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Gemeinderat

29.11.2018

Wie viel Geld bekommen die Vereine?

Antrag des Katholischen Burschenvereins löst in Aindling eine Grundsatzdebatte über Unterstützung aus

Der erste Punkt auf der Tagesordnung im öffentlichen Teil des Marktgemeinderats Aindling schien eine Angelegenheit für eine oder zwei Minuten zu werden. Schließlich ging es um einen relativ kleinen Betrag, um den der Katholische Burschenverein gebeten hatte. Doch es kam anders. Eine lange kontroverse Debatte entzündete sich, die sich dann auch im Abstimmungsergebnis widerspiegelte. Bei vier Gegenstimmen (Michael Balleis, Roland Stegmann, Josef Settele und Walter Pasker) wurde ein Zuschuss von 15 Prozent für den Kauf von Dirndln genehmigt. Michael Pollety fehlte am Dienstagabend entschuldigt.

Bürgermeister Tomas Zinnecker hatte darauf hingewiesen, dass der Burschenverein derzeit einen Zulauf an Mädchen erlebe. Michael Balleis erinnerte an einen ähnlichen Antrag vom Musikverein: „Jetzt haben wir die Quittung auf dem Tisch, da haben wir ein Fass aufgemacht. Ich finde, dass das zu weit geht.“ Auch Josef Settele wollte kein Geld für Kleidung ausgeben. Helmut Lindermeir widersprach, die Ausgaben seien berechenbar. Er könnte sich vorstellen, dass auf diese Weise im Jahr Kosten von 2000 oder 3000 Euro für die Förderung des Vereinslebens zusammenkommen: „Das wird den Gemeindehaushalt bestimmt nicht durcheinanderbringen.“ Gertrud Hitzler gab zu bedenken, dass Eltern oft nicht bereit seien, so viel Geld für die Kleidung der Kinder auszugeben. Sie plädierte für einen jährlichen Pauschalbetrag. Eine Unterstützung mit 15 Prozent hielt Isidor Held für „durchaus vertretbar“. Den Vereinen sollte man damit etwas zurückgeben. Zinnecker argumentierte ähnlich: „Die repräsentieren unsere Gemeinde. Wie viele Vereine haben wir in der Form?“

Peter Reich erinnerte an das Fest der Landjugend in Stotzard vor einigen Wochen, dazu habe man 30 Dirndl zu je 400 Euro erworben. Die Frage, warum kein Zuschussantrag bei der Gemeinde gestellt worden war, blieb unbeantwortet. Walter Pasker betonte: „Wir haben Förderrichtlinien ausführlich besprochen. Wie oft wollen wir sie noch bearbeiten?“ Josef Gamperl erklärte, die Vereine seien bei Veranstaltungen präsent; also sollte man nun den Zuschuss gewähren.

Der Kathreinmarkt in Aindling hatte laut Zinnecker noch nie so viele Besucher wie diesmal. Daneben wird die Kommune auch beim Ostermarkt als Veranstalter auftreten, einen Herbstmarkt wird es bis auf Weiteres nicht mehr geben. Am Ostermontag dürfen die Läden im Hauptort von 12 bis 17 Uhr geöffnet sein, beim Kathreinmarkt ist das mit Rücksicht auf den Totensonntag nicht erlaubt. Der Marktgemeinderat erklärte sich einverstanden mit der Änderung des Marktwesens und dem Neuerlass des Ortsrechts.

Josef Settele hatte vor einer Woche die Versammlung des Schulverbands Aindling als Zuhörer verfolgt. Dabei war von möglichen Gesamtkosten von zwölf Millionen Euro für die Mittelschule die Rede gewesen. Settele brachte vor diesem Hintergrund einen Abriss des Gebäudes ins Gespräch: „Die Summen sind jenseits von gut und böse.“ In diesem Fall aber, so Zinnecker, müsse man mit 20 Millionen Euro kalkulieren. Der Bürgermeister stellte in kurzer Form den aktuellen Stand der Planungen vor und berichtete davon, dass bei den beteiligten Bürgermeistern der Trend zu einer Vollsanierung gehe. Dann würde man einen Neubaustandard erreichen. (Symbolfoto: Bernhard Weizenegger)

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