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Neujahrsempfang

04.01.2019

Schrumpfendes Engagement als Herausforderung

Stießen beim Neujahrsempfang an: (von links) Pastoralratsvorsitzender Xaver Storr, Thalhausens Pfarrgemeinderatsvorsitzende Christine Rieger, Diakon Ludwig Drexl, Pfarrer Karl Bartenschlager, Anni Kerle, Altomünsters Bürgermeister Anton Kerle, Pfarrer Michael Schönberger und Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann.
Bild: Neusiedl

Altomünsters Bürgermeister beklagt beim Neujahrsempfang der vier Pfarreien Klingen, Mauerbach, Gallenbach und Thalhausen hohes Anspruchsdenken. Aichacher Bürgermeister lobt Bereitschaft, füreinander da zu sein

Zum Neujahrsempfang der Pfarreien Klingen, Mauerbach, Gallenbach und Thalhausen haben sich kürzlich etwa 60 Vertreter aus Kirche, Politik, Vereinen und Ehrenamtliche im Bürgerhaus im Altomünsterer Ortsteil Thalhausen eingefunden. Thalhausens Pfarrgemeinderatsvorsitzende Christine Rieger hob die gute Zusammenarbeit der vier Pfarreien untereinander hervor. Im Jahr 2018 stellte sie fest, sei auch einiges schiefgelaufen, wie etwa das Ausscheiden der Fußballnationalmannschaft bei der WM.

Man dürfe aber nicht übersehen, dass viel Gutes und Erfreuliches geschehen sei. Auch hier in der Heimat habe es viele glückliche Ereignisse gegeben. In einem kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr berichtete sie unter anderem von den Neuwahlen der Pfarrgemeinderäte und den Kirchenverwaltungen. Firmungen und Erstkommunionen fanden statt, ebenso der Seniorenausflug und die Pfarrwallfahrt nach Altötting.

Pfarrer Michael Schönberger feierte sein 25. Priesterjubiläum. Die Marienerscheinung in Maria Stock jährte sich zum 170. Mal. Pastoralratsvorsitzender Xaver Storr stellte erfreut fest, dass bei den Pfarrgemeinderats- und Kirchenverwaltungswahlen ausreichend Kandidaten zur Verfügung gestanden hätten. Es gab in allen Pfarreien etliche Neubesetzungen.

Beim gemeinsamen Pfarrfest wurde neben dem Jubiläum von Pfarrer Schönberger auch das 50. Priesterjubiläum von Pfarrer Karl Bartenschlager gefeiert. Besonders hob er den Glaubenskurs im Herbst hervor. Die Bereitschaft, für den Glauben zu leben, solle hier vermittelt werden. In einem Ausblick auf das Jahr 2019 wies er auf die Visitation des Bistums Augsburg hin. Dies sei keine Überprüfung, sondern hier sollen unter anderem die Anliegen der Gläubigen gehört werden. Den 16. und 17. Februar sollten sich alle dafür vormerken. Eine Pfarrfahrt nach Südschweden zur heiligen Birgitta ist vom 20. bis 24. Mai geplant. „Wir freuen uns auf alles, was im neuen Jahr auf uns zukommt.“

Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann sprach von einem Jahr mit Bewegung und Turbulenz. In Aichach gab es zahlreiche Baustellen, wie etwa die in der Bahnhofstraße. Die Fertigstellung des neuen Krankenhauses, der vierspurige Ausbau der B300, die historischen Markttage und das Kinderturnfest seien herausragende Ereignisse gewesen. 2019 findet wieder die Wila statt.

Die Landesausstellung 2020 werfe auch schon ihre Schatten voraus. Eher bedrückend hingegen sei die Erinnerung an das Zugunglück in Aichach und der schwere Verkehrsunfall in der Nähe von Klingen an Heilig Abend. Besonders beim Zugunglück sei die spontane Hilfe der Anlieger beeindruckend gewesen. Als positives Fazit sieht Habermann die Bereitschaft, füreinander da zu sein. Vielleicht sei in der Zukunft nicht alles so schlimm, wie man es kommen sieht. Die vier Pfarreien dienen laut Habermann als tragfähiges Fundament. Er wünschte allen viel Kraft für das weitere ehrenamtliche Engagement in Kirche und Politik.

Altomünsters Bürgermeister Anton Kerle stellte fest, Bürgermeister Habermann und er würden ähnlich denken, da brauche er nicht mehr viel zu sagen. Er wolle ergänzend etwas Kritik üben. Früher hieß es immer: „Unseren Kindern soll es mal besser gehen.“ Heute müsse man eher darüber nachdenken: „Uns geht es zu gut.“ Das Anspruchsdenken sei heutzutage zu hoch. Viele seien nicht mehr bereit, für das Gemeinwohl zu sorgen. Er sehe dies als Herausforderung für die Zukunft.

Zum Abschluss erklärte Pfarrer Michael Schönberger, eine gemeinsame Mission von Kirche und Staat könne vieles bewältigen. (eu)

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