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Sicherheit

24.10.2017

Wie ein Kind schnell mal 750 Kilo wiegt

Was passiert, wenn Kinder im Auto nicht richtig gesichert sind, zeigt bei den Aktionstagen der Kreisverkehrswacht die Puppe „Pit“.
Bild: Helmut Beck

Die Verkehrswacht demonstriert bei Aktionstagen unter anderem, wie wichtig die richtige Sicherung im Auto ist

In mehr als 40 Kindergärten hat die Kreisverkehrswacht Aichach-Friedberg in diesem Jahr Aktionstage zum Thema „Kinder im Straßenverkehr“ veranstaltet. Ziel ist es, Kinder vor Unfällen zu schützen, heißt es in der Pressemitteilung. Erreicht wurden damit über 1300 Kinder.

Seit 2013 ist das Projekt im Landkreis fest verankert. Im Zwei-Jahres-Rhythmus werden nahezu alle Kindertagesstätten besucht. Somit erlebt fast jedes Kind im Kindergartenalter einen solchen Aktionstag. Das Moderatorenteam besteht mittlerweile aus etwa 25 Aktiven.

Auch Elternabende werden angeboten. Dabei geht es zum Beispiel um die richtige Sicherung von Kindern in Autos oder Tipps zum altersgerechten Umgang mit Kindern im Straßenverkehr. „Ich sehe die Welt mit Kinderaugen – Kinder im Straßenverkehr“ heißt zum Beispiel ein Programm, das Eltern aufzeigt, dass Kinder vieles einfach noch nicht „können können“. Verkehrserziehung gehe zudem ganz locker nebenbei, indem Eltern ein gutes Vorbild sind und zum Beispiel einen Fahrradhelm tragen.

Carin Beck, verantwortliche und ausgebildete Moderatorin für das Projekt „Kinder im Straßenverkehr“, weiß, dass Anschnallen im Auto ein wichtiges Thema ist. „Mir wird immer gesagt, dass die meisten Kinder mit dem Auto in die Kita gebracht werden“, sagt sie. „Ebenso werden an uns immer mehr Klagen herangetragen, dass die Kinder nicht oder nicht richtig gesichert im Auto befördert werden.“ Ihre dienstlichen Erfahrungen bei der Polizei würden das bestätigen.

Was in solchen Fällen passiert, zeigt die Verkehrswacht bei Aktionstagen mit dem Kindergurtschlitten: Die Puppe „Pit“ wird in hohem Bogen aus ihrem Kindersitz geschleudert, der Kindergurtschlitten ist zudem sehr laut, also für die Kindergartenkinder sehr eindrucksvoll. „Dadurch hoffen wir, dass die Kinder erkennen, wie wichtig eine Sicherung im Fahrzeug ist und dann fordern, dass die Eltern sie anschnallen“, sagt Beck.

Auch die Polizei nimmt diese Hinweise sehr ernst. Erich Weberstetter, Leiter der Polizeiinspektion Aichach, sagt: „Dieses Verhalten kann keinesfalls geduldet werden.“ Die Polizei werde in Aichach und Friedberg in den nächsten Tagen verstärkt vor Kitas kontrollieren. Dabei gehe es in erster Linie um die Sicherheit der Kinder.

Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor, dass Kinder bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr, die kleiner als 1,50 Meter sind, in Kraftfahrzeugen nur mitgenommen werden dürfen, wenn für sie geeignete Rückhalteeinrichtungen, also Kindersitze, benutzt werden. Wer ein Kind ohne Sicherung befördert, zahlt ein Bußgeld von 60 Euro und bekommt einen Punkt in Flensburg. Auch wer Kinder trotz Kindersitz nicht vorschriftsmäßig sichert, zahlt ein Bußgeld.

Viel bedeutender ist für die Verkehrswacht aber, dass ein nicht gesichertes Kind mit einem Körpergewicht von 30 Kilogramm bei einem Aufprall mit 50 Stundenkilometern mit dem 25-fachen Gewicht – also mit 750 Kilogramm – nach vorne katapultiert würde. Eine „vermeintliche Sicherung“ durch Festhalten sei völlig unmöglich.

Schon jetzt hat die Verkehrswacht die Planungen für die Aktionstage „Kinder im Straßenverkehr“ für das Jahr 2018 nahezu abgeschlossen. Geplant sind für das kommende Jahr über 40 Aktionstage in Kitas und knapp 30 Elternabende. (hbe)

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