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Inchenhofen

21.01.2021

Inchenhofen will trotz neuer Bauordnung größere Abstände behalten

Beim Bauen will der Gemeinderat Inchenhofen nicht auf größere Abstände verzichten.
Foto: Marcus Merk (Symbolfoto)

Plus Die Novelle der Bayerischen Bauordnung ist auch in Inchenhofen Thema. Einer massiveren Verdichtung erteilen die Lokalpolitiker aber eine Absage.

Viel Arbeit gemacht hatte sich Inchenhofens Bürgermeister Toni Schoder, um ein schwieriges Thema leicht verständlich zu machen. Für die Sitzung des Gemeinderates am Dienstag hatte er eine Präsentation vorbereitet, um die Unterschiede zwischen bisherigem Gesetz und der Novelle der Bayerischen Bauordnung anschaulich zu machen. Das Gremium sprach sich schließlich für eine Satzung aus, bei der die Abstandsflächen in der Gemeinde ähnlich wie bisher berechnet werden.

Traufseite, Giebelseite, unterschiedliche Berechnungsmethoden und Faktoren - manchem Gemeinderat rauchte vermutlich der Kopf in der Sitzung. In der Novelle der Bauordnung geht es um die Verkürzung des Faktors für die Abstandstiefe von 1 H auf 0,4 H. Wie sich das konkret auswirkt, zeigte Schoder anhand von Grafiken und Beispielrechnungen. Ihm war klar: "Man muss sich in das Thema schon reinfuchsen. Es ist nicht ganz einfach."

Bauordnung in Bayern: Alte Abstandsflächen waren größer

Der entscheidende Unterschied zwischen Alt und Neu laut dem Bürgermeister: "Die Giebelseite wird vom Boden bis zum First gemessen." Die Konsequenz: "Die alten Abstandsflächen waren größer, als sie sich nach der neuen Gesetzgebung ergeben würden." Ein Mindestabstand von drei Metern gilt jedoch unverändert.

Eine Möglichkeit, annähernd bei der bisher in der Gemeinde üblichen Berechnung zu bleiben, sah Schoder in der vom Bayerischen Gemeindetag vorgeschlagenen Satzung: "Sie bietet die Möglichkeit, die Gesetzgebung anzupassen und zwei Faktoren zu verwenden." Bisher rechnete der Markt ebenfalls mit zwei Faktoren. Einfach auf die bisherigen Faktoren 1 und 0,5 zurückzugreifen, könne jedoch nach hinten losgehen, sagte Schoder. Der Bürgermeister erklärte, warum: "Basis für die Berechnung der Abstandstiefe ist die neue Gesetzgebung." Nach der werde die Giebelhöhe immer der kompletten Länge zugrunde gelegt. Ist ein Gebäude also zehn Meter hoch, würde die Abstandsfläche bei einem Faktor von 1 zehn Meter betragen und wäre damit fast doppelt so viel wie nach der alten Gesetzgebung. Setze man in der neuen Satzung dagegen die Faktoren 0,7 und 0,5 ein, käme man annähernd auf die bisherigen Werte, zeigte Schoder anhand von Beispielrechnungen.

Entscheidung in Inchenhofen: Bebauungsplan steht über Satzung

Robert Müller sprach sich dafür aus, die Satzung des Gemeindetages zu verwenden. Ebenso Zweiter Bürgermeister Hans Schweizer: "Mehr verdichten würde die Struktur der Gemeinde völlig verändern." Beim Verdichten müsse man es nicht übertreiben, fand auch Lorenz Nefzger. Auch Maria Posch sprach sich für die Satzung aus, regte gleichzeitig aber auch an, in einem Jahr die Situation noch mal zu überprüfen und über unterschiedliche Lösungen nachzudenken.

Der Gemeinderat stimmte für die Satzung des Gemeindetages. Die Abstandsflächentiefe außerhalb von Gewerbekern und Industriegebieten wird ab Februar mit den Faktoren 0,7 H und 0,5 H berechnet. Sie gilt im Innenbereich, wenn kein Bebauungsplan vorliegt. Ein Bebauungsplan überdecke die Satzung, erklärte Schoder: "Im Bebauungsplan festgesetzte Abstandsflächen bleiben unberührt."

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