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Windpark Blumenthaler Forst

13.07.2015

Im Herbst wachsen die Windräder in die Höhe

Einen Besichtigungstermin bot die Energiebauern GmbH gestern auf einer der sechs Windradbaustellen für den Windpark Blumenthaler Forst zwischen Laimering und Sielenbach an. Derzeit wird noch an den Fundamenten gearbeitet. Johannes Bartke, der Projektleiter, lieferte die wichtigsten Informationen.
Bild: Sophie Schmid

Etwa 100 Besucher sehen sich eine der sechs Baustellen für den Windpark im Blumenthaler Forst an. Ende September könnte der Windpark Thema am Verwaltungsgericht sein.

28 Millionen Euro investiert die Energiebauern GmbH in sechs Windkraftanlagen im Blumenthaler Forst. Sechs Wochen nach dem Spatenstich informierten sich am Sonntag gut 100 Besucher über den Baufortschritt. Derzeit sieht das Ganze noch wenig spektakulär aus, nachdem bisher lediglich die Fundamente erstellt wurden. Die Arbeiten bewegen sich weitgehend im Rahmen des Zeitplans. Das heißt: Am Standort Sielenbach 2, der gestern besichtigt werden konnte, könnte es mit der Fertigstellung Ende des Jahres klappen. Das gesamte Projekt wird aber nach derzeitigem Stand erst Anfang 2016 abgeschlossen.

Johannes Bartke, der Projektleiter, lieferte die wichtigsten Informationen. Was die meisten Besucher erstaunte: Die Fundamente an den sechs Standorten reichen nur 1,40 Meter tief in die Erde hinein. Diese Aussage war insofern überraschend, weil ein Windrad inklusive Rotorblätter eine Höhe von 200 Metern aufweisen wird. Ende August soll der Turmbau beginnen. Dann werden Stahlbetonteile mit einer Gesamthöhe von 80 Metern montiert. Um Stahlturm, Gondel und Rotoblätter zu installieren, wird ein Spezialkran benötigt, wie es ihn in Deutschland wohl nur einmal gibt. Er weist ein Eigengewicht von 900 Tonnen auf, der Transport erfolgt mit mehreren Tiefladern. Für diese Arbeiten pro Windrad sind vier Tage vorgesehen. Allerdings muss dabei das Wetter mitspielen, Regen und starker Wind würden unweigerlich zu Verzögerungen führen.

In den vergangenen Wochen – so Bartke – stand der Wegebau im Vordergrund. Schließlich müssen die Zufahrten später gerüstet sein für enorme Belastungen. Außerdem wurde Bodenaustausch durchgeführt. Ein Fundament weist einen Durchmesser von 21,5 Meter auf, 77 Tonnen Stahl wurden verbaut sowie 630 Kubikmeter Beton. Dabei gingen die Arbeiten bereits am frühen Morgen vor Sonnenaufgang los. In einer Stunde wurden im Schnitt 60 Kubikmeter Beton verarbeitet.

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Ein Laie kann allenfalls erahnen, welche Aspekte beim Bau eines Windrads zu beachten sind. So waren Geologen vor Ort, um Bodenproben zu nehmen. Dann wurden Kiessäulen mit einer Tiefe von zwei Metern in den Boden eingebaut. Prüfstatiker müssen das Bauwerk abnehmen, um später unliebsame Überraschungen zu vermeiden.

Vorab geklärt werden muss auch die Frage, wie man das Material am besten an die Baustelle liefern kann. Die Waren werden über die B300 transportiert. Josef Bichler trug angesichts der hohen Temperaturen einen Strohhut. Er versprach, dass im Laufe des Jahres noch weitere Veranstaltungen dieser Art stattfinden, damit die Leute in der Gegend aktuelle Informationen erhalten können: „Wir werden das wieder machen, wenn die Turmsegmente kommen.“

Ein Hinweis war Sepp Bichler wichtig: „Mit den Bauern hier gibt es überhaupt nichts, das läuft absolut angenehm. Es gibt keinerlei Beschwerden oder Ärger.“ Bei dem Treffen am Sonntag neben der Kreisstraße 29 an der Gemeindegrenze zwischen Sielenbach und dem Dasinger Ortsteil Laimering kam es zu keinerlei Protesten oder Widerständen gegen die Anlagen, die im nächsten Jahr Strom erzeugen sollen.

Juristisch abgeschlossen aber ist die Auseinandersetzung zwischen Befürwortern und Gegnern dieser Art der Energiegewinnung noch nicht. Mit Florian Bichler informierte ein Geschäftsführer der Energiebauern GmbH über den Stand. Demnach hat er bisher nur mündlich davon erfahren, dass am 30. September ein Termin vor dem Verwaltungsgericht Augsburg vorgesehen ist: „Dort findet eine mündliche Verhandlung zu den anhängigen Gerichtsverfahren statt.“ Allerdings muss zuvor geklärt werden, ob alle Beteiligten mit diesem Termin einverstanden sind.

In die Türme, auf denen am Ende die Rotorblätter aufsitzen werden, wird auch jeweils ein Lift eingebaut. Der wird aber sieben bis acht Minuten unterwegs sein, ehe er einen Menschen nach oben transportieren kann. „Einen schnelleren Lift gibt es nicht“, so Florian Bichler. Erstellt werden mussten diverse Gutachten; in einem Fall ging es darum, ob mit Eiswurf zu rechnen sei. Die Flügel der Rotoren werden nicht beheizt, hieß es dazu gestern.

Bislang war noch kein Unfall an den Baustellen zu beklagen. Die Betreiber der Anlagen haben die feste Zusage, dass sie 20 Jahre lang Strom ins Netz einspeisen dürfen. Das Jahr der Inbetriebnahme wird noch dazu gerechnet.

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