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Gemeinde beschließt Änderungssperre

12.03.2009

Neue Schlossherren in Hofhegnenberg

Jetzt sind die Neuen da: Anfang März sind die neuen Besitzer des Schlosses Hofhegnenberg angekommen. Es ist der Unternehmer Peter Löw mit Familie aus Starnberg. Die Familie Löw will das Schloss sanieren und umbauen. Allerdings muss hierzu erst das Amt für Denkmalschutz in Aichach grünes Licht erteilen. Von Gerd Bamberg

Steindorf-Hofhegnenberg. Jetzt sind die Neuen da: Anfang März sind die neuen Besitzer des Schlosses Hofhegnenberg angekommen. Es ist der Unternehmer Peter Löw mit Familie aus Starnberg. Die Familie Löw will das Schloss sanieren und umbauen. Allerdings muss hierzu erst das Amt für Denkmalschutz in Aichach grünes Licht erteilen, ein Termin ist bereits geplant. Im Vorgriff hatte der Steindorfer Gemeinderat für das Schloss eine Änderungssperre beschlossen. Ein Bebauungsplan soll folgen.

Herrlicher Schlosspark mit beeindruckenden Laubbäumen

Für den nicht Ortskundigen ist das Schloss Hofhegnenberg in der "belaubten" Jahreszeit, das heißt dann, wenn sich der für die Öffentlichkeit nicht zugängliche aber herrliche Schlosspark mit beindruckenden Laubbäumen in dichtem Grün präsentiert, kaum auszumachen. Da kann man es leichter im Fernsehen betrachten: Vor einigen Jahren wurden hier einige Szenen für "Forsthaus Falkenau" gedreht, das alte Hofmarkschloss diente hierbei als Kulisse für das fiktive Schloss von Küblach im Bayerischen Wald. Erstmals erwähnt wurde es urkundlich 1354. Das Schloss Hofhegnenberg liegt am Rand des Steindorfer Gemeindeteils Hofhegnenberg auf einer Anhöhe, dem Rossberg, ganz im südwestlichen Zipfel des Landkreises Aichach-Friedberg.

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Der gut erhaltene Adelssitz geht auf eine hochmittelalterliche Burganlage zurück, von der noch der Stumpf des Bergfrieds zu erkennen ist. Genauso häufig, wie sich das Aussehen des altehrwürdigen Schlossgemäuers im Laufe der Jahrhunderte immer wieder veränderte, änderten sich auch die Namen der Schlossherren mehrfach.

Mit den Freiherrn von Gebsattel waren von 1902 an bislang zum letzten Mal dem Adelsstand angehörige Schlossherrn zugegen.

Friedrich Freiherr von Gebsattel (1902-1980) war, wie in der Steindorfer Chronik von Franz Etzler nachzulesen ist, der prädestinierte Schlossherr von Hofhegnenberg. Der studierte Forstwirt war viel in seinen Wäldern zu Fuß unterwegs, um nach dem Rechten zu sehen. In München lernte er später Amy Freiin von Behr kennen und heiratete diese 1936. Ein Jahr später kamen Sohn Lothar und 1940 Tochter Barbara zur Welt. Während des Zweiten Weltkrieges war der Schlossherr zuletzt als Major an der Ostfront im Einsatz.

Wieder nach Hause zurückgekehrt, kümmerte er sich wie schon zuvor um die Land- und Forstwirtschaft und auch die gutseigene Ziegelei. Diese Gebäude stehen noch heute und sind in einem kleinen Dorf des Wittelsbacher Landes ein Industriedenkmal des vergangenen Jahrhunderts ersten Ranges. Man sagt dem Freiherrn nach, dass er sich besonders den Heimatvertriebenen und der Belange der örtlichen Vereine, aber auch der Kirche und Schule und der Gemeindebelange überhaupt angenommen habe. Anlässlich seines 60. Geburtstags wurde Freiherr von Gebsattel zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannt. Nachdem man ihn dann am 23. März 1980 zu Grabe getragen hatte, übernahm Ehefrau Amy Freifrau von Gebsattel bis zu ihrem Tode im Jahr 1985 die Schlossherrschaft in der gleichen fürsorglichen Art und Weise wie vorher bereits ihr Mann.

Wald und Felder über Jahrzehnte verkauft

Lothar Freiherr von Gebsattel war nach dem Tod der Eltern dann der letzte Besitzer des Schlosses zu Hofhegnenberg aus der Reihe der Freiherrn von Gebsattel. Er verkaufte seit über zwei Jahrzehnten immer wieder Grundstücke. Zum Schloss gehörten rund 1000 Hektar Wald und landwirtschaftliche Grundstücke. Vor einigen Monaten verkaufte Gebsattel dann auch das traditionsreiche Anwesen und bezog ein privates Domizil in Grafrath.

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