaft. Auf den Förderverein kommt in den nächsten Jahren viel Arbeit zu. Einige Gemeinderäte haben erhebliche Zweifel

Seit den 1990er-Jahren gibt es in Pöttmes den Wunsch nach einem Heimatmuseum. Jetzt hat das Museum eine Heimat: Es soll im Dr.-Georg-Paula-Haus, dem Mesnerhaus, neben der Kirche entstehen. Nach längerer Diskussion stimmten am Dienstag 13 Gemeinderäte dafür. Sieben votierten dagegen, darunter die sechs CWG-Mitglieder und Thomas Golling (Bürgerblock). Der Dritte Bürgermeister Thomas Huber fehlte entschuldigt.

Die Debatte entspann sich an den noch nicht absehbaren Kosten für die Instandsetzung des Hauses (siehe „Im Gemeinderat zitiert“). Wie berichtet, wurde es 1808 errichtet, das Hauptgebäude steht unter Denkmalschutz. Sissi Veit-Wiedemann warb im Gemeinderat für das Projekt. Die stellvertretende Bürgermeisterin hatte bei der Suche nach einem passenden Gebäude die Federführung übernommen.

Das Heimatmuseum könne „das neue Schmuckkästchen“ von Pöttmes werden, sagte sie. Das Gebäude sei eines der ältesten erhaltenen im Zentrum des Marktes. Auf dem 800 Quadratmeter großen Grundstück stehen neben dem Hauptgebäude ein Schweinestall, ein Rinderstall, eine große Werkstatt und ein Schuppen. Außerdem gibt es einen Garten. Bis 1983 war das Haus bewohnt. Der Eigentümer, Georg Paula, hatte selbst als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege gearbeitet. Er starb im vergangenen Jahr. Die Erbengemeinschaft ist bereit, das Haus der Gemeinde zu überlassen. Die Einrichtung, die zahlreiche Ausstellungsstücke für das künftige Museum enthält, will sie dem Förderverein Heimatmuseum spenden.

Auf ihn kommt viel Arbeit zu. Das Inventar muss dokumentiert und aussortiert werden. Zudem muss am Haus einiges gemacht werden. Sissi Veit-Wiedemann sagte zwar, eine elektrische Versorgung, alte Ölofen und eine kleine Toilette seien vorhanden. Für eine baldige Nutzung seien daher keine Kosten nötig. Doch das wollten einige ihrer Ratskollegen nicht so stehen lassen. Insbesondere Erich Poisl, Fraktionssprecher der CWG, war nicht wohl bei dem Gedanken, ohne Kostenschätzung eine Entscheidung für das Heimatmuseum zu treffen.

Auch Thomas Golling (Bürgerblock) bezweifelte, dass das Haus ohne größeren finanziellen Aufwand als Museum nutzbar ist. Sein Fraktionskollege Anton Neukäufer stimmte ihm zu. Er fürchtete böse Überraschungen beim Brandschutz, was Peter Fesenmeir vom Bauamt allerdings verneinte. Andere Räte merkten an, dass vor einer Eröffnung eine neue Toilette, eine Heizung, eine überarbeitete Elektrik und weitere Arbeiten nötig seien.

Veit-Wiedemann versuchte zu beschwichtigen: „Die Kosten wären für den Markt auch in schlechten Zeiten tragbar.“ Die laufenden Kosten hielten sich in Grenzen, alles andere könne sukzessive im Gemeinderat beschlossen werden. Zudem gebe es positive Signale der Landesstelle für nicht staatliche Museen.

Kulturreferentin Ludwiga Freifrau von Herman, die das Projekt auch als Vorstandsmitglied des Fördervereins Heimatmuseum begleitet, unterstrich aber, dass Fördergelder an strenge Bedingungen geknüpft seien. So müsse die Gemeinde als Träger auftreten. Der Förderverein, der bislang kleinere Ausstellungen im Foyer des Rathauses organisiert, müsse sich fortbilden und fachlich beraten lassen. Mitglieder des Vereins verfolgten die Sitzung. Als von Herman die Schule ins Spiel brachte, die das Heimatmuseum als ausgelagerte Bildungsstätte nutzen wolle, spendeten sie Applaus.

Bürgermeister Franz Schindele sprach sich für das Gebäude aus und erinnerte an einen Ortstermin mit zahlreichen Gemeinderäten: „Das Objekt kann einen begeistern. Das kann ein ganz tolles Projekt für die Gemeinde Pöttmes sein.“ Natürlich werde die Gemeinde Geld in die Hand nehmen müssen. Er teilte jedoch die Ansicht seiner Stellvertreterin, dass die Sanierung schrittweise erfolgen könne. Eine Mehrheit schloss sich dem, wenn auch teils skeptisch, an. Im nicht öffentlichen Teil der Sitzung wurde der Erbbaurechtsvertrag ebenfalls mehrheitlich genehmigt. "Kommentar Seite 1

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