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Aichach-Ecknach

01.03.2019

Kämmerer wehrt sich gegen Kritik der Ecknacher Feuerwehr

Im Jahr 2008 weihte die Freiwillige Feuerwehr Ecknach ihr neues Feuerwehrhaus ein. In diesem Jahr feiert die Ecknacher Wehr mit der Ausrichtung des Aichacher Floriantages am Wochenende 7./8. Mai ihr 140-jähriges Bestehen.
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Im Jahr 2008 weihte die Freiwillige Feuerwehr Ecknach ihr neues Feuerwehrhaus ein. In diesem Jahr feiert die Ecknacher Wehr mit der Ausrichtung des Aichacher Floriantages am Wochenende 7./8. Mai ihr 140-jähriges Bestehen.
Bild: Hans Eberle

Der Kommandant der Ecknacher Feuerwehr, Michael Gallo, vermisst Gespräche zum neuen Fahrzeug. Kämmerer Wilhelm Rottenkolber sieht dagegen keinen Zeitdruck.

Ziemlich geärgert hat sich Wilhelm Rottenkolber, der Leiter der Finanzverwaltung bei der Stadt Aichach, über Kritik von der Ecknacher Feuerwehr. Deren Kommandant Michael Gallo hatte bei der Jahreshauptversammlung im Zusammenhang mit dem Feuerwehrbedarfsplan über mangelnde Kommunikation geklagt (Artikel: Ecknachs Kommandant kritisiert Stadt). Im Stadtrat nahm Rottenkolber dazu nun Stellung.

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Den Feuerwehrbedarfsplan hatte der Stadtrat 2017 beschlossen. Im November 2017 war der Plan den Kommandanten vorgestellt worden, im gleichen Monat noch hatte es eine Besprechung mit dem Fachberater der Regierung von Schwaben, dem Kreisbrandrat und den Kommandanten der Ecknacher und der Oberbernbacher Feuerwehr gegeben, denn beide Wehren sollen laut dem Plan mit neuen, wasserführenden Fahrzeugen ausgestattet werden. Damals habe es geheißen, es werde intensive Gespräche geben, um zu erörtern, welches Fahrzeug beschafft wird, so Gallo. Das sei bis heute nicht passiert.

Wie sich Kämmerer Wilhelm Rottenkolber gegen die Kritik wehrt

Wilhelm Rottenkolber nannte diese Kritik nicht nachvollziehbar. „Wir haben uns an die Vereinbarung gehalten. Aus unserer Sicht gibt es nichts Neues.“ Vor wenigen Wochen habe es eine Kommandantenversammlung gegeben. Da hätte Gallo das Thema ansprechen können. Es gebe keinen Zeitdruck, sagte Rottenkolber unserer Redaktion.

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Zum Hintergrund: Der Feuerwehrbedarfsplan soll gewährleisten, dass die 13 Feuerwehren im Stadtgebiet so aufgestellt und ausgerüstet sind, dass sie möglichst schnell helfen können. Dazu muss grundsätzlich jede Einsatzstelle, die an einer Straße liegt, innerhalb von zehn Minuten nach der Meldung erreicht werden. Diese Hilfsfrist sei zwar nicht gesetzlich geregelt, so Rottenkolber. Sie sei aber einzuhalten. Nach einer Definition des Innenministeriums muss zudem mindestens ein wasserführendes Fahrzeug innerhalb dieser zehn Minuten vor Ort sein. In Aichach mit seinem rund 93 Quadratkilometer großen Stadtgebiet kann das aber nicht eingehalten werden, weil nicht alle Feuerwehren über wassertragende Fahrzeuge verfügen.

Die Feuerwehren in Ecknach und Oberbernbach arbeiten derzeit beide mit Tragkraftspritzenfahrzeugen (TSF). Diese sollen mittelfristig durch ein Löschfahrzeug LF 10 oder ein Mittleres Löschfahrzeug (MLF) ersetzt werden. Die Regierung von Schwaben bevorzuge das MLF, weil dafür ein kleinerer Führerschein ausreicht. Für das LF10, ein 14-Tonner, ist der Lastwagenführerschein erforderlich. Zudem ist eine Mindestbesatzung von neun Aktiven notwendig, was in Ecknach und Oberbernbach, die tagsüber als nicht alarmsicher gelten, schwierig zu bewerkstelligen sei. Im Finanzplan ist für heuer die Bestellung eines Fahrzeugs für die Oberbernbacher Feuerwehr eingeplant, nächstes Jahr dann für Ecknach.

Ecknach: Wie es mit beim neuen Feuerwehrauto weitergeht

Wann die Fahrzeuge geordert werden, hängt zudem von zwei Bauprojekten ab. Wie berichtet, soll das alte Tragkraftspritzenfahrzeug der Oberbernbacher Feuerwehr an die Mauerbacher Wehr gehen, die derzeit nur einen Tragkraftspritzenanhänger hat. Für das Fahrzeug ist aber das alte Mauerbacher Feuerwehrhaus, das zudem nicht den aktuellen Vorschriften entspricht, zu klein. Der Neubau ist heuer im Haushalt eingeplant. Ebenso sieht es in Walchshofen aus. Die dortige Wehr soll das Tragkraftspritzenfahrzeug aus Ecknach bekommen, als Ersatz für das bisherige TSF. Dort ist ein Anbau ans Feuerwehrhaus für 2019 eingeplant. „Erst, wenn das Haus fertig ist, kann das Fahrzeug weitergegeben werden“, so Rottenkolber. Vorher sei somit auch die Ersatzbeschaffung nicht notwendig. Wichtig für die Entscheidung ist laut Rottenkolber, dass die Feuerwehren die personellen Anforderungen für das neue Fahrzeug erfüllen können. Bei wasserführenden Löschfahrzeugen sind unter anderem zwölf Atemschutzgeräteträger erforderlich und Aktive, die den notwendigen Führerschein haben. Die Feuerwehr Oberbernbach sei da schon auf einem guten Weg. Aber auch für die Ecknacher Aktiven sieht der Kämmerer keinen Zeitdruck.

Welches Fahrzeug für welche Wehr angeschafft wird, entscheidet der Stadtrat. Wie Wilhelm Rottenkolber unserer Redaktion sagte, sollen nach den Haushaltsberatungen die Beratungen dazu wieder aufgenommen werden, in erster Linie mit dem Fachberater der Regierung von Schwaben, dem Kreisbrandrat und den betroffenen Feuerwehren. Erst danach werde der Stadtrat eine Entscheidung treffen.

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