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Jubiläum

25.09.2019

Liederchor Aichach wird 100 Jahre

Der Liederchor Aichach wird 100 Jahre alt. Das Bild zeigt ihn in der Kirche St. Emmeran in Unterschneitbach.
Bild: Rosi Gottschalk

Zum Geburtstag singt sich der Chor selbst ein Ständchen. Beim Konzert stehen auch Lieder von Gustl Fuchs auf dem Programm. Er hat den Chor besonders geprägt

Vor 100 Jahren, Anfang Mai 1919, setzte Ludwig Jäger eine Anzeige in das Aichacher Amtsblatt. Er suchte „Freunde und Gönner des Gesangs“ zwecks Gründung eines Arbeitergesangvereins. Ein paar Tage später wurde der Verein mit 32 Herren und acht Damen aus der Taufe gehoben. Zwei Jahre danach benannte er sich in Gesang- und Orchesterverein um. Aus dem Zusammenschluss mit dem Männerchor der Sudetendeutschen Landsmannschaft 1964 ging der Liederchor Aichach hervor. Er feiert am Samstag, 28. September, sein 100. Jubiläum mit einem Konzert im Pfarrzentrum. Das Motto lautet: „100 Jahre – und kein bisschen leise“.

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Die unruhige Zeit nach dem Ersten Weltkrieg habe sich auch in Aichach ausgewirkt, sagt Christine Baier. Sie ist seit 2014 Vorsitzende des Liederchores. In Aichach habe es damals eine Bürgerwehr gegeben und kurz vor Kriegsende sei der damalige Bürgermeister gestorben, erzählt sie. „Deshalb war es so überraschend, dass sie es fertig gebracht haben, einen Chor zu gründen.“ Noch dazu einen sozial orientierten mit Männern und Frauen.

Für die Vorbereitung der Jubiläumsfeier recherchierten Baier und ihr Team zur Geschichte des Liederchores. „Es gibt nur wenig Unterlagen“, bedauert die Vorsitzende. Dabei hatten sie sich an alle möglichen Archive gewandt. Im Aichacher Stadtarchiv wurden sie schließlich fündig. Leiter Christoph Lang fand die Anzeige Jägers im Amtsblatt ebenso wie den Eintrag ins Vereinsregister und einen Bericht im Amtsblatt vom Juli 1929 zum „zehnjährigen Stiftungsfest des Gesangs- und Orchestervereins“.

Liederchor Aichach wird 100 Jahre

Darin heißt es, dass der Verein seit seiner Gründung „eifrig bestrebt“ gewesen sei, den Gesang zu pflegen und zu fördern. „Zahlreiche Veranstaltungen, die sich immer eines guten Besuches erfreuten, legten Zeugnis ab von der rührigen Tätigkeit seiner Mitglieder“, heißt es im Bericht weiter.

1964 schlossen sich der Gesang- und Orchesterverein und der Chor der Sudetendeutschen Landsmannschaft zum Liederchor Aichach zusammen. Gustl Fuchs leitete diesen erweiterten Chor 30 Jahre lang – bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 1994. Prägten in den ersten Jahren Wander- und Volkslieder das Gesicht des Chores, so kamen unter Gustl Fuchs unter anderem Messen und Operettenmelodien dazu. „Ein sehr fähiger Mann“, sagt Elisabeth Eigl, die unter anderem Notenwartin des Vereins ist, über den langjährigen Leiter. Fuchs schrieb die Volkslieder der Sudetendeutschen auf und setzte sie mehrstimmig um. Einige der Lieder werden beim Jubiläumskonzert zu hören sein.

Beim Sichten seines Nachlasses hätten sie zwei Schränke voll mit Noten gefunden und sie in mehrstündiger Arbeit aussortiert, erzählt Eigl. Der Nachlass von Fuchs soll dem Stadtmuseum übergeben werden. Zu Ehren des langjährigen Chorleiters gibt es einen Gustl-Fuchs-Weg im Stadtteil Algertshausen, wo Fuchs lebte. Zur Einweihung vor rund fünf Jahren sang – natürlich – der Liederchor Aichach.

Der Verein prägt seit Jahrzehnten das kulturelle Leben der Stadt. Eigl kann sich gut an die Muttertagskonzerte in den 1960er-Jahren erinnern: „Die Herren haben die Damen dazu eingeladen und schon war der Muttertag geritzt.“ Der erste Teil des Konzertes war klassisch, im zweiten wurden Operetten gesungen. Rund 30 aktive und 80 passive Mitglieder hat der Liederchor heute. Nach Hubert Gruber und Helga Fritscher leitet der Musiklehrer Josef Putz den Chor seit 2004.

Das Konzert des Liederchores Aichach findet am Samstag, 28. September, im Aichacher Pfarrzentrum statt. Beginn ist um 19.30 Uhr. Musikalisch wird der Chor von der Aichacher Bauernmusi begleitet. Karten gibt es an der Abendkasse.

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