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Aichach-Klingen/Dasing

24.08.2015

Klingener gibt Schwimmkurse für Asylbewerber

Schwimmkurs für Asylbewerber in Dasing
2 Bilder
Samuel Koch (Mitte) aus dem Aichacher Stadtteil Klingen gibt im Dasinger Freibad ehrenamtlich Schwimmkurse für Asylbewerber.
Bild: Daniel Beck

Samuel Koch aus dem Aichacher Stadtteil Klingen gibt Schwimmkurse für Asylbewerber. Im Interview mit unserer Zeitung verrät er, was ihn antreibt.

Samuel Koch aus dem Aichacher Stadtteil Klingen gibt im Dasinger Freibad ehrenamtlich Schwimmkurse für Asylbewerber. Wir haben mit dem 27-Jährigen über die Schwimmstunden und seine Motivation gesprochen.

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Herr Koch, welchen Bezug haben Sie zum Thema Schwimmen?

Samuel Koch: Ich habe Fachangestellter für Bäderbetriebe gelernt. Ein Teil davon ist der Schwimmunterricht. Anschließend habe ich über den zweiten Bildungsweg mein Abitur nachgeholt und studiere mittlerweile im letzten Mastersemester den Studiengang Technisches Beschaffungsmanagement.

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Wie kam es dazu, dass Sie den Schwimmkurs für Asylbewerber leiten?

Koch: Ich habe im vergangenen Jahr in der Zeitung gelesen, dass der Asylkreis Dasing und die Gemeinde Dasing Helfer suchen und mich daraufhin gemeldet. Heuer habe ich den Kurs bereits zum zweiten Mal geleitet. Ich wollte beim Thema Flüchtlinge einfach meinen Beitrag leisten. Wenn jeder seinen Beitrag leistet, ist etwas Gutes getan. Für den Schwimmkurs möchte ich auch kein Geld bekommen – die Jungs haben eh keines.

Wie nehmen die Asylbewerber den Kurs an?

Koch: Die Zahl der Teilnehmer ist stetig mehr geworden. 2014 waren es maximal fünf Teilnehmer. Dieses Jahr haben sich 17 angemeldet. Das liegt auch an den gestiegenen Flüchtlingszahlen. Für die Asylbewerber, die an ihren Wohnort gebunden sind und nicht arbeiten dürfen, ist es auf alle Fälle eine schöne Abwechslung.

Wie läuft eine Schwimmstunde ab?

Koch: Der Kurs findet im Nichtschwimmerbecken statt. Da können alle stehen, das erleichtert es natürlich sehr. Wir haben mit dem Brustschwimmen angefangen und erst einmal auf dem Boden Trockenübungen gemacht. Anschließend haben wir mit den Beinen im Wasser am Beckenrand den Beinschlag geübt. So tastet man sich langsam vor. Mit einmal ist es nicht getan.

Gibt es große Unterschiede unter den Teilnehmern?

Koch: Ja. Keiner, der angefangen hat, konnte wirklich schwimmen. Manche haben auch Angst vor Wasser, vielleicht weil es ihnen unbekannt ist. Ich muss auf jeden individuell eingehen. Der eine lernt schneller als der andere. Ziel ist es aber nicht, perfekte Schwimmer zu bekommen, sondern Grundlagen zu vermitteln.

Für wie wichtig halten Sie Schwimmkurse im Allgemeinen?

KochFür sehr wichtig. Immer weniger Leute können schwimmen. Dagegen gibt es immer mehr Unfälle – zumindest nehme ich das über die Medien so wahr.

Diesen Sommer häufen sich Badeunfälle von Asylbewerbern. Für wie notwendig halten Sie Schwimmkurse für Asylbewerber vor diesem Hintergrund?

Koch: Ich halte Schwimmkurse im Allgemeinen für wichtig, unabhängig von Asylbewerbern. Bei den Asylbewerbern kommt hinzu, dass sich diese den Schwimmunterricht in der Regel nicht leisten können.

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