Newsticker

RKI meldet am Sonntag 14.611 neue Corona-Fälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. So legal war Nacktbaden noch nie: Probleme für Kommunen?

Aichach-Friedberg

12.04.2014

So legal war Nacktbaden noch nie: Probleme für Kommunen?

Seit Herbst ist das staatliche Nacktbadeverbot aufgehoben. Jetzt müssen die Kommunen selbst regeln, wo Nacktbader sich aufhalten dürfen und wo nicht.
Bild: Symbolfoto: dpa

Seit Herbst ist das staatliche Nacktbadeverbot aufgehoben. Jetzt liegt die Verantwortung bei den Kommunen, viele wissen aber davon nichts. Wo hüllenloses Baden straffrei bleibt...

Die Sonne lacht in einem außergewöhnlich warmen Frühjahr. Wenn es so weiter geht, dann ist die Badesaison in ein paar Wochen eröffnet. Es droht aber Ärger an den Seen im Wittelsbacher Land. Weil das staatliche Nacktbadeverbot seit Herbst nicht mehr in Kraft ist, können Nackte an den Seen in der Region baden. Vorausgesetzt, die für den Badesee zuständige Kommune hat noch keine Verordnung erlassen, die das untersagt. Gemeinde- und Stadträte sind alarmiert und müssen selbst aktiv werden. Als eine der ersten Städte beschloss München deshalb in dieser Woche extra eine neue „Badekleidungsverordnung“.

Zu wenig Platz für Nacktbader?

Solange eine Kommune kein konkretes Nacktbadeverbot für ihren Badesee ausgesprochen hat, können Nackte dort baden, ohne bestraft zu werden. Peter Widmann – Vorsitzender des Naturistensportbund Helios in Kissing – sieht auf die Kommunen einige Probleme zukommen: „Ich glaube, dass sich die Städte und Gemeinden etwas einfallen lassen müssen. Sie werden gefordert sein.“ Die offiziellen FKK-Flächen, wie am Kissinger Auensee, sind nach seinen Angaben teilweise überfüllt. Er befürchtet: „Ich könnte mir vorstellen, dass manche Nacktbader dann an die Seen in der Umgebung ausweichen.“ Dann würden die normalen Badegäste Handtuch an Handtuch mit den Nacktbadern liegen. Um eine Konfrontation zu vermeiden, müssen die Verantwortlichen in der Region handeln. Doch nicht überall wissen sie davon:

Kühbach Der Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaft Kühbach, Friedrich Schäffler, sieht am Randersdorfer See jedenfalls noch keinen Handlungsbedarf: „Es gab in der Vergangenheit keine Vorfälle, weshalb wir ein Verbot aussprechen sollten.“ Wenn überhaupt, dann seien solche Fälle nicht erfasst worden. Die Kühbacher wollen „die Badesaison erst einmal anlaufen lassen und nicht in Handlungshektik verfallen“. Dass es seit Oktober kein staatliches Nacktbadeverbot mehr gibt, wusste Schäffler nicht. Er sagt: „Davon habe ich noch nichts gehört. Damit habe ich mich in meiner täglichen Arbeit noch nicht beschäftigt.“

Pöttmes Obwohl vonseiten der Marktgemeinde noch kein Verbot ausgesprochen wurde, fürchten die Pöttmeser keine Anarchie in Sachen Nacktbaden. Geschäftsführer Ernst Abold erklärt: „Wir haben noch nichts unternommen und werden erst einmal abwarten.“ In der Vergangenheit sei am Mandlachsee lediglich die ein oder andere Frau oben ohne rumgelegen.

Todtenweis Die Todtenweiser sind da schon einen Schritt weiter. Sie waren mit ihrer Verordnung sogar schneller als die Münchener. Auf der Flur der Lechraingemeinde liegt das bekannte Naherholungsgebiet Sander Seenlandschaft. Badegäste aus der ganzen Region nutzen die künstlichen Seen. Die meisten tummeln sich auf den Liegewiesen des U-Weihers. Walter Krenz, Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaft Aindling, sagt: „Wir haben das schon längst erledigt. Im Mai 2012 haben wir Nacktbaden verboten.“ Seither ist das Verbot in der Satzung zum Verhalten in Grünanlagen unter Paragraf drei verankert. Darin heißt es: „In den Grünanlagen an Gewässern ist im Besonderen untersagt die Ausübung der Freikörperkultur.“ Laut Krenz kursierte vor ein paar Jahren im Internet das Gerücht, dass an den Sander Seen Nacktbaden erlaubt sei. „Das stimmt nicht. Das ist hier schon immer untersagt“, betont Krenz.

Deshalb können Nacktbader in Todtenweis bestraft werden. Erich Weberstetter von der Polizei Aichach über mögliche Folgen: „Wir würden die Person anzeigen. Da es eine Ordnungswidrigkeit ist, würde es eine Geldbuße geben.“ Die Nacktbader sind übrigens froh über feste Regelungen. Widmann betont: „Wir wollen nicht provozieren. Ich verstehe die Leute, die nicht hinter jedem Busch Nackte sehen wollen.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren