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Eröffnung

15.11.2018

Von Geisterhunden und Bußbergen

Kinder der dritten und vierten Klasse der Aindlinger Grundschule waren bei der Eröffnung der Ausstellung „Kulturspuren in der Landschaft“ im Aindlinger Rathaus dabei.
Bild: Dominik Niggl

Wanderausstellung „Kulturspuren in der Landschaft“ noch bis zum 7. Dezember im Aindlinger Rathaus

Im Aindlinger Rathaus ist derzeit eine Ausstellung mit dem Titel „Kulturspuren in der Landschaft“ zu sehen. In der Gegend erzählt man sich laut einer Mitteilung die Sage, dass am Galgenberg zu Aindling zuweilen ein großer Hund umgeht. Besonders im Herbst seien an der alten Richtstätte des Schergenamtes, wo Wegelagerer, Räuber und andere Missetäter am Galgen aufgeknüpft wurden, Hundegeheul und andere Geräusche zu hören. Im Mondlicht erschienen gelegentlich Tiergestalten, die rasch wieder verschwinden, heißt es. Der Geisterhund soll einmal eine Frau von Aindling bis nach Todtenweis begleitet haben. Er tat ihr aber nichts.

Diese und weitere Geschichten erfuhren die Kinder der dritten und vierten Klasse der Aindlinger Grundschule bei ihrem Besuch im Rathaus von Manuela Riepold von der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege. Im Rathaus wurde zu diesem Zeitpunkt die Wanderausstellung „Kulturspuren in der Landschaft“ eröffnet.

Im Mittelalter waren adelige Grundherren fast allmächtig. Nicht nur, dass sie die Steuern eintreiben und ihren unfreien Bauern vorschreiben durften, welche Feldfrüchte diese anzubauen hatten. Sie waren meist auch Gesetzgeber und Richter in einem. Sie durften Verbrecher in ihrem Herrschaftsgebiet sogar zum Tode, meist durch den Strang, verurteilen. Richtplätze, an denen die Todesstrafe vollzogen wurde, gab es aber nur in manchen Ortschaften. Heute existieren sie freilich nicht mehr. Aber als Flurnamen sind sie erhalten geblieben.

In Aindling am Bußberg informiert eine Tafel die Besucher über diese schaurigen Gepflogenheiten. Ein weiterer Informationspunkt befindet sich am östlichen Ortseingang unweit der dort beschriebenen Ackerterrassen. Diese Landschaftsform verschwand mit Zunahme der landwirtschaftlichen Maschinen weitgehend, ist aber ein wichtiges Landschaftselement, wenn es um Bodenerosion oder den ökologisch wertvollen Lebensraum für viele Nützlinge im Landbau geht.

Mit dem Projekt „Kulturspuren in der Landschaft“ hat das Institut für Geografie der Universität Augsburg im Auftrag des Landkreises Aichach-Friedberg die historischen Kulturlandschaftselemente und das kulturhistorisch bedeutsame Potenzial der Landschaft im Wittelsbacher Land erfasst und aufbereitet. Die Wanderausstellung zu diesem Projekt gastiert bis zum 7. Dezember im Rathaus in Aindling. Besucher können sich eine Landkreiskarte und Faltblätter, mit denen sie die bedeutendsten Kulturspuren aufspüren können, zu den Öffnungszeiten im Rathaus abholen. (AN)

Weitere Informationen bei der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege, Manuela Riepold, Telefon 08251/92-392, E-Mail: manuela.riepold@lra-aic-fdb.de

Informationen gibt es auch auf der Internetseite des Landratsamtes

https://lra-aic-fdb.de/landratsamt/fachbereiche/abteilung-6-umweltschutz/naturschutz-gartenkultur-und-landespflege/kulturspuren-in-der-landschaft

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