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Aichach-Friedberg

03.01.2013

In Frieden möchten sie ruhen, aber nicht hier

Auf dem Friedhof in aichach könnten Mulime beerdigt werden, doch die meisten lassen ihre Körper lieber in die alte Heimat überführen.
Bild: Philine Lietzmann

Muslime lassen sich nach ihrem Tod zumeist in die Heimat überführen. Sie könnten aber auch im Landkreis bestattet werden

Zunehmend bieten Friedhöfe in Bayern einzelne Abteilungen für muslimische Gräber. Nicht nur in München, sondern auch in Regensburg und Rosenheim ist das der Fall (wir berichteten im Bayern-Teil). Doch wie sieht es im Wittelsbacher Land aus?

Grundsätzlich kann jeder auf kommunalen Friedhöfen bestattet werden – egal, ob jüdisch, muslimisch oder christlich, lautet die Auskunft von Gerhard Roch, früherer Leiter des Ordnungsamtes bei der Stadt Aichach. Anders sieht es bei kirchlichen Friedhöfen aus, zum Beispiel im Stadtteil Oberschneitbach. „Die Gemeinde muss, die Kirche kann“, so formuliert es Roch. Auf dem Alten und dem Neuen Friedhof in Aichach können Muslime also problemlos ihre letzte Ruhe finden.

Auch in Aindling können Muslime problemlos bestattet werden, sagt Michael Faber von der Gemeindeverwaltung. Die Ruhestätten in der Gemeinde seien alle in kommunaler Hand. Aber zumindest in den vergangenen 25 Jahren sei dort kein Muslim mehr beerdigt worden. Ähnlich ist es in Kühbach, wie Friedrich Schäffler, Leiter der Marktverwaltung, bestätigt.

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Den Grund kennt Gülüzar Düdükcü, ehemalige Vorsitzende der Türkisch-Islamischen Union Aichach: Fast alle Muslime lassen sich nach ihrem Tod in die alte Heimat überführen und dort bestatten. Das widerspricht jedoch dem Koran. Denn darin steht, dass sich ein gläubiger Muslim an dem Ort begraben lassen müsse, an dem er gestorben sei.

Düdükcü glaubt, dass mehr Muslime im Wittelsbacher Land in Frieden ruhen wollten, wenn entsprechende Gegebenheiten geschaffen wären. Damit meint sie einen großen separaten Platz neben einer Moschee, auf dem nur Gläubige des Islam beerdigt liegen, wie in Augsburg. In Ingolstadt gibt es auf dem Südfriedhof einen eigenen muslimischen Bereich, aber nicht in Aichach. Sie vergleicht die Wünsche der Muslime mit denen der Christen: „Ein Christ möchte schließlich auch christlich beerdigt werden.“ Zudem sei es teurer, in Deutschland bestattet zu werden.

Mehr zum Thema lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der Aichacher Nachrichten.

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