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 Prozessin Aichach

29.01.2019

Mann verkauft 14-Jährigem Marihuana

Ein 25-Jähriger muss sich deswegen vor dem Schöffengericht verantworten. Warum er mit Drogen nichts mehr zu tun haben will.
Bild: Katja Röderer

Ein 25-Jähriger muss sich deswegen vor dem Schöffengericht verantworten. Warum er mit Drogen nichts mehr zu tun haben will.

Er war 23, sein Kunde gerade mal 14 Jahre alt. Das Geschäft, um das es ging: Marihuana. Zweimal verkaufte der Ältere 2016 dem Jüngeren die Droge – jeweils ein beziehungsweise zwei Gramm. Um eine größere Menge ging es, als er dem Jüngeren über eine Internetplattform 70 Gramm Marihuana für 700 Euro anbot. Am Montag stand der heute 25-Jährige aus dem westlichen Landkreis vor dem Schöffengericht Aichach. Die Vorwürfe: unerlaubte Abgabe von Betäubungsmitteln an einen Minderjährigen in zwei Fällen und vorsätzliches unerlaubtes Handeltreiben.

Über seinen Verteidiger Werner Ruisinger räumte der Angeklagte die Vorwürfe ein. Ruisinger sagte, sein Mandant habe sich über das Alter seines Kunden keine Gedanken gemacht: „Das war ihm wurscht.“ Sein Mandant sei „regelrecht erschrocken“, als ihm die Strafen dafür bewusst geworden seien. Ruisinger zufolge hat der Angeklagte „mit Betäubungsmitteln nichts mehr zu tun“. Er sei seit Jahresbeginn mehrfach bei der Drogenberatung gewesen und habe seinen Arbeitgeber in seine Probleme eingeweiht.

Auf Nachfrage des Vorsitzenden, Richter Walter Hell, erzählte der Angeklagte, er habe mit 16 oder 17 zum ersten Mal Marihuana geraucht. Letztmals habe er im November einen Joint geraucht – als er von der Verhandlung erfahren habe. „Von einem Tag auf den anderen“ habe er aufgehört, als ihm bewusst wurde, welche Strafen ihm drohten.

Drogen gekauft: Käufer gibt sich zunächst schweigsam

Sein damaliger Kunde, heute 16 Jahre alt, zeigte sich vor Gericht äußerst schweigsam. Erst, als Staatsanwältin Franziska Deisenhofer ihm mit einem Verfahren drohte, ließ er sich ein paar Sätze entlocken. Zum Beispiel, dass er den Angeklagten angesprochen habe, weil er gehört hatte, dass dieser Drogen verkaufe. Dass er davor schon ein oder zweimal Marihuana geraucht habe und einmal dabei erwischt worden sei.

Die Staatsanwältin plädierte auf eine Gesamtfreiheitsstrafe von anderthalb Jahren für den Angeklagten. Sie hielt ihm sein Geständnis und sein Bemühen zugute, sein Leben in den Griff zu bekommen. Allerdings verwies sie darauf, dass der Angeklagte zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 25 Euro verurteilt worden war, weil er ohne Fahrerlaubnis Auto gefahren war und Unfallflucht begangen hatte. Das Urteil stammt aus demselben Jahr wie die Drogengeschäfte des jungen Mannes. Deisenhofer forderte eine Geldauflage von 2000 Euro und regte eine weitere Suchtberatung an.

Das Gericht schloss sich in seinem Urteil diesem Plädoyer an. Der Verteidiger konnte sich mit seiner Forderung nach einer Geldauflage von 1000 Euro und der Anerkennung eines minderschweren Falls nicht durchsetzen. Für das Gericht wog besonders schwer, dass der Angeklagte das Marihuana einem Minderjährigen verkauft hatte. Hell machte dem 25-Jährigen zur Auflage, regelmäßig nachzuweisen, dass er keine Drogen mehr nimmt. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Der Angeklagte nahm das Urteil an.

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