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Prozess

22.05.2015

Mann attackiert Mitbewohner mit einer Flasche

Das Amtsgericht in Aichach (Kreis Aichach-Friedberg).
Bild: Kirstges/Archiv

Die Blutspur am Boden war nur ein Beweis von mehreren. Nach einer Auseinandersetzung im Asylbewerberheim kam es jetzt zum Prozess. 

Aichach Laute Musik und das Rauchen seines Mitbewohners im Zimmer hatte einen 20-jährigen Asylbewerber so wütend gemacht, dass er mit einer Flasche zuschlug. Gleich mehrmals hatte er in einer Asylunterkunft im nördlichen Landkreis einem 41-jährigen Mitbewohner eine Glasflasche auf Kopf und Genick geschlagen.

Und zwar mit solcher Wucht, dass die Flasche dabei zerbrach. Wegen gefährlicher Körperverletzung stand er deshalb vor dem Aichacher Schöffengericht. Das Gericht berücksichtigte in seinem Urteil, dass der Angeklagte provoziert worden war.

Der 20-Jährige hatte vor Gericht zugegeben, dass er mit einer Flasche auf seinen Mitbewohner losgegangen sei. Allerdings erst, nachdem der 41-Jährige zuerst versucht hatte, ihm die Flasche auf den Kopf zu schlagen. Ein Zeuge hatte beobachtet, wie die beiden um die Flasche rangelten. Den Schlag selbst hatte er nicht gesehen, dafür aber, dass der 41-Jährige blutete.

Ausgelöst hatte den Streit laut Aussage des 20-Jährigen, dass sein Mitbewohner im Zimmer rauchte, Alkohol trank und laut Musik hörte. Laut der Version des 41-Jährigen lag er ruhig auf dem Bett, als sein Mitbewohner plötzlich aufgestanden sei und mit dem Besen im Zimmer randaliert habe. Als er aus dem Zimmer ging, sei ihm der 20-Jährige mit der Flasche in der Hand nachgegangen und habe zugeschlagen.

Die Polizei, die zu dem Streit gerufen worden war, fand eine größere Blutspur am Boden. Der 41-Jährige, der nach dem Schlag mit der Flasche die Treppe hinunter gefallen war, war wegen Gehirnerschütterung und Schnittwunden im Krankenhaus behandelt worden.

Staatsanwältin Julia Keilbach wertete zugunsten des Angeklagten, dass es eine gegenseitige Auseinandersetzung gegeben hatte. Gegen den 20-Jährigen sprach aus ihrer Sicht die „erschreckende Brutalität“ und die Verletzungen. Aufgrund der unsteten Lebenssituation des Asylbewerbers hielt die Staatsanwältin Reiferückstände für nicht ausgeschlossen. Sie forderte eine Jugendstrafe von zehn Monaten auf Bewährung.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Dieter Gockel kam ebenfalls zu der Auffassung, dass zwischen den beiden Beteiligten sicher eine Auseinandersetzung stattgefunden hatte. Der Angeklagte habe auf die Provokation überzogen reagiert, sagte Gockel.

Als Beweis wertete das Gericht die zerbrochene Flasche, die Blutspur und die Verletzungen. Das Schöffengericht verurteilte den 20-Jährigen zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe. Außerdem muss er 64 Sozialstunden bei der Brücke in Augsburg leisten. (drx)

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