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Landvolk

26.01.2015

Wegweiser im Labyrinth der Gütesiegel

„Etikettenschwindel“? – Ulrike Birmoser vom Verbraucherservice Bayern informierte im Rahmen eines Seminars der Katholischen Landvolkgemeinschaft Aichach 60 Zuhörer über den Gütesiegel-Wirrwarr.
Bild: Xaver Ostermayr

Ernährungsberaterin Ulrike Birmoser gibt bei ländlichem Seminar Verbrauchern Tipps. Worauf man beim Einkauf achten sollte

„Etikettenschwindel? Regional – natürlich – fair: Verwirrt durch Gütesiegel“: Das war das Thema einer Veranstaltung im Rahmen der ländlichen Seminarreihe der Katholischen Landvolkgemeinschaft Aichach im Gasthaus Bichlmeier in Unterschneitbach. Vorsitzender Jakob Riedlberger freute sich, dass er unter den 60 Zuhörern auch „neue Gesichter“ ausfindig machen konnte.

Die Ernährungsberaterin Ulrike Birmoser vom Verbraucherservice Bayern, Beratungsstelle Augsburg, als Referentin sagte eingangs: „Die Lebensmittelverpackungen sind oftmals mit Informationen überfrachtet.“ Der Durchschnittssupermarkt preise 35000 Lebensmittelprodukte an. Insgesamt gebe es auf dem Markt 180000 verschiedene Lebensmittel. Das mache die Auswahl beim Einkaufen nicht leicht. Das Lebensmittelgeschäft werde von vier Supermarktketten dominiert.

Die Referentin stellte klar, dass immer mehr Verbraucher Lebensmittel aus der Region bevorzugen. 80 Prozent wollen lieber regionales Obst und Gemüse, aber nur fünf Prozent tauchen im Warenkorb auf. Ein Drittel der Verbraucher würde einen Preisaufschlag von zehn bis 20 Prozent für regionale Produkte in Kauf nehmen. Man will vor allem die heimische Landwirtschaft unterstützen und der Verbraucher will oftmals auch wissen, woher die Ware kommt, so Birmoser. Gut gebildete Personen kaufen eher Produkte aus der Region als weniger gebildete. Sie tragen dazu bei, dass beispielsweise die Artenvielfalt erhalten bleibt und die Klimabelastung geringer ausfällt. Und: Sie wollen „keine Gentechnik“.

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Die Lebensmitteltransporte haben sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt. So werden Nahrungsmittel vor dem Verzehr im Durchschnitt 2400 Kilometer transportiert. 80 Prozent der weltweiten Apfelernte kommt aus China. Ein Kilo Erdbeeren aus Südafrika verbraucht für Erzeugung und Transport 4800 Milliliter Erdöl. „Auch alltägliche Lebensmittel werden hin und her gefahren“, stellte die Ernährungsberaterin fest. „Der Flugzeugtransport ist aus ökologischer Sicht eine Katastrophe“, so die unmissverständlichen Worte von Ulrike Birmoser. Somit mache es Sinn, zu hinterfragen, woher die Lebensmittel kommen. Jedoch muss nur auf wenigen Lebensmitteln die Herkunft angegeben werden. Und: „Man hat mehr Genuss, wenn man nicht zu jeder Jahreszeit alles hat“, meinte Birmoser.

Im Internet gibt es Aufklärung über die verschiedenen Labels

Wichtig: Ein Label (Etikett) dient dem Verbraucher als praktischer Rat beim Einkauf. Unter Label versteht man verschiedene Informations- und Managementinstrumente. Label-online (www.label-online.de) kann wichtige Informationen liefern. Denn die Labels sind vielfältig und nicht für jedermann verständlich. Birmoser erläuterte einige dieser Labels: „Geprüfte Qualität – Bayern“, „Unser Land – Solidargemeinschaft“, „Regionalfenster“, „Von hier“, „Ohne Gentechnik“ oder „Wittelsbacher Land“. Leider gebe es heute auch einen Ökosiegel-Wirrwarr. „Dennoch spricht einiges dafür, Bio-Lebensmittel zu kaufen“, appellierte die Referentin an die Zuhörer. In Bezug auf beispielsweise Vitamine, Nitrate oder Pestizidrückstände gebe es eben Unterschiede zu den konventionellen Produkten.

Ulrike Birmoser gab den Seminarteilnehmern ein paar Tipps mit auf den Nachhauseweg: „Essen Sie eine bayerische Sau anstatt minderwertigen, billigen Fisch. Und Leitungswasser ist das beste Getränk.“

Der nächste Seminarabend findet am morgigen Dienstag, 27. Januar, um 19.45 Uhr beim Bichlmeier in Unterschneitbach statt. Es spricht Bernhard Fendt von der Familienfürsorge zum Thema „Pflicht zur Treue? – Zu meinem Ja stehen, auch wenn die Liebe schwächelt.“

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