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Deckerform

22.04.2015

Hier werden Ideen geschmiedet

Das Deckerform-Führungstrio: (von links) Franz Tschacha, Rosemarie Linzmeier-Tschacha und Alfred Schmid.
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Das Deckerform-Führungstrio: (von links) Franz Tschacha, Rosemarie Linzmeier-Tschacha und Alfred Schmid.

Formenbaufirma hat 3,5 Millionen Euro unter anderem in ein Technologiegebäude investiert und schafft neue Arbeitsplätze. Am Sonntag öffnet Betrieb im Gewerbepark seine Tore

Kaufen kann man die Produkte der Deckerform in keinem Laden. Was im Gewerbepark in Aichach-Ecknach gefertigt wird, genießt gleichwohl hohes Ansehen, weil es sich um Werkzeuge handelt, die anderen Firmen den Bau von Geräten wesentlich erleichtern. Die Endprodukte des Werkzeugformenbauers für die Kunststoffindustrie aus dem Wittelsbacher Land tauchen später in Autos auf, auch Bürostühle zählen zur Palette oder sogenannte technische Teile. Darunter versteht man beispielsweise einen Staubsauger.

Die Geschäfte laufen derzeit ausgesprochen gut. Das versicherte jedenfalls bei einem Pressegespräch das Führungstrio, bestehend aus Franz Tschacha, Rosemarie Linzmeier-Tschacha und Alfred Schmid. Die Auftragslage sei günstig. Das liegt nicht zuletzt daran, weil in Russland rege Nachfrage an Erzeugnissen aus diesem Aichacher Haus besteht (wir berichteten). Franz Tschacha, geschäftsführender Gesellschafter, ist oft auf Achse: „Ich bin 15 bis 18 Mal im Jahr in Russland.“ Außerdem berichtet er davon, dass man vor diesem Hintergrund froh ist, acht Russlanddeutsche beschäftigen zu können. Dieser große Markt ist überaus interessant. So arbeitet man zusammen mit einer russischen Firma, die in der Woche 120000 Stühle für den dortigen Markt herstellt.

Im vergangenen Jahr hat Deckerform im Gewerbegebiet ein Haus gebaut, das bereits bezogen wurde. Nun wird es der Öffentlichkeit präsentiert. Diese „Ideenschmiede“ soll dazu dienen, in einem sehr frühen Stadium der Gespräche bereits detailliert auf die Wünsche der Kunden einzugehen. Diese Phase kann durchaus bis zu einem Jahr dauern. Die Produktion der Form kann noch einmal zwei bis vier Monate in Anspruch nehmen. 20 Mitarbeiter sind im neuen Gebäude beschäftigt, zehn weitere Fachkräfte könnten bei entsprechender Eignung jederzeit hier ebenfalls die Arbeit aufnehmen. Designer etwa, Projektsteuerer oder Analytiker. Alfred Schmid, auch ein geschäftsführender Gesellschafter, stellt im Lauf der nächsten zehn Jahre ein Technologiezentrum in Aussicht.

Diplom-Ingenieur Raymond Fay war der Planer des neuen Gebäudes. Ihm war es wichtig, dass die Mitarbeiter nicht unter Sonneneinstrahlung zu leiden haben und dass sie in einer „denkfreudigen Atmosphäre“ tätig sein können. Rampen und Terrassen sollen im Erdgeschoss dazu einladen, mal nach außen zu gehen, „um den Kopf frei zu bekommen“. Fay nannte ein weiteres Ziel: „Das Haus sollte besser aussehen als andere Gebäude im Gewerbegebiet.“ Schräge Wände sollen den Eindruck vermitteln, dass die Räume sich aufweiten. Außerdem ist das Haus energetisch autark, im Winter wird es durch eine elektrische Wärmepumpe mit Erdwärme beheizt und im Sommer durch Kühldecken mit Erdkälte klimatisiert. Ein Windrad mit einer Stromleistung von 10 Kilowatt liefert im Jahresmittel den elektrischen Strom. Das Investitionsvolumen des Unternehmens in den vergangenen 15 Monaten wurde von den Gesellschaftern auf insgesamt 3,5 Millionen Euro beziffert.

Beim Festabend brachte Professor Doktor-Ingenieur Thomas Seul, Präsident des Verbandes Deutscher Werkzeug- und Formenbauer, diese Sorge zum Ausdruck: „Wenn wir jetzt nicht gegensteuern, wird der Formenbau in 20 Jahren ein Drittel seines Fachkräftepotenzials verlieren.“ Die Firma Deckerform bezeichnete er als „einfach gut aufgestellt“.

Am Sonntag, 26. April, lädt Deckerform von 10 bis 17 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein. Los geht’s mit einem bayerischen Frühschoppen. Die neue Ideenschmiede kann ebenso besichtigt werden wie das neue Ausbildungszentrum sowie das Großfräszentrum C.B. Ferrari. Dabei handelt es sich um eine Maschine, die ein Werkstückgewicht von zehn Tonnen zulässt und 850000 Euro gekostet hat.

Infos im Internet unter

www.deckerform.de

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