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Aichach-Friedberg

17.05.2019

Neue Vinzenz-Pallotti-Schule in Friedberg kostet 33 Millionen

Der Vorentwurf für den Neubau der Förderschule in Friedberg mit Sporthalle am Volksfestplatz.

Der Bauausschuss des Kreistags Aichach-Friedberg lobt den Entwurf für die Förderschule in Friedberg. Bei den Kosten und dem Baumaterial sinkt die Begeisterung aber.

So viel Vorschusslorbeeren sind selten bei der Vorstellung einer Planung im Bauausschuss des Kreistags: Die Rede ist von einem „großen Wurf“ und „einem Glücksfall für Friedberg“ und gemeint ist der Entwurf für die neue Vinzenz-Pallotti-Förderschule plus Sporthalle am Volksfestplatz und in Nachbarschaft zu weiteren kreiseigenen Schulen. Konzept, Grundriss und Gestaltung des zweigeschossigen Baukörpers sorgten bei der Vorstellung in der Sitzung durch das Architekturbüro Mey geradezu für Begeisterung bei einigen Kreisräten.

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Die sank spürbar, als die grobe Kostenschätzung für Schule, Sporthalle und Freisportanlagen an die Leinwand im Sitzungssaal des Blauen Palais projiziert wurde. Rund 33 Millionen Euro – Stand jetzt. Im aktuellen Kreisetat stehen übrigens noch 29 Millionen als Hausnummer.

Der Landkreis rechnet mit einer staatlichen Förderung von elf Millionen

Nach Abzug der erwarteten staatlichen Förderung von elf Millionen blieb das Wittelsbacher Land mit rund 20 Millionen hängen. Vorausgesetzt, die Baukosten würden nicht weiter steigen. Aber das ist illusorisch, wie Rainer Hurler, Leiter der Bauabteilung im Landratsamt, den Kreispolitikern im Anschluss nahebrachte.

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Würden die Baupreise weiter so explodieren wie in den vergangenen Jahren, dann müsse bis 2022 mit einer Kostensteigerung von 23 Prozent gerechnet werden. Bis dahin soll die Schule fertig werden. Von 33 Millionen aus hochgerechnet würde man dann schon etwa bei deutlich über 40 Millionen Euro liegen.

Das bestehende Förderzentrum ist nur noch bis Herbst 2022 genehmigt

Aktuell werden im 40 Jahre alten Schulgebäude nur rund 230 Kinder in 19 Klassen unterrichtet. Trotz provisorischer Verbesserungen beim Brandschutz hat das bestehende Förderzentrum an der Wiffertshauser Straße nur noch eine Genehmigung bis zum Herbst 2022. Bis dahin muss das neue Schulhaus her.

Genau dieser Zeitdruck ist aus Sicht des Architekturbüros auch ein Totschlag-Argument gegen einen Holzbau. Die Freien Wähler hatten beantragt, diese Bauweise zu prüfen (wir berichteten). Der Planer zeigte sich davon nicht überzeugt: Er führte Brandschutz, Schallschutz, Haustechnik, Mehrkosten (geschätzt: eine Million) ins Feld und hob die Vorteile der Stahlbetonbauweise für eine Schule heraus. Beton sei ebenfalls nachhaltig, pflegeleichter und Holzbauteile müssten mit Gipskarton verkleidet werden.

Bei der Bauweise zieht vor allem der Zeit-Faktor

Vor allem zog aber der Zeit-Faktor. Für einen Holzbau müsse deutlich länger geplant werden. Der Termin für die Einreichung des Förderantrags bei der Regierung im Herbst könne nicht eingehalten werden. Das bedeutet ein ganzes Jahr Zeitverlust. Das bewegte auch einen erklärten Holzbau-Befürworter wie Leonhard Büchler (CSU) zur Zement-Zustimmung. Mit Zähneknirschen: Die Beton-Lobhudelei war ihm zuviel des Guten. Der Kreis habe einen erst 40 Jahre alten Betonbunker abgerissen, erinnerte Büchler. Katrin Müllegger-Steiger (Grüne) und Helmut Lenz (FW) stimmten gegen die konventionelle Bauweise. Letzterer forderte, ein Zeichen für Nachhaltigkeit mit einem öffentlichen Gebäude zu setzen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar Landkreis gibt Holzbau in Friedberg keine Chance

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