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Pöttmes / Schrobenhausen

30.11.2020

Wie die Pöttmeser Tschnernobyl-Kinderhilfe trotz Corona weiterarbeitet

Gespenstische Kulissen: Viele Gebäude innerhalb der Sperrzone um den havarierten Reaktor zeugen davon, dass die Bewohner 1986 fliehen mussten.
Foto: Sammlung Müller

Das geplante Benefizkonzert fällt wegen der Corona-Pandemie zwar aus. Doch die Tschernobyl-Kinderhilfe Pöttmes-Schrobenhausen will nicht aufgeben.

Dieses Jahr ist wegen Corona anders, auch für die Tschernobyl-Kinderhilfe Pöttmes-Schrobenhausen: Kein Benefizkonzert am zweiten Adventssonntag in St. Peter und Paul in Pöttmes, keine zur Besinnung einladenden Klänge, keine zur Einkehr ermutigenden Texte, auch der Spendenerlös wird fehlen. Das stimmt traurig und nachdenklich. Dennoch lässt sich Organisatorin Evi Schmidt-Deeg nicht entmutigen

Tschernobyl-Kinderhilfe aus Pöttmes gibt Kindern eine kleine Perspektive

Was aufgrund der Pandemie plötzlich nicht mehr stattfinden kann, was ein wenig selbstverständlich geworden war, lässt Schmidt-Deeg um so dankbarer zurückblicken auf das, was in mehr als zwei Jahrzehnten dank großartiger Unterstützung und begeisterten Engagements vieler möglich war.

Doch die Tschernobyl-Kinderhilfe Pöttmes-Schrobenhausen arbeitet trotz Corona weiter: Evi Schmidt-Deeg.
Foto: Tschernobyl-Kinderhilfe

Menschen haben mit ihrer breit gefächerten musikalischen Begabung und mit kritisch-sensiblen Worten andere erreicht, berührt und bereichert. Mit dem Erlös der Benefizveranstaltungen konnte die Tschernobyl-Kinderhilfe jungen Menschen im weißrussischen Gomel eine kleine Perspektive geben, ein Stück Lebensmut schenken, den Alltag erleichtern.

Und sie kann es, wenn auch unter erschwerten Bedingungen, zumindest vorerst noch immer, dank eines bescheidenen finanziellen Polsters einerseits und dank wertvoller Unterstützung andererseits: Eine weißrussische Freundin der Organisatorin hat aus familiären Gründen schon zum zweiten Mal nicht nur die Risiken einer Reise in Pandemiezeiten und politisch aufgeheizter Stimmung nach Belarus auf sich genommen. Sie war auch bereit, das zusätzliche Risiko des Transfers der Patengelder und wichtiger Medikamente einzugehen. Ebenfalls durch persönliche Kontakte konnte ein Paket mit lebenswichtigen Spezialnahrungsmitteln auf den Weg ins weißrussische Gomel gebracht werden, die erste Transportmöglichkeit in diesem Jahr - und mittlerweile ist das wertvolle Gut tatsächlich angekommen.

Politische Lage in Weißrussland erschwert Planung

Die Patenkinder sind jetzt bis Ende September 2021 versorgt. Wann Nasten´ka wieder mit "ihren" Lebensmitteln bedacht werden kann, ist ungewiss. Nicht nur die Pandemie, auch die politische Lage in Weißrussland erschwert manches, vor allem eine längerfristige Planung. Die Situation der unterstützten Kinder und ihrer Familien ist nicht einfacher geworden.

Die Patenschaften sollen auf jeden Fall fortgeführt werden. Längerfristig wird dies nur mithilfe von Spenden möglich sein, denn niemand weiß, wie lange die durch die Pandemie bedingte Durststrecke letztlich sein wird. (AZ)

Kontakt: Spendenkonto: Schrobenhausener Bank, IBAN: DE38 7216 9218 0101 8741 87

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