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Aulzhausen

05.11.2010

Polnischer Konsul besucht Zwangsarbeitergrab

Gedenkreden am Grab von Michael Kwik hielten (v.l.) Lorenz Drexl vom Partnerschaftskomitee Affing-Lobez, Bürgermeister Fuchs und Jacek Barylak vom polnischen Generalkonsulat. Foto: Fissl
Bild: Fissl

Grabbesuche im November, vor allem an Allerheiligen, zählen zur Tradition in unseren Heimatgemeinden. Grabstätten erinnern an die unvergessen Verstorbenen. Im Friedhof des Affinger Ortsteiles Aulzhausen findet man das Grab des polnischen Zwangsarbeiters Michael Kwik.

Affing-Aulzhausen. Grabbesuche im November, vor allem an Allerheiligen, zählen zur Tradition in unseren Heimatgemeinden. Grabstätten, die zu dieser Zeit mit manchem Aufwand und besonderer Sorgfalt gepflegt werden, erinnern an die unvergessen Verstorbenen. Im Friedhof des Affinger Ortsteiles Aulzhausen findet man das Grab des polnischen Zwangsarbeiters Michael Kwik.

Dass sich von dieser Grabstätte aus eine langjährige Partnerschaft zwischen den Gemeinden Affing und der polnischen Stadt Lobez entwickelte, dem geht ein tragisches Geschehen voraus. Michael Kwik, der als polnischer Zwangsarbeiter im Affinger Ortsteil Aulzhausen hingerichtet wurde, zählt nicht zu den vergessenen Verstorbenen.

Vom polnischen Generalkonsulat in München überbrachte Konsul Jacek Barylak ein Blumengebinde zum Gedenken an Michael Kwik. In seiner Rede erwähnte der Konsul die unendlichen Opfer, Leiden und schmerzlichen Ereignisse des Krieges zwischen den Völkern. Affings Bürgermeister Rudi Fuchs, der an der Gedenkfeier teilnahm, sagte: "Das Leid das Michael Kwik angetan wurde, kann nicht rückgängig gemacht werden, auch nicht die Geschichte selbst." Sich dieser Geschichte zu stellen und daran zu erinnern, sei aber eine immerwährende Aufgabe. Dank der Redner galt auch Julia Mahl-Blösch, die seit Jahrzehnten die Grabpflege ehrenamtlich übernimmt und mit viel Mühe ausführt. Für das Partnerschaftskomitee Affing-Lobez erinnerte Vorsitzender Lorenz Drexl unter anderem an die Worte des verstorbenen Lobezer Bürgermeisters Marek Romejka, der bei einem Besuch am Grab von Michael Kwik sagte: "Wir stehen hier am Grab von Michael Kwik, und erinnern an die Vergangenheit, aber dieses Grab soll uns auch den Blick öffnen, für eine friedliche Zukunft." Mit Gesprächen im Pfarrheim über die Partnerschaft, die Verbindungen zum polnischen Generalkonsulat München und den zukünftigen Zielen, verabschiedete sich Konsul Jacek Barylak. Sein Wunsch sei, dass die Menschen nicht schweigen oder verdrängen, sondern die Erinnerung an das Geschehene bewahren: Nur das bereite den Weg der Versöhnung. (rex)

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